IHK-Umfrage: positiv bei geringerer Erwartung
Minden-Lübbecke -
Die gewerbliche Wirtschaft im Kreis Minden-Lübbecke bewertet ihre derzeitige Geschäftslage sehr positiv. Sie prognostiziert auch für die bevorstehenden zwölf Monate eine ebenfalls positive Entwicklung.
Dies ergab die aktuelle Herbstkonjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK), an der sich von Anfang Juli bis Mitte August 274 Minden-Lübbecker Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistung mit insgesamt über 23.000 Beschäftigten beteiligten.
IHK-Vizepräsidentin Margrit Harting und IHK-Vollversammlungsmitglied Lorenz Lingemann sowie der Mindener IHK-Zweigstellenleiter Karl-Ernst Hunting präsentierten die Ergebnisse der Befragung in der HARTING KGaA in Espelkamp.
Die Umfrageergebnisse befinden sich seit über fünf Jahren in einer Aufschwungphase. Harting: „Nach wie vor ist das Umfrageergebnis für den Kreis Minden-Lübbecke gut.“ Allerdings hätten bei Industrie, Handel und Dienstleistungen die Ertragserwartungen für die nächsten zwölf Monate unter anderem wegen schwieriger Auslandsmärkte, zunehmendem Internethandel und geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen nachgelassen.
„Die schlechteren Ertragsprognosen sind ein Warnsignal, wir dürfen uns nicht auf eine Fortsetzung der positiven Entwicklungen verlassen“, betonte Harting. Sie rief alle Entscheidungsträger dazu auf, verantwortungsvoll mit den Befragungsresultaten umzugehen.
In den nächsten zwölf Monaten will die Industrie im Kreis Minden-Lübbecke Personal aufbauen, in den Sektoren Handel und Dienstleitungen würden kaum Impulse bei den Beschäftigtenzahlen erwartet.
Die Industrie bewertet laut Harting ihre gegenwärtige Situation insgesamt positiv, obwohl die Ergebnisse gegenüber der Frühjahrsumfrage 2015 teilweise nachgelassen haben. Für die Zukunft sei die Industrie aber insgesamt weiterhin optimistisch. Das gelte vor allem für die Umsätze: Rund 63 Prozent der Betriebe gehen von steigenden, etwa sieben Prozent von fallenden Umsätzen aus.
Laut Lingemann „veränderten sich im Handel die Umfrageergebnisse zur gegenwärtigen Lage gegenüber der IHK-Frühjahrsumfrage 2015 nur leicht. Dabei haben sich die positiven Werte zur Geschäftslage und zu den Umsätzen verbessert.“
Dagegen seien die Prognosewerte für die bevorstehenden zwölf Monate schlechter ausgefallen: Nur noch zirka sieben Prozent der Handelsunternehmen rechnen mit steigenden Erträgen, 22 Prozent allerdings mit fallenden. „Darin spiegeln sich die Sorgen des Handels wider, zu denen auch das Internet gehört“, unterstrich Lingemann.
Denn rund 35 Prozent der Handelsbetriebe erwarten durch das world wide web in den nächsten fünf Jahren einen spürbaren und rund sechs Prozent sogar einen existenzbedrohenden Umsatzrückgang. Dem gegenüber stehen lediglich rund 23 Prozent, die von einem spürbaren, und zwei Prozent, die von einem großen Umsatzwachstum durchs Internet ausgehen.
In der Dienstleistungsbranche hätten sich die Ergebnisse gegenüber der Frühjahrsumfrage verschlechtert oder kaum verändert, aber das Wirtschaftsniveau sei weiterhin hoch. So erwarten beispielsweise rund 28 Prozent der befragten Betriebe für die kommenden zwölf Monate eine Verbesserung und zirka zehn Prozent eine Verschlechterung ihrer zukünftigen Geschäftslage. (Text: Karl-Ernst Hunting - IHK Minden)
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