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Habt Ihr einen Vogel? Ja, aber einen großen!

Bünde/Melle -

Wie vielfältig die Aufgaben der Polizei wirklich sind, wird an dem folgenden Beispiel sehr deutlich. Am Samstagnachmittag, 17. September 2016, wurde die Polizeiwache Bünde gegen 19:10 Uhr über einen Tierunfall informiert. 

Vor Ort auf der Wallenbrücker Straße in Spenge teilte ein Verkehrsteilnehmer mit, dass ein Greifvogel während der Fahrt gegen die Windschutzscheibe geflogen war. Durch die Wucht des Aufpralls fiel der Vogel auf die Fahrbahn, und zumindest einer seiner Flügel wurde von einem nachfolgenden Kraftfahrzeug überrollt. Anschließend schleppte sich das verletzte Tier etwa 50 Meter in ein angrenzendes Waldstück. 

Wie vielfältig die Aufgaben der Polizei wirklich sind, wird an dem folgenden Beispiel sehr deutlich. Durch Zeugenhinweise und bei einer kurzen Nachsuche fanden die Beamten den Greifvogel im Wald. Es handelte sich um einen Bussard, der mit einer Flügelmarke mit der Kennzeichnung "E8" versehen war. Nach kurzer Beratung entschlossen sich die Polizisten, aufgrund der gebotenen Eile selbst zu handeln. 

Der Bussard war zunächst skeptisch, musste aber gespürt haben, dass es sich bei diesen Menschen um "Freund und Helfer" gehandelt hat. Da die Bezeichnung "E8" nicht die mittlerweile gute Beziehung zwischen Bussard und Polizei widerspiegelte, tauften die Beamten den Vogel auf den Namen "Hermann". 

"Hermann" wurde also ohne größeren Widerstand in eine Decke gewickelt und zur Polizeiwache Melle gebracht. Dort sollte er durch die Tierrettung in Empfang genommen werden. In Melle eingetroffen, begrüßten die niedersächsischen Polizisten ihre Kollegen aus Westfalen mit den Worten: "Habt Ihr einen Vogel?" Nach der wahrheitsgemäßen Antwort: "Ja, aber einen großen!" und einem kurzen Übergabegespräch wurde "Hermann" an einen Vertreter der "Artenschutz-Betreuungsstation Osnabrück e.V." übergeben. 

Nach Aussage einer Mitarbeiterin der Station war der Greifvogel bei der Einlieferung in einem denkbar schlechten Zustand. Zum Abklingen einer Gehirnerschütterung und Prellung wird er noch einige Tage in der Station tierärztlich behandelt und soll dann nach vollständiger Genesung und Flugtests in einer Rehabilitationsvoliere wieder ausgewildert werden.

(Text und Foto: Polizei)

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