Frisch auf den Tisch: Matjes bei den Heringsfängern
Petershagen -

Einholen der Netze. Foto: B.-R. Schalm
Die Matjestage im Heimat- und Heringsfängermuseum in Petershagen-Heimsen haben Tradition – und fehlen auch 2017 nicht im Veranstaltungskalender. An diesem Wochenende
Samstag, 10. Juni 2017
von 16.00 bis 20.00 Uhr und
Sonntag, 11. Juni 2017
von 11.00 bis 18.00 Uhr
können die leckeren Matjesfilets der jungfräulichen Heringe verzehrt werden. In der Museumscafeteria wird am Sonntag ab 14.00 Uhr auch Kaffee und Kuchen angeboten. Parkplätze sind ausreichen vorhanden.
Das Heringsfängermuseum in Heimsen richtet sich mit den Matjestagen an die alte Tradition des Heringsfangs. So werden traditionell die Matjes der ersten Fangsaison angeboten. Als besondere Spezialität wird nach altem, wohlbehütetem Rezept auch Burgundermatjes angeboten, der bei den Besuchern in den Vorjahren stets sehr begehrt war. Als weitere Besonderheit zum Thema Matjes, wird neben den allgemeinen Getränken, der bekömmliche Matjesschluck angeboten.
Für die musikalische Umrahmung ist an beiden Matjestagen gesorgt. Die Akkordeongruppe Wasserstraße hat sich angesagt und wird mit Melodien von der Woterkant an den Zauber der vergangenen Seefahrerzeit erinnern.
Die Heringsfängerei
In der Blütezeit der deutschen Heringsfängerei ab 1872 wurde der Matjes während der ersten Fangreisen in einer Saison frühestens Ende Mai bis Anfang Juni gefangen, so dass der erste frische Matjes Anfang Juni gegessen werden konnte. Bei dem Matjes handelte es sich um einen Hering, der erstmalig im Alter von 3 Jahren vor der Geschlechtsreife stand und daher einen hohen Fettanteil aufwies. Heute ist der Matjes das ganze Jahr über erhältlich, da er gewöhnlich sofort nach dem Fang tiefgefroren wird.
Selbstverständlich können an den Matjestagen die Ausstellungen im Museum besichtigt werden. Besonders sehenswert sind im Haupthaus die Abteilungen: „Männer von der Mittelweser auf Heringsfang“, “Logger und Fangmethoden“, Heringsfänger und Marine“,“ Zeitzeugenaussagen zu Fangreisen auf der Nordsee“.
Im Heringsfängerland fuhren aus fast jeder Familie ein oder mehrere Familienmitglieder zur See. Dokumentiert wird in den Räumen „Katastrophen auf See“, dass mehr als 500 heimische Heringsfänger und 54 Logger nicht von der Reise zurückkamen. Schiffsuntergänge sorgten für Schlagzeilen in den Medien, wie z.B. der Untergang des Loggers Adolf am 13. August 1956 und weitere Logger Seenotfälle auf der Nordsee. In den weiteren Häusern stellen sich die Heringsfänger in ihrer kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Beziehung zu ihrer Heimat vor. Weitere Informationen gibt es unter www.heringsfaengermuseum.de.
Voranmeldungen sind ratsam, aber nicht erforderlich. Das Museum ist telefonisch zu erreichen unter 057068-941855, per Email unter info@heringsfaengermuseum.de oder schriftlich an das Heimat- und Heringsfängermuseum, Am Mühlenbach 9, 32469 Petershagen.
Weitere Öffnungstage 2017 jeweils von 14.00 bis 17.00 Uhr:
25. Juni, 9. Juli, 23. Juli, 13. August, 10. September, 24. September, 8. Oktober, 22. Oktober.
(Text: Bernd-Rüdiger Schalm – Museumsleiter)
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