Schwimmbagger befördert Bombe ans Tageslicht
Minden -
Nach einem Bombenfund an der Schachtschleuse in Minden hat der Landrat des Kreises Minden-Lübbecke, Dr. Ralf Niermann, am Mittwochmittag um 14.15 Uhr die Großschadenslage ausgerufen. Damit werden weitere Hilfskräfte über die Grenzen der Stadt Minden hinaus hinzugezogen.

Evakuierung abgeschlossen – Entschärfung kann beginnen
Die am Nachmittag begonnene Evakuierung von 3045 Bürgerinnen und Bürger in einem 1000-Meter-Radius um den Bombenfund ist um 22.15 Uhr abgeschlossen gewesen. Der Krisenstab des Kreises hat soeben grünes Licht für die Entschärfung gegeben, die jetzt beginnen kann. Verzögerungen hat es durch einige Einwohner/innen gegeben, die sich trotz guten Zuredens und Ermahnungen durch Mitarbeiter/innen der Ordnungsbehörde geweigert haben, ihr Haus bzw. ihre Wohnung zu verlassen. Hier musste die Polizei eingreifen. Mehrmals kam ein Hubschrauber mit einer Wärmekamera zum Einsatz, um festzustellen, ob sich außen noch Personen in dem gesperrten Bereich aufhalten.
Eine Entwarnung für die evakuierten Einwohner/innen wird es aber erst geben, wenn die Bombe nicht nur entschärft, sondern auch auf einen Lkw verladen und abtransportiert worden ist.
Der Experte des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bezirksregierung Arnsberg, Karl-Heinz Clemens ist bereit, die beiden Zünder der 1000-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg aus einem Boot heraus zu entschärfen. Diese ist augenscheinlich desselben Typs, wie die Ende Juli an der Rodenbecker Straße bei Bauarbeiten gefundene Bombe.
Die Stadt Minden hat seit 14.15 Uhr eine Hotline unter der Rufnummer 89-866 eingerichtet. Hier haben sich bisher rund 300 Bürgerinnen und Bürger gemeldet. Die Hotline bleibt solange besetzt, bis die Evakuierung aufgehoben ist.
Bombenfund am Mittwochvormittag
Am Mittwochmorgen war eine 1000-Kilo-Bombe an der Schachtschleuse in Minden gefunden worden. Sie befindet sich in einer Schaufel auf einem Schwimmbagger im Weservorhafen. Die Besatzung des Baggers hat die Bombe gegen 10.15 Uhr bei Arbeiten im Bereich des Verbindungskanals Nord auf Höhe der Kanaleinfahrt zum Bauhafen entdeckt. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg ist vor

Ort und bewertet die Gefahrenlage. Davon ist auch der Evakuierungsradius abhängig. Eine Hotline unter der Nummer 0571-89866 ist eingerichtet.
Straßensperren sind eingerichtet. (Text: Sabine Ohnesorge - Kreis Minden-Lübbecke / Fotos: www.hallo-minden.de)
Evakuierung
Für die Entschärfung der 1000-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg muss ein rund 1000-Meter großer Radius um den Bombenfund herum evakuiert werden. Gegen 15 Uhr hatte die Polizei mit Unterstützung der Städtischen Betriebe damit begonnen, die Straßen zu sperren. Von der Evakuierung sind laut Stadt Minden 3045 Einwohner/innen und Einwohner betroffen. Um 14.15 Uhr hatte Landrat Dr. Ralf Niermann die Großschadenslage festgestellt. Es wurden Krisenstäbe beim Kreis und im Rathaus der Stadt Minden einberufen.
Als Anlaufstelle für die betroffenen Einwohner/innen steht die Kampa-Halle zur Verfügung. Die Kampa-Halle kann bereits angefahren werden, die Versorgung wird zurzeit organisiert. Helfer/innen von Hilfsorganisationen stehen für die Betreuung zur Verfügung.
Der unmittelbare Gefahrenbereich – auch Schiffe und umliegende Betriebe - wurden geräumt, die Bauarbeiten an der Schachtschleuse sind eingestellt. Der Schiffsverkehr auf dem Mittellandkanal lief noch bis 18 Uhr, danach wurde der Kanal gesperrt.
Evakuiert werden mussten rund 3045 Einwohner/innen im Umkreis von rund 1000 Meter um den Bombenfund. Der Radius ist im Norden begrenzt durch die östliche Schwerinstraße zwischen Kutenhauser Straße und Weser sowie die Straße Große Trift westlich bis zur Kreuzung Letelner Heidweg im Norden, im Osten durch Letelner Heidweg, Lahder Straße und Friedrich-Wilhelm-Straße (bis Mittellandkanal), im Süden durch den Mittellandkanal zwischen Friedrich-Wilhelm-Straße und Kutenhauser Straße sowie im Westen durch die Kutenhauser Straße zwischen Mittellandkanal und Schwerinstraße (Karte anliegend).
Wegen des Bombenfundes hat der Bürgermeister der Stadt Minden folgende Allgemeinverfüung erlassen und sich an die Bürger in Umfeld des Fundortes gewandt:
In Ihrem Wohnbereich wurde eine Bombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden. Die Entschärfung ist durch den Staatlichen Kampfmittelbeseitigungsdienst bei der Bezirksregierung in Arnsberg für
heute, Mittwoch, 18. Februar 2015
vorgesehen.
Dabei können Gefahren für die Bevölkerung nicht ausgeschlossen werden. Der Gefahrenbereich (siehe Anlage) wird weiträumig abgesperrt, so dass ein Zutritt nicht mehr möglich ist. Zu Ihrer Sicherheit wird hiermit gem. § 14 des Ordnungsbehördengesetzes NW angeordnet:
Der Gefahrenbereich (siehe Anlage) ist spätestens bis 18:00 Uhr zu verlassen.
Vorher sollten Sie
- Kraftfahrzeuge aus diesem Bereich fahren
- offene Feuerstellen löschen, Gashähne absperren, Heiz- und Kochgeräte abschalten.
Ob Sie zusätzliche Maßnahmen zum Schutz Ihrer Vermögensgegenstände ergreifen wollen, liegt in eigener Verantwortung.
Die Geschäfte/Firmen sollten bis zur Entwarnung geschlossen bleiben.
Der Fahrzeug-, Omnibus- und Fußgängerverkehr ist unterbunden.
Fenster sollten Sie geschlossen halten.
Tiere sollten aus dem Gefahrenbereich entfernt werden.
Bitte halten Sie sich außerhalb des Gefahrenbereiches dennoch in Räumlichkeiten auf. Dies kann bis zur „Entwarnung“ auch in folgenden Bereichen erfolgen:
Kampa-Halle Minden, Hahler Str. 112, 32427 Minden
Zwecks Transport wird ein Shuttle-Service zur Kampa-Halle zur Verfügung gestellt. Bitte finden Sie sich an folgenden Sammelpunkten ein:
Marienstraße Kutenhauser Str.
Parkhotel Schwerinstr.
WEZ-Parkplatz Wegelinstr.
Wegelinstraße (Höhe Marienstr.) Saarring
Schwerinstraße Karolingerring
Ruhrstraße
Lahder Str. Letelner Heidweg Letelner Str.
REWE Schmiedeweg Fa. Hillenkötter
Dreh Schule Schmiedeweg
Karl-Pabst-Str.
Maschweg
Gaststätte Weserlust
Bitte verständigen Sie über alle Maßnahmen auch Ihre hör- und sehbehinderten Nachbarn und die Personen, für die aufgrund mangelnder deutscher Sprachkenntnisse Erläuterungen zweckmäßig wären.
Wann die Gebäude wieder uneingeschränkt betreten werden können, kann derzeit nicht angegeben werden. Warten Sie in jedem Fall auf eine entsprechende Lautsprecherdurchsge/Entwarnung.
Rückfragen sowie Anfragen bei Hilfebedarf (z.B. bei gehunfähigen Personen etc.) können
unter der Telefonnummer
0571 / 89 866
gestellt werden.
Dies gilt auch für Auskünfte über die Aufhebung der gesamten Maßnahmen.
Ich hoffe auf Ihr Verständnis für diese Maßnahmen.
Stadt Minden
-Der Bürgermeister-