Kreis will Raser weiterhin ausbremsen
Minden-Lübbecke -
Der Kreis Minden-Lübbecke verfolgt seit 1992 durch stationäre Geschwindigkeitsüberwachung mit so genannten „Starenkästen“ und seit 1995 durch mobile Geschwindigkeitsüberwachung mit dem kreiseigenen Radarwagen das Ziel, die Zahl der Geschwindigkeitsverstöße zu verringern und damit die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Im Jahre 2014 wurden bis Ende November 10.683.769 Fahrzeuge im Rahmen der mobilen und stationären Geschwindigkeitsüberwachung überprüft. Die Zahl der überprüften Fahrzeuge lag damit um 1,5 Prozent unter der Ende November 2013 (10.845.841 Fahrzeuge). Von den überprüften Kraftfahrzeugen überschritten 49.279 Fahrzeuge die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Im Vorjahr waren es im Vergleichszeitraum 56.459 Fahrzeuge. Während also in diesem Jahr die Zahl der überprüften Fahrzeuge um 1,5 Prozent unter der des Vorjahres lag, ging die Zahl der Beanstandungen überproportional um 12,7 Prozent zurück.
79,6 Prozent der beanstandeten Fahrzeuge wurden dabei durch eine der kreisweit 15 stationären Geschwindigkeits-Überwachungsanlagen erfasst, während 20,4 Prozent an einer der derzeitig 230 Messstellen durch den kreiseigenen Radarwagen gemessen wurden.
Stationäre Geschwindigkeitsüberwachung im Überblick
An den 15 stationären Geschwindigkeits-Überwachungsanlagen im Kreisgebiet, von denen vier in beide Fahrtrichtungen schwenkbar sind, wurden in diesem Jahr bis zum 30. November 10.469.552 Fahrzeuge in 46.684 Kamerastunden überprüft, im Vorjahr waren es 10.579.704 Fahrzeuge in 47.761 Kamerastunden. Bemerkenswert ist, dass die Zahl der beanstandeten Fahrzeuge von 44.227 bis zum 30. November des Vorjahres auf 39.226 Fahrzeuge Ende November diesen Jahres zurückgegangen ist. D. h., dass 2013 noch jeder 239. Verkehrsteilnehmer an den stationären Anlagen im Kreisgebiet zu schnell unterwegs war, während es 2014 „nur“ noch jeder 267. war. Der Trend der rückläufigen Beanstandungsraten setzt sich damit seit Jahren eindrucksvoll fort, bedenkt man, dass 2003 noch jedes 86. Fahrzeug an den Messplätzen die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten hat.
Stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen sind derzeitig an folgenden Straßen aufgestellt:
- B 239, Hüllhorst-Oberbauerschaft, Niedringhauser Straße südlich der Einmündungen "Neue Straße" und "Hongsener Weg ", Fahrtrichtung Norden, 50 km/h innerorts
- B 239, Lübbecke, Berliner Straße südlich Firmenausfahrt der Brauerei Barre, Fahrtrichtung Norden, 50 km/h außerorts
- B 239, Rahden-Kleinendorf, Diepholzer Straße südlich der Kreuzung mit der K 64, Fahrtrichtung Norden, 70 km/h, außerorts
- L 764, Minden, Hausberger Straße Abschnitt 6 Station 0,520, Fahrtrichtung Norden, 70 km/h, außerorts
- L 770, Espelkamp-Vehlage, östlich der Kreuzung mit der K 60, Fahrtrichtung Westen, 70 km/h außerorts
- L 770, Hille Pohlsche Heide, westlich der Kreuzung mit der L 803, Fahrtrichtung Osten, 70 km/h außerorts
- B 482, Petershagen-Lahde, südlich der Einmündung Vor der Reihe, Fahrtrichtung Norden, 70 km/h außerorts
- B 482, Minden-Meißen, nördlich der Aufmündung von der L 534, Fahrtrichtung Süden, 70 km/h außerorts
- L 766, Hille-Neuenbaum, Frotheimer Str. 105, Fahrtrichtung Osten, 50 km/h außerorts
- B 61, Bad Oeynhausen-Dehme, Dehmer Straße gegenüber Wilhelm-Busch-Straße, Fahrtrichtung Norden, 50 km/h innerorts
- B 482, Petershagen-Döhren, nördlich der Einmündung L 864/K 36, Fahrtrichtung Norden, 70 km/h außerorts, FR Süden schwenkbar
- B 514, Bad Oeynhausen-Deesberg, Vlothoer Straße Höhe Busbuchten, Fahrtrichtung Norden, 70 km/h außerorts, FR Süden schwenkbar
- L 766, Espelkamp-Isenstedt, Hauptstraße östlich der K 56, FR Osten, 50 km/h außerorts Fahrtrichtung Westen schwenkbar
- B 482, Minden-Meißen, südlich der B 65, Fahrtrichtung Norden,70 Km/h außerorts B 61, Bad Oeynhausen, Mindener Straße westlich der Zufahrt zum Werrepark Fahrtrichtung Westen und Osten schwenkbar, 50 km/h innerorts
Die höchste Verstoßquote war 2014 auf der B 239 in Rahden-Kleinendorf zu verzeichnen, wo jeder 171. Verkehrsteilnehmer die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten hat. Aber auch dort konnte das Geschwindigkeitsniveau seit Installation der Anlage erheblich gesenkt werden, berücksichtigt man, dass 2009 noch jeder 52. Verkehrsteilnehmer auf dieser Bundesstraße zu schnell war.
Weiterhin sind 2014 auf der B 482 in Minden-Meißen (jeder 175. Verkehrsteilnehmer) und auf der L 770 in Hille (jeder 185. Verkehrsteilnehmer) vergleichsweise hohe Verstoßquoten zu verzeichnen.
Mobile Geschwindigkeitsüberwachung im Überblick
2014 wurden durch den kreiseigenen Radarwagen bis zum 30. November 2014 insgesamt 214.217 Fahrzeuge in 1.488 Einsatzstunden überprüft. 10.053 Verkehrsteilnehmer hielten sich nicht an die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Zum gleichen Zeitpunkt hatten im Vorjahr 12.232 von 266.137 überprüften Fahrern die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten.
Präventive Verkehrssicherheitsarbeit
Neben den repressiven Maßnahmen betreibt der Kreis präventive Verkehrssicherheitsarbeit, indem er Verkehrssicherheitstage in Kindergärten, Grundschulen, Berufskollegs und sozialen Einrichtungen sowie Sicherheitsaktionen zu Schuljahresbeginn initiiert und fördert. Wie in den vergangenen Jahren hat auch 2014 jeder Schulanfänger an Grund- und Förderschulen das Übungsheft „Der schlaue Fußgänger“ erhalten, um die Kinder auf die Gefahren auf dem Schulweg hinzuweisen und das richtige Verhalten im Straßenverkehr zu üben. Diese Schulanfangsaktion soll helfen, Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Kindern zu reduzieren.
Weiterhin wurden alle Kindergärten im Kreis Minden-Lübbecke mit Verkehrssicherheitsmaterialien ausgestattet, um die Sicherheit für die Kinder zur dunklen Jahreszeit zu erhöhen. Gemeinsame Maßnahmen mit Polizei und Verkehrswacht und Aktionen während der Herbstzeit runden das Programm der Verkehrserziehung ab.
Resümee
Insgesamt verfolgen die Maßnahmen das Ziel, die Verkehrssicherheit auf den Straßen des Kreises Minden- Lübbecke zu erhöhen und damit auch die Lebens- und Aufenthaltsqualität in unseren Städten und Gemeinden zu verbessern.
Nach allem kann das Straßenverkehrsamt des Kreises Minden-Lübbecke auf eine positive Entwicklung der Geschwindigkeitsüberwachung in Bezug auf die Erhöhung der Verkehrssicherheit im Jahr 2014 zurückblicken. Dies zeigt vor allem der Trend der weiterhin rückläufigen Beanstandungsraten insbesondere an den Standorten der stationären Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen.
Auch für das nächste Jahr gilt es, verantwortungslose Raser, wie den Fahrer eines Skoda Octavia, der auf der Rintelner Straße in Nammen bei einer dort erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h mit 152 km/h gemessen wurde, auszubremsen. Nach der Bußgeldkatalogverordnung handelt es sich hier um einen Verstoß, der mit 600 Euro Geldbuße und einem Fahrverbot von 3 Monaten sowie der Eintragung von 2 Punkten im Fahreignungsregister geahndet wird. (Text: Kreis Minden-Lübbecke / Fotos: Polizei)