Sturzprophylaxe: Thema bei Wettbewerbsteilnahme
Minden-Lübbecke -
Gesundheitsthemen auch unter Geschlechteraspekten zu betrachten setzt sich mehr und mehr durch. Die Erfahrung zeigt zum Beispiel, dass Männer sich kaum für Präventionsmaßnahmen ansprechen lassen, obwohl es für sie mindestens genauso sinnvoll und notwendig wäre wie für Frauen.
Sollte also ein Programm zur Sturzprophylaxe für Männer und Frauen unterschiedlich gestaltet werden? Fühlen sich Frauen und Männer wohler unter sich oder in gemischten Gruppen? Wie müssen Kurse speziell für Männer und Frauen in ländlichen Regionen organisiert sein? Welche Rolle spielen finanzielle Spielräume?
Fragen wie diesen geht der Arbeitskreis "Geschlechterrechte Gesundheit" (Foto) im Rahmen der Kommunalen Gesundheits- und Pflegekonferenz des Kreises Minden-Lübbecke nach und hat sich beim Bundeswettbewerb „Gesund älter werden in der Kommune – bewegt und mobil“ beworben.
Dieser Wettbewerb der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird unterstützt durch den Verband der Privaten Krankenversicherung und der Kommunalen Spitzenverbände. Das Thema weist auf die besondere Bedeutung der Bewegungs- und Mobilitätsförderung in der Kommunalen Gesundheitsförderung und Prävention bei älteren Menschen hin. „Dass der Kreis sich hier auf Bundesebene bewirbt, ist eine sehr positive Initiative“, sagt Landrat Dr. Ralf Niermann. „Schon jetzt hat der Arbeitskreis auf diesem Gebiet einiges geleistet, das eine Fortsetzung verdient.“
Denn schon vor dem Start der Präventionsmaßnahme wurde eine Ist-Analyse zu bestehenden geschlechtergerechten Angeboten der Beteiligten erstellt. Genutzt werden auch die Ergebnisse der Umfrage des Seniorenbeirates Porta Westfalica zu „Bewegt älter werden“. Aktuell wird unter dem Titel „Ansätze zur Bewegungsförderung älterer alleinstehender Menschen“ eine Masterarbeit an der Universität Bielefeld verfasst, die eine qualitative Befragung in Preußisch Oldendorf durchführt und auswertet. Darüber hinaus haben sich die Vernetzungsmitglieder in Workshops über Methoden und Instrumente der Gender-Analyse fortgebildet.
In dem Arbeitskreis haben sich Vertreterinnen und Vertreter von Krankenkassen, dem Kreissportbund, der Kommunalen Seniorenvertretungen, der Fraktionen im Kreistag sowie der Kreisverwaltung zusammengefunden, um das Thema „Geschlechtergerechte Gesundheit“ zu bearbeiten. Unter dem Motto „Prävention durch Bewegung“ soll für die Zielgruppe der über 65-jährigen alleinstehenden Männer und Frauen ein Training zur Sturzprophylaxe unter Gleichstellungsaspekten analysiert und später umgesetzt werden. (Text: Mirjana Lenz / Foto: Julia Cohrs -Kreis Minden-Lübbecke