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Sicherheit und Geborgenheit für Kinder sehr wichtig

Minden-Lübbecke -

Für die gesunde Entwicklung eines Kindes sind die ersten Lebensjahre von besonderer Bedeutung. Ein Kind hat an den Folgen einer unsicheren Bindung und einer belasteten Kindheit sein Leben lang zu tragen. Säuglinge und Kleinkinder sind auf die Erziehungskompetenzen ihrer Eltern angewiesen. Sie brauchen ein Gegenüber, das ihre Bedürfnisse wahrnimmt und angemessen darauf reagiert. Eine tragfähige Eltern-Kind-Beziehung ist entscheidend für eine gesunde Entwicklung von Kindern. „Bindung ist Bildung!“ bringt es Dr. Michael Hipp auf den Punkt.

Die ganztägige Fachveranstaltung richtete den Fokus auf Kinder, die mit einem psychisch erkrankten Elternteil aufwachsen und beantwortete die Frage wie es gelingen kann, ihnen einen guten Start zu ermöglichen.

Signale, die auf eine belastende Lebenssituation von Familien hinweisen, können durch eine gute Vernetzung von Hilfssystemen rechtzeitig wahrgenommen und durch passende Unterstützungsangebote adäquat beantwortet werden, so der Referent. Dies kann nur gelingen, wenn alle wichtigen Akteure im Kinderschutz, darunter Jugendämter, Gesundheitsamt, psychosoziale Beratungsstellen, ambulante Therapieeinrichtungen, Krankenhäuser, Ärztinnen und Ärzte, Schwangerschaftsberatungsstellen und Familienhebammen in einem Kooperationsnetzwerk zusammengeführt werden und sich auf das gemeinsame Ziel eine gesunde Entwicklung von Kindern zu erhalten und zu fördern verständigen, betonte der Landrat Dr. Ralf Niermann in seinem Grußwort.

Auf Einladung der Fachkraft der Frühen Hilfen Julie Meyer des Kreises Minden-Lübbecke und Stadt Porta Westfalica und der Psychiatriekoordinatorin des Kreises Doreen Evans kamen 140 Fachleute aus allen relevanten Bereichen zusammen. Der Fachbereich der Frühen Hilfen berät und unterstützt junge Eltern und bietet im Bedarfsfall frühzeitig Unterstützung an mit dem Ziel die allgemeine Situation für kleine Kinder zu verbessern. Neben den Kliniksprechstunden in Minden und Lübbecke fällt auch die Schaffung neuer Angebote, wie zum Beispiel der Elterninfoabend „Rund um informiert“, aber auch die Netzwerktätigkeit in das Ressort des Fachbereichs. In den Psychosozialen Arbeitsgemeinschaften treffen sich alle an der psychosozialen Versorgung beteiligten Einrichtungen und Professionen mit den Schwerpunkten Psychiatrie, Sucht sowie Kinder/Jugendliche.

Dr. Michael Hipp ist Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes Hilden, Kreisgesundheitsamt Mettmann und Mitbegründer des Projektes KIPKEL e.V. Prävention für Kinder psychisch kranker Eltern sowie Initiator der Kooperationsvereinbarung zwischen den Institutionen der Erwachsenenpsychiatrie und der Jugendhilfe im Südkreis Mettmann.

Neben der Darstellung was die betroffenen Familien besonders macht und welche Auswirkungen psychischen Erkrankungen auf das Fürsorgeverhalten und die frühkindliche Bindungsentwicklung haben, konnte Dr. Michael Hipp anhand von vielen Praxisbeispielen veranschaulichen und Lösungsstrategien anbieten. Zudem zeigte er auf, wo es Schnittstellen gibt und wie Kooperation gelingen kann. Mit seinen Darstellungen fesselte er die Zuhörerinnen und Zuhörer im voll besetzten Sitzungssaal des Kreishauses.

„Wir wollten neben der Vermittlung von inhaltlichen Aspekten besonders auch die Vernetzung und die Vertiefung der Kooperation zwischen den Berufsgruppen und den Einrichtungen im Kreis Minden-Lübbecke weiter beleben und vorhandene Strukturen stärken“, sagt Julie Meyer.
Doreen Evans ergänzt: „Das Thema wird weiter verfolgt werden. Wir planen für 2017 einen weiteren Fachtag zum gemeinsamen Austausch.“
Über die vielen begeisterten Rückmeldungen und das riesige Interesse, freuen sich die Organisatorinnen.

1. Reihe: Doreen Evans (Psychiatriekoordinatorin Kreis Minden-Lübbecke), Bianca Kanning (Frühe Hilfen Stadt Minden) , Julie Meyer (Frühe Hilfen Kreis Minden-Lübbecke und Stadt Porta Westfalica) 2. Reihe: Dr. Michael Hipp (Referent), Mirjam Frömrich (Frühe Hilfen Stadt Minden), Dr. Ralf Niermann (Landrat Kreis Minden-Lübbecke)
1. Reihe: Doreen Evans (Psychiatriekoordinatorin Kreis Minden-Lübbecke), Bianca Kanning (Frühe Hilfen Stadt Minden) , Julie Meyer (Frühe Hilfen Kreis Minden-Lübbecke und Stadt Porta Westfalica)
2. Reihe: Dr. Michael Hipp (Referent), Mirjam Frömrich (Frühe Hilfen Stadt Minden), Dr. Ralf Niermann (Landrat Kreis Minden-Lübbecke)
3. Reihe: Helmut Poggemöller (Leiter Jugendamt Kreis Minden-Lübbecke)

(Foto und Text: Mirjana Lenz, Pressestelle, Kreis Minden-Lübbecke)