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Kontrabass: Objekt für Liebe und Hass

Espelkamp -

Der Kontrabass bildet das Fundament des Orchesters und geht doch im Gesamtklang unter. Der Bassist ist der eher unauffällige und unscheinbare Hinterbänkler, der nie durch Soli glänzen kann. Ein glänzendes Solo jedoch ist der von Patrick Süskind verfasste einaktige Monolog „Der Kontrabass“, der an diesem

Samstag, 30. November 2013
ab 20.00 Uhr
im Neuen Theater Espelkamp

zu sehen ist. Peter Bause spielt in diesem hintergründig-witzigen Ein-Personen-Stück den 35-jährigen Kontrabassisten, der in seinem schallgedämmten Musikzimmer dem Publikum einen Vortrag über das Instrument hält – und wie er zum Kontrabassspiel kam.

Der Kontrabass bildet das Fundament des Orchesters und geht doch im Gesamtklang unter. Der Bassist ist der eher unauffällige und unscheinbare Hinterbänkler, der nie durch Soli glänzen kann.Und das mit großem Erfolg, denn Peter Bause spielt das Stück seit mehr als 30 Jahren in über 800 Vorstellungen, auch heute noch am Konzerthaus Berlin-Gendarmenmarkt. Der berühmte Schauspieler trat acht Jahre lang im Deutschen Theater Berlin auf, weitere Engagements am Berliner Ensemble und an zahlreichen, namhaften Schauspielhäusern der Republik folgten. Bekannt ist Bause auch durch viele Film- und Theaterrollen (u.a. „Polizeiruf 110“, etliche „Stubbe“-Produktionen oder in „Praxis Bülowbogen“, „Liebling Kreuzberg“ und vielen anderen).

Patrick Süskind wurde mit seinem Monolog „Der Kontrabass“, uraufgeführt am Münchner Cuvilliésttheater, 1981 auf einen Schlag bekannt. Mit dem Roman „Das Parfüm“ erlangte er kurz darauf Weltruhm.

Er, der Kontrabassist, spricht in diesem Monolog zu einem Bekannten, doch stimmt das wirklich? Er führt ein Selbstgespräch über seine große Hassliebe - seinem Kontrabass. Dieses Mu-sikinstrument bestimmt, ja es ist sein Leben, mit ihm teilt er seine Wohnung, er ist sein Freund, sein Feind, sein Lebensinhalt und zugleich Verhinderer eines normalen Lebensweges. Sogar sein Liebes- und Sexualleben bestimmt er, es ist so als wären sie ein altes Ehepaar das nur noch aus Gewohnheit zusammen lebt und vom Partner nichts mehr zu erwarten hat.

Anfangs zeichnet er ein sehr positives Bild von seinem Instrument: ohne Kontrabass kommt kein Orchester aus, man hört ihn zwar nicht heraus, er geht sogar darin unter - aber wehe er fehlt! Doch mit zunehmender Dauer des Gesprächs - und mit zunehmendem Alkoholgenuss - zeichnet er ein Bild des Hasses über seinen "Dreckskasten", der ihn eigentlich nur an allem hindert und behindert; nie steht er im Mittelpunkt, immer ist er nur Mitläufer - er leidet unter seiner Unauffälligkeit, erleidet eine Art Festanstellungspsychose, nie darf er wirklich frei sein!

Schließlich beschließt er auszubrechen, will "ihn" loswerden und seiner geliebten jungen Sopranistin Sarah mit einem lauten Schrei mitten im Konzert seine Liebe gestehen - er wartet auf die große Wende in seinem Leben.

Eintrittskarten für das Schauspiel gibt es in der Geschäftsstelle des Volksbildungswerks Espelkamp e.V. im Kulturbüro im Bürgerhaus, Telefon 05772-562161 oder 562185 oder 562255 sowie in der Geschäftsstelle der Neuen Westfälischen in Lübbecke, Lange Straße 33, Telefon 05741-400000, und im Reisebüro Durnio in Rahden, Steinstraße 4, Telefon 05771-91110. Onlinebuchungen sind über die Homepage des Neuen Theaters www.theater-espelkamp.de möglich. Das Theater und die Abendkasse sind ab 19.00 Uhr geöffnet.