Bombenentschärfung: 1 Stunde Arbeit für Experten
Minden -
Mittwochnacht um 23.15 Uhr hatte alles ein glückliches Ende gefunden: Der Experte des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, Karl-Heinz Clemens, hatte die 1000-Kilogramm-Bombe, die am Mittwochvormittag nahe der Schachtschleuse in Minden bei Baggerarbeiten aus dem Untergrund nach oben gefördert worden war, entschärft. Für Karl-Heinz Clemens war dieser gefährliche Einsatz, der um 22.15 Uhr von einem Boot aus begonnen hatte, eine Premiere, beinhaltete er doch auch eine Unterwasserentschärfung; für die rund 620 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen sowie die Mitarbeiter/innen in den Krisenstäben von Kreis und Stadt war es eine lange Nacht.
Entschärft werden mussten zwei Zünder an der Bombe. Schwierig war laut Clemens, dass die Bombe sich zu Dreivierteln unter Wasser befand, so dass der zweite Zünder zunächst nicht erkennbar war. Kurz nach der Entschärfungsmeldung hob der Kreis-Krisenstab die Evakuierung und wenig später auch die Großschadenslage auf.

Die 620 Einsatzkräfte kamen aus dem Kreis Minden-Lübbecke sowie aus Lippe, Herford, Bielefeld und Gütersloh. Aus Recklinghausen wurden Kräfte der Bereitschaftspolizei angefordert. Für die Polizei war ein Hubschrauber im Einsatz, der die erfolgreiche Evakuierung aus der Luft überprüft hat. Die Krisenstabsleitungen von Kreis und Stadt, Kreisdirektorin Cornelia Schöder und der Erste Beigeordnete Peter Kienzle, hoben die gute Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte hervor und dankten allen Beteiligten für ihren außerordentlich großen Einsatz. Besonders bemerkenswert sei auch die Kooperationsbereitschaft und Disziplin der Bürger gewesen, so Schöder und Kienzle.
3.045 Menschen aus Minden mussten im 1000-Meter-Radius um den Bombenfund evakuiert werden. Die Evakuierung hatte am Nachmittag begonnen und zog sich bis in den Abend hinein. Bis zu 250 Personen wurden in der Kampa-Halle betreut und verpflegt. Die übrigen sind offenbar bei Verwandten, Freunden oder Bekannten untergekommen. Rund 300 Personen meldeten sich über die ab 14.15 Uhr eingerichtete Hotline der Stadt.
Die Bombe war am Mittwochmorgen an der Schachtschleuse in Minden gefunden worden. Sie befand sich in einer Schaufel auf einem Schwimmbagger im Weservorhafen. Die Besatzung des Baggers hatte die Bombe gegen 10.15 Uhr bei Arbeiten im Bereich des Verbindungskanals Nord auf Höhe der Kanaleinfahrt zum Bauhafen entdeckt und sofort die Polizei alarmiert.
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg hatte sich um 11.30 Uhr auf den Weg gemacht. Zur gleichen Zeit wurde bereits der unmittelbare Gefahrenbereich – auch Schiffe und umliegende Betriebe – geräumt sowie die Bauarbeiten an der Schachtschleuse eingestellt. Der Schiffsverkehr auf dem Mittellandkanal musste zwischen 20 und 23.15 Uhr ruhen. (Text: Sören Staas - Kreis Minden-Lübbecke)
Unsere Fotos zeigen oben und unten die Bombe kurz vor dem Abtransport (Fotos: Feuerwehr Minden) sowie in der Mitte von links Kreisdirektorin Cornelia Schöder, Erster Beigeordneter Peter Kienzle und Kampfmittelbeseitigungsexperte Karl-Heinz Clemens bei der nächtlichen Pressekonferenz nach der Bombenentschärfung. (Foto: Stadt Minden)