Unfall auf B 482 fordert Menschenleben
Petershagen -
Der schwere Verkehrsunfall auf der B 482 in Petershagen-Lahde am Mittwochmorgen hat nun ein Todesopfer gefordert. Der zunächst unter Lebensgefahr von einem Rettungshubschrauber ins Johannes-Wesling-Klinikum nach Minden geflogene 29-jährige Mann erlag am Donnerstag seinen schweren Verletzungen. Der Bückeburger hatte als Beifahrer in dem Audi gesessen, als es um kurz nach 8 Uhr zu der folgenschweren Kollision auf der vielbefahrenen Strecke kam. Vier weitere Verkehrsteilnehmer hatten schwere Verletzungen erlitten.
Gegen 8:06 Uhr war ein 64-jähriger Bassumer mit seinem Sattelzug Scania auf der B 482 in Fahrtrichtung Porta Westfalica unterwegs. Aus bislang ungeklärten Gründen geriet der Sattelzug in Höhe der langgezogenen Linkskurve zwischen den Anschlussstellen Nienburger Straße und Vor der Reihe in Lahde nach links auf den Gegenfahrstreifen.
Hier kollidierte der mit Rüben voll beladene Sattelzug frontal mit einem entgegenkommenden Klein-LKW Sprinter, der durch die Kollision zurück katapultiert wurde. Anschließend stieß der Sattelzug gegen einen mit zwei Personen besetzten Audi, der hinter dem Kleinlaster ebenfalls in nördlicher Richtung unterwegs war.
Durch den Aufprall wurde der Audi in Fahrtrichtung Norden gesehen nach links gegen eine Leitplanke geschleudert und von dieser wieder zurück auf die Fahrbahn geworfen. Der Sattelzug durchbrach nach der Kollision mit dem Audi eine Leitplanke, stürzte die Böschung hinab und blieb auf der linken Fahrzeugseite liegen. Baumbewuchs bewahrte das Lkw-Gespann vor dem mehrere Meter tiefen Fall auf die darunter liegenden Felder.
Der LKW-Fahrer kam mit leichten Verletzungen davon, dagegen hatte der 26-jährige Beifahrer im Audi schwerste, lebensbedrohliche Verletzungen erlitten, denen er am Donnerstag erlegen ist. Der aus dem Kreis Schaumburg kommende 36-jährige Audi-Fahrer erlitt wie die beiden Insassen des Klein-LKW schwere Verletzungen. Früh am Unfallort eingetroffene Polizeibeamte hatten bei den Insassen des Kleinlasters und des Audi Erste-Hilfe geleistet, bis sie von Rettungskräften abgelöst wurden.
Um die großräumige Unfallstelle exakt zu vermessen, forderte die Polizei einen Hubschrauber an. Dieser ist mit einer speziellen Foto-Technik ausgestattet. Die Unfallstelle selbst wurde mehrere Stunden weiträumig in beide Richtungen gesperrt und der Verkehr abgeleitet, um die umfangreichen Bergungsmaßnahmen zu gewährleisten.
Auch einen Tag nach dem Zusammenstoß gehen die Ermittlungen der Polizei zur Unfallursache weiter. Ein Zeuge äußerte gegenüber den Beamten, er habe bemerkt, wie der den Unfall auslösende Sattelzug plötzlich und ohne ersichtlichen Grund nach links in den Gegenverkehr
geriet. Auf Grund der Spurenlage geht die Polizei davon aus, dass es dann einen nahezu Frontalaufprall zwischen dem Lkw und dem Kleintransporter gab. Anschließend erfolgte die Kollision zwischen dem tonnenschweren Zug und dem Audi.
Nicht ausschließen kann die Polizei derzeit, dass dem Lkw-Fahrer möglicherweise am Steuer schlecht wurde und er deshalb die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Alkoholisiert war der 64-jährige Mann nicht. Den Schaden schätzt die Polizei auf rund 90.000 Euro. (Text und Foto: Polizei)