Tresorknacker-Bande fast komplett hinter Gittern
Minden-Lübbecke -

Das Bild zeigt drei der Verbrecher bei einem Einbruch. Hier hatten es die Männer auf Zigaretten abgesehen. Foto: Polizei
Seit Monaten hatte eine Tresorknacker-Bande ihr Unwesen im Kreis Minden-Lübbecke und dem angrenzenden Niedersachsen getrieben. Abgesehen hatten es die Verbrecher in erster Linie auf Tresore von Supermärkten. Nun hat die Ermittlungskommission "Tresor" der Minden-Lübbecker Polizei dem Spuk ein Ende gesetzt, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Bielefeld und der Minden-Lübbecker Polizei.
Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) nahm vor gut zweieinhalb Wochen in Espelkamp vier der sechs Verdächtigen im Alter von 22 bis 31 Jahren fest. Zunächst stoppen die SEK-Beamten am Montag, 7. August 2017, in der Nähe der Feuerwache einen BMW, der mit drei Verdächtigen besetzt war. Ein 25-Jähriger und dessen beiden ein Jahr jüngeren Komplizen leisteten keinen Widerstand. Sie hatten nicht bemerkt, dass ihnen die Einsatzkräfte bereits seit längerer Zeit auf den Fersen waren und zeigten sich von der Polizeiaktion völlig überrascht.
Die Festnahme eines 31-jährigen mutmaßlichen Bandenmitgliedes erfolgte wenig später auf einem Privatgrundstück. Eine Woche später, am 14. August 2017, erfolgte die vorübergehende Festnahme eines weiteren mutmaßlichen 25-jährigen Bandenmitgliedes in Minden.
"Gegen die vier aus Espelkamp, Hüllhorst und Minden stammenden Männer ergingen Haftbefehle. Sie sitzen in Untersuchungshaft", so die zuständige Dezernentin der Staatsanwaltschaft Bielefeld. "Der 25-Jährige Mindener befindet sich mangels Haftgründen wieder auf freiem Fuß. Nach einem weiteren Mann, einem 22-jährigen Espelkamper, wird gefahndet."
Bei Durchsuchungen in Espelkamp, Hüllhorst, Minden und Warmsen (Kreis Nienburg) entdeckten die Fahnder neben aufgebrochenen Tresoren auch Zigaretten und Einbruchswerkzeug. Zudem stellten sie mehrere von der Bande benutzte Autos sicher. Darunter auch einen 280 PS starken VW Passat.

Das Foto zeigt einen nächtlichen Einbruch der mutmaßlichen Bande. Foto: Polizei
Neben Supermärkten gehörten auch Tankstellen, Spielhallen und Firmengebäude zum Ziel der Einbrecher. Dabei hatten es die Männer auf Geld und Zigarettenschachteln abgesehen, die sie in größeren Mengen erbeuteten. "Nachdem, was wir bisher wissen, dürfte die Bande über eine viertel Million Euro erbeutet haben", sagt Kriminalhauptkommissar Thomas Edler. Er leitet die Ermittlungskommission (EK) "Tresor". Nach Angaben des EK-Leiters bestritten die Männer mit dem Geld ihren Lebensunterhalt und leisteten sich teure Reisen, so auf die Malediven oder nach Kuba.
Edler und seine Kollegen ermitteln gegenwärtig in 35 Fällen von schwerem Bandendiebstahl. Die Tatorte verteilen sich im Mühlenkreis auf die Städte Rahden, Lübbecke, Preußisch Oldendorf und Petershagen sowie auf die Gemeinden Stemwede, Hüllhorst und Hille. In Niedersachsen waren vor allem Märkte und andere Objekte in Bad Essen, Bohmte, Ostercappeln und Diepenau Ziele der Bande. Daher stehen die Beamten der EK "Tresor" im Austausch mit ihren Kollegen in Osnabrück und in Stolzenau.
Das Muster der Beutezüge
Die Einbrecher gingen bei ihren Beutezügen fast immer nach dem gleichen Muster vor: Ein mit mehreren maskierten Personen besetztes Auto fuhr in der Nacht zu einem zuvor ausgekundschafteten Supermarkt. Mit brachialer Gewalt sowie in aller Eile drangen die Männer in die Geschäfte ein und schleppten den Tresor ins Freie. Anschließend luden sie ihn in ihren Wagen und rasten mit hohem Tempo davon. Der Beutezug dauerte nur wenige Minuten.
So auch in der Nacht vor den Festnahmen in Espelkamp. Hier tauchten drei Bandenmitglieder am 7. August 2017 gegen 3.30 Uhr am K&K Markt in Stemwede-Wehdem mit einem Audi auf. Auch der Umstand, dass Zeugen sie während des Einbruchs beobachteten, ließ das maskierte Trio kalt. Der erbeutete Tresor wurde von den Ermittlern noch am gleichen Tag bei den Durchsuchungen gefunden. Ein dabei ebenfalls entdeckter Tresor stammte aus dem Einbruch in den Rewe-Markt in Petershagen vom 22. Juni 2017.

Einer der geraubten und aufgefundenen Tresore. Foto: Polizei
Begonnen haben dürfte die Einbruchsserie nach Einschätzung der Ermittler im Dezember 2016. Ihre Taten verübten die Männer vermutlich in wechselnder Besetzung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft besitzen alle Beschuldigten die deutsche Staatsangehörigkeit und sind polizeibekannt. Zu den Vorwürfen wollten sie sich nicht äußern.
Die weiteren Ermittlungen werden die Beamten der "EK-Tresor" noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Staatsanwaltschaft und Polizei gehen davon aus, dass nach derzeitigem Stand eine der größten Serien von Geschäftseinbrüchen in den vergangenen Jahren im Kreis Minden-Lübbecke aufgeklärt sein dürfte.
(Text: Polizei Minden-Lübbecke und Staatsanwaltschaft Bielefeld)
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