Notfallseelsorge schult Einsatzkräfte
Bad Holzhausen -

Einige Mitglieder der Notfallseelsorge-Teams aus Lübbecke und Minden beim Teamtag in Bad Holzhausen. Im Fokus der ganztägigen Schulung standen neue Erkenntnisse der Suizidforschung und strukturierte Orientierungshilfen für den Einsatz vor Ort.
Einsätze nach einem Suizid gehören zahlenmäßig zu den häufigeren Aufgaben in der Psychosozialen Notfallversorgung. Um die ehrenamtlichen Kräfte gezielt auf diese Situationen vorzubereiten, fand kürzlich eine fachspezifische Schulung des Notfallseelsorgesystems Lübbecke im Gemeindehaus Bad Holzhausen statt. Da die überregionale Zusammenarbeit in der psychosozialen Notfallversorgung eine wichtige Rolle spielt, nahmen auch Kolleginnen und Kollegen aus dem System Minden an der ganztägigen Fortbildung teil.
Als Referent konnte Pfarrer Hendrik Meisel gewonnen werden. Meisel leitet den Fachbereich „Seelsorge und Beratung“ sowie die Notfallseelsorge im Evangelischen Kirchenkreis Hamm. Er gilt als Experte auf dem Gebiet und konzentriert sich in der Aus- und Fortbildung seit Jahren auf die professionelle Begleitung in der akuten Krisenphase.
Im ersten Teil des Tages vermittelte Meisel den Teilnehmenden aktuelle Erkenntnisse aus der Suizidforschung. Dabei ging es primär darum, die psychologischen Dynamiken hinter einer solchen Entscheidung besser einordnen zu können, um Hinterbliebenen in den ersten Stunden nach dem Ereignis eine stabilisierende Stütze zu sein. In der anschließenden Arbeitsphase stand die praktische Umsetzung im Vordergrund. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger nutzten den geschützten Rahmen, um über ihre eigenen Einsatzerfahrungen zu sprechen und methodische Ansätze für die Gesprächsführung mit Betroffenen zu diskutieren.
Zur Unterstützung der praktischen Arbeit wurden im Rahmen des Treffens zudem spezielle Einsatzkarten für die Notfallseelsorge und Krisenintervention vorgestellt. Diese dienen den Kräften vor Ort als strukturierte Orientierungshilfe in der komplexen Einsatzsituation.
Der Teamtag diente neben der fachlichen Qualifizierung auch dem Austausch zwischen den beiden Systemen. Die Vernetzung der Kräfte aus Lübbecke und Minden soll die Handlungsfähigkeit der Notfallseelsorge in der gesamten Region weiter stärken und die Qualität der Betreuung für Menschen in akuten Lebenskrisen sicherstellen.