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Jens Kastner liest aus Debütroman 'Fette Kois'

Stemwede -

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Autor Jens Kastner hat 15 Jahre in Taiwan als Journalist gearbeitet, nun liest er aus seinem Debüt-Roman "Fette Kois" in Haldem. Foto: privat 

Es ist die Geschichte eines Suchtkranken, der einen ungewöhnlichen Neubeginn wagt. Wenn der Journalist und Autor Jens Kastner aus Varel am Sonntag (15.2.) in der Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem (Haldemer Str. 79; Stemwede) des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) aus seinem Debütroman "Fette Kois" liest, wird der eine oder andere Zuhörer wohl Parallelen zu Kastners Hauptfigur Olaf Gerdes sehen. Denn Gerdes ist ein Antiheld, wie er im Buche steht. Kindheitstrauma, Drogensucht und wenig Aussicht auf eine bessere Zukunft. Doch eine Nacht in einem Berliner Techno-Club bringt ihn in Kontakt mit zwei jungen Taiwanesinnen und auf eine Idee: raus aus dem Alltag und als Englischlehrer nach Taiwan. Dort erhofft er sich einen Neubeginn, weit weg von den Problemen, die er zu Hause nicht in den Griff bekommt.

Die LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem organisiert regelmäßig kleinere Kulturveranstaltungen für Patienten. Ziel ist es nicht nur, den Patienten Ablenkung vom Stations- und Therapiealltag zu geben, sondern bei ihnen auch das Interesse für Kunst und Kultur zu wecken. Veranstaltungen wie diese sollen helfen, nach der Entlassung und Behandlung Perspektiven zu entwickeln. "Eine Lesung, ein Konzert oder ein Theaterstück zu besuchen, ist für die meisten unserer Patienten etwas völlig Neues, was früher nicht zu ihrem Alltag gehörte", sagt Dr. Nadine Meyer. Die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie ist Oberärztin an der LWL-KIinik und organisiert die Veranstaltung zusammen mit dem Sozialzentrum, deren Mitarbeitende gesundes Freizeitverhalten mit den Suchtkranken trainieren. Denn nicht selten nutzten die Patienten vor ihrer Unterbringung ihre Freizeit, um Drogen zu beschaffen und zu konsumieren. "Wir geben Perspektiven, wie freie Zeit sinnvoll und vor allem straffrei genutzt und neue Interessen entwickelt werden können, denen sie auch nach ihrer Zeit im Maßregelvollzug weiter nachgehen können", so Meyer. Letztendlich könne sich diese Vorbereitung auch auf eine günstigere Sozialprognose für die Patienten auswirken.

Für die Untergebrachten der Klinik hat das Sozialzentrum zwei Lesungen organisiert: eine im geschlossenen Bereich für Patienten, die noch am Anfang ihrer Therapie stehen und eine im offenen Bereich für Patienten kurz vor der Entlassung. Letztere richtet sich auch an Mitarbeitende und Interessierte aus der Umgebung. Die Lesung beginnt um 19 Uhr und die Teilnahme ist kostenfrei. Es wird jedoch um telefonische Anmeldung gebeten unter Telefon 05474/690.

Im Anschluss an die Lesung stehen der Autor, Dr. Nadine Meyer und das Team des Sozialzentrums für Fragen rund um das Buch, Suchterkrankungen und die Einrichtung zur Verfügung.

Quelle: LWL