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Hinweise und Tipps für ein sicheres Silvesterfeuerwerk

Nordrhein-Westfalen -

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Der Jahreswechsel rückt näher und mit ihm die Vorfreude vieler Menschen auf ein traditionelles Silvesterfeuerwerk. Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann appelliert, beim Kauf von Feuerwerksartikeln besonders aufmerksam zu sein und ausschließlich zugelassenes Feuerwerk zu verwenden, das den geltenden Sicherheitsstandards entspricht. Sichere Produkte sind am CE-Zeichen in Kombination mit einer vierstelligen Nummer eindeutig zu erkennen. Generell gilt: Die Silvesterknallerei ist immer auch gefährlich, denn Raketen, Böller und Knaller sind pyrotechnische Gegenstände, die explosionsgefährliche Stoffe enthalten. Deswegen sind vor Gebrauch unbedingt die Gebrauchsanleitung zu lesen und die Sicherheitshinweise zu beachten.

„Leider kommt es in der Silvesternacht immer wieder zu Unfällen, auch weil mit illegalen und gefährlichen Feuerwerkskörpern geböllert wird oder geprüfte Produkte unsachgemäß gebraucht werden. Diese teils schwersten Verletzungen könnten vermieden werden. Wer Feuerwerksartikel verantwortungsvoll und umsichtig zündet, schützt sich selbst und die Menschen in seiner Umgebung und trägt zugleich dazu bei, die Beschäftigten im Gesundheitswesen nicht unnötig zu belasten“, so Laumann.

Auch dieses Jahr kontrollieren die Experten der Arbeitsschutzdezernate der Bezirksregierungen bereits vor dem Verkaufsstart landesweit den Handel und prüfen insbesondere die rechtmäßige Lagerung. Sollten dabei illegale Feuerwerksartikel festgestellt werden, ziehen sie diese aus dem Verkehr. Während der Verkaufstage, die in diesem Jahr am 29. Dezember beginnen und am 31. Dezember enden, finden zudem weitere Prüfungen durch die Bezirksregierungen statt. Dabei werden vorwiegend die korrekte Lagerung und die Einhaltung der gesetzlichen Abgabebestimmungen kontrolliert.

Feuerwerksartikel der Kategorie F2 – dazu zählen unter anderem Raketen, Batterien und Böller – dürfen nur an volljährige Personen verkauft werden. Dies gilt nicht nur für den Verkauf, sondern auch für die Weitergabe der Artikel von Erwachsenen an Kinder und Jugendliche. 

Wer geprüftes Feuerwerk mit CE-Kennzeichnung bei offiziellen Verkaufsstellen erwirbt und die folgenden Sicherheitshinweise beachtet, kann die Risiken senken:

  • Feuerwerkskörper nur im Freien verwenden. 
  • Beim Anzünden keine Körperteile über den Feuerwerkskörper halten.
  • Vor dem Abbrennen von Feuerwerkskörpern die Gebrauchsanweisung lesen und die Gefahrenhinweise beachten.
  • Silvesterkracher nie länger als nötig in der Hand halten. Nach dem Anzünden rasch Sicherheitsabstand einnehmen – nicht auf Menschen werfen. Feuerwerkskörper nicht am Körper – zum Beispiel in der Hosentasche – tragen.
  • Raketen brauchen eine sichere Abschussrampe, zum Beispiel in Flaschen in Getränkekästen aufstellen und darauf achten, dass Menschen, Tiere, Gebäude oder Fahrzeuge nicht gefährdet sind. 
  • Feuerwerkskörper nie unter Vordächern, Bäumen etc. zünden.
  • Damit Raketen und Knaller bei der Zündung nicht in unkontrollierte Richtungen fliegen, unbedingt auf die Windrichtung achten.
  • Knallen in direkter Ohrennähe schädigt das Trommelfell – Abstand halten.
  • „Blindgänger“ auf keinen Fall noch einmal zünden.
  • Keine „Basteleien“ an Feuerwerkskörpern.
  • Ein griffbereiter Feuerlöscher kann im Notfall Schlimmeres verhindern.
  • Auf Menschen und Tiere Rücksicht nehmen, die unter dem von Feuerwerk ausgehenden Lärm leiden.

Ausführliche Tipps für einen sicheren Umgang mit Silvesterfeuerwerk bietet die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung unter https://www.bam.de/silvester.

Quelle: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, Symbolfoto: Archiv

Gemeinsame Pressemitteilung von der AG Natur Bad Oeynhausen, dem Verein für Naturschutz und Heimatpflege Porta, dem NABU Minden-Lübbecke und dem BUND Minden-Lübbecke

"Wenn irgendwo ein Feuerwerk gezündet wird, erschrecken wir uns vielleicht einen kurzen Augenblick. Schnell erkennen wir, dass wir hier nichts zu befürchten haben.

Bei Tieren ist das anders. Jeder, der ein Haustier hat, schützt dieses vor der Silvesternacht, indem er es im Haus lässt.

Bei herannahenden Gewittern nehmen Tiere den Luftdruckabfall schon vorher wahr, aber ein Feuerwerk trifft sie aus heiterem Himmel und somit vollkommen überraschend.

Wie auch andere Naturschutzvereine wenden sich die AG Natur Bad Oeynhausen, der NABU Minden-Lübbecke, der BUND Minden-Lübbecke und der Verein für Naturschutz und Heimatpflege Porta (NHP) seit vielen Jahren kurz vor dem Jahreswechsel mit einer großen Bitte in einem Presseartikel an die Mitbürger im Kreis Minden-Lübbecke. „Wir appellieren an die Bürger auf Feuerwerk zu verzichten, besonders in der Nähe von Naturschutz- und Waldgebieten sowie auch Seen, da in diesen Bereichen Wasservögel in der Nacht Schutz vor Raubtieren suchen.“ Durch das Feuerwerk werden die Wildtiere aus ihrem Rhythmus gebracht. Normalerweise ruhen sie um diese Zeit längst und ihr Energieverbrauch ist gedrosselt. Unsere heimischen Wildvögel zum Beispiel sind tagsüber häufig und gut zu beobachten und ziehen sich nachts zurück in Schlafbäume, leere Nistkästen oder suchen sonstige Übernachtungsmöglichkeiten. Aufgeschreckt durch das Feuerwerk steigen sie in viel größere Höhen auf, als sie das eigentlich im Normalfall tun. Dies kostet sie sehr viel Energie, die sie im Winter dringend zum Überleben brauchen. Des Weiteren kostet es sie Schlaf, Zeit zum Ausruhen und Fressen. Die Zeit benötigen sie nun, um sich einen neuen Rastplatz zu suchen. Das verschlechtert ihre Kondition und kann sie im Extremfall in eine lebensbedrohliche Notlage bringen. Durch das Leuchten und die Rauchentwicklung des Feuerwerks verlieren sie ihre Orientierung und ihre Sicht wird behindert, so dass sie evtl. gegen Hindernisse fliegen könnten. Da die lauten Feuerwerkskörper oft bis in die Wälder reichen, flüchten Wildtiere wie Füchse in Panik. Nicht selten geraten sie auf befahrene Straßen und erleiden Unfälle. Vor allem zu Neujahr werden daher viele Wildtiere tot oder verletzt gefunden. Winterschlaf haltende Wildtiere wie Igel schrecken durch den Lärm auf.

Auch eine Studie des Max-Planck-Institutes sagt aus, dass Tiere (in diesem Fall Gänse) auch nach Silvester nicht zu ihrem normalen Verhalten zurückgefunden haben.

Ein sehr großes weiteres Problem neben der extremen Belastung für unsere heimischen Wildtiere ist natürlich auch die Feinstaub- und Müllproblematik.

Von Jahr zu Jahr werden die Stimmen lauter, die sich für ein generelles Verbot von Feuerwerk (auch im privaten Bereich) zum Jahreswechsel aussprechen. In den Niederlanden tritt ein Verbot von privatem Feuerwerk erstmals zum Jahreswechsel 2026/ 2027 in Kraft. Solange es dieses Verbot bei uns noch nicht gibt, möchten wir sie eindringlich bitten: „Verzichten sie auf das Silvesterfeuerwerk. Die Natur und unsere Umwelt wird es ihnen danken.“"