Glückliche Pauline: „Lillifee“ wieder da
Bohmte -
Wie ein Lauffeuer verbreitete sich vor wenigen Wochen die Nachricht über das Verschwinden des Shetland-Ponys „Lillifee“ von einer gesicherten Weide unweit von Bohmte, nachdem auch HALLO LÜBBECKE über diesen Verlust berichtet hatte.
Dann die Wende: Ein aufmerksamer Tierfreund entdeckte „Lillifee“ grasend mit Artgenossen auf einer Weide in der Nähe von Osnabrück und wandte sich sofort an die Familie, die noch ganz traurig war über den Verlust des kleinen Tieres, mit den Worten: „Das muss da doch wohl eure Lillifee sein“.
Großvater Willi T. fuhr zu der besagten Weide, erkannte sein Tier zweifelsfrei wieder und sprach mit dem „neuen“ Besitzer. Der habe das Pony Willi T. übergeben und nur gesagt, dass er das Pony auf dem Ponymarkt käuflich erworben habe. Die Polizei in Bohmte hat inzwischen die Ermittlungen aufgenommen. Wie von der Staatsanwaltschaft in Osnabrück mitgeteilt wird, gehe es um Unterschlagung und Hehlerei, die mit einer Geld- oder sogar mit einer Freiheitstrafe geahndet werden kann.
Als Willi T. mit dem Pony wenig später wieder nach Hause kam, sollte sich der Tipp des Tierfreunds als Volltreffer erweisen. Denn Stute und Fohlen haben sich sofort wiedererkannt. Auch „Pauline“ hat ihre „Lillifee“ sofort erkannt, und alte Fotos zeigen deutlich, dass es sich hier nur um das verschwundene Pony handeln kann.
Doch für die Behörden ist der Fall damit noch nicht abgeschlossen. Möglicherweise wird erst ein Haartest (DNA), der mit Kosten verbunden ist, die 100 Prozent Gewissheit bringen, ob das kleine Fohlen wirklich zum Muttertier “Lisa“ gehört.
Rückblende
Immer wieder lag die kleine Pauline (5) ihrem Großvater Willi T. mit einem Wunsch in den Ohren. Zu gerne hätte die kleine Pferdenärrin ein kleines eigenes Pony. Und Opa Willi wollte es mit Pauline nicht verderben, nahm sich den Wunsch seiner Enkelin zu Herzen und erwarb von einem Pferdezüchter eine trächtige Ponystute im Alter von sieben Jahren. Nach einer Tragzeit von elf Monaten brachte „Lisa“, auf diesen Namen hatte Pauline die Shetland-Stute getauft, ein gesundes Fohlen zur Welt.
Die kleine Pauline war überglücklich und hat mit dem kleinen Pony sofort Freundschaft geschlossen. Ein Bild für die Götter wenn Pauline auf dem Rücken der Shetland-Stute ein paar Runden drehte und klein „Lillifee“, auch hier war Pauline die Namensgeberin, dem Muttertier und der kleinen Reiterin nicht von der Seite wich. Nur wenige hundert Meter von den Stallungen entfernt, auf einer großen Weide, konnte sich klein Lillifee mit einem Stockmaß von 50 Zentimetern, nach Herzenslust zwischen zwei Artgenossen bewegen. Ein Paradies für Ponys.
Doch eines Tages brauten sich Gewitterwolken über dem Areal zusammen. Als Willi T. wie jeden Tag, bei den Ponys nach dem Rechten schauen wollte, da fehlte von dem kleinen Stutfohlen jede Spur. Unbekannte hatten das Fohlen in der Nacht einfach von der Weide gestohlen. So weit, so gut. Für die kleine Pauline brach eine Welt zusammen. Hatte sie das kleine Pony doch schon richtig lieb gewonnen. (Text und Fotos: Presse-Bild-Agentur Nokem Martin Kemper)