Gauner schocken und wollen viel Geld
Minden-Lübbecke -
Mit Schockanrufen hat ein bislang Unbekannter am Mittwoch versucht, von zwei Frauen in Minden und Bad Oeynhausen Geld zu ergaunern. Dabei gab sich ein russisch sprechender Mann als Rechtsanwalt aus. Er verlangte von den Angerufenen jeweils 15.000 Euro. Diese sollten angeblich dazu dienen die Operationskosten für ein verunfalltes Kind zu begleichen. In einem Fall ergaunerte er sich so mittels eines Boten 4.500 Euro.
Der erste Anruf ging am später Vormittag bei einer 49-jährigen Mindenerin ein. Zuerst war eine russisch sprechende Frau in der Leitung. Schnell übernahm ein angeblicher Anwalt das Gespräch. Er gab vor, die Tochter habe einen Autounfall verursacht, bei dem ein Kind überfahren worden sei. Die Tochter sei ebenfalls verletzt und könne sich nicht kümmern. Der Unbekannte forderte die 49-Jährige auf, ein Schriftstück zu fertigen, deren Inhalt er ihr diktierte. Als die Frau angab, nicht so ausreichend Geld zu besitzen, drohte der Anwalt mit
Gefängnis.
So verängstigt, bot die 49-Jährige 4.500 Euro an. Noch während des Gesprächs klingelte es an ihrer der Wohnungstür. Ein 20 bis 30 Jahre alter Mann nahm als Bote das Geld in Empfang. Bevor er - ohne überhaupt ein Wort gesprochen zu haben - verschwand, stellte er noch eine Quittung aus. Später flog der Schwindel auf.
Gegen Mittag erfolgte ein zweiter Schockanruf bei einer 88-jährigen Frau aus Bad Oeynhausen. Diese übergab das Gespräch aber an ihre zufällig anwesende Tochter. Der russisch sprechende Mann gab vor, ein Nachbar von ihr zu sein. Er habe einen Verkehrsunfall gebaut und sei zur Zeit im Krankenhaus und benötige ihre Hilfe.
Er übergab das Gespräch dann an den ebenfalls russisch sprechen vermeintlichen Anwalt. Dieser gab vor, dass infolge des Unfalls ein achtjähriges Kind schwer verletzt sei. Da das Kind keine Krankenversicherung besitze, benötige man für die Operation dringend 15.000 Euro. Die Anruferin wurde gebeten, für den Nachbarn in Vorkasse zu treten. Da sie dies verneinte, wurde die Forderung auf 1.000 Euro minimiert.
Auch damit erklärte sie sich nicht einverstanden, woraufhin der Betrüger auflegte. Einige Stunden später meldete sich der angebliche Anwalt erneut bei der Frau. Die Angerufenen hatten aber in der Zwischenzeit mit dem vermeintlich verunfallten Nachbarn Kontakt aufgenommen und ließ sich nicht in die Irre führen.
Die Masche mit den Schockanrufen ist der Polizei seit langer Zeit bekannt. Die Beamten nehmen diese beiden aktuellen Fälle erneut zum Anlass, davor zu warnen. Die Experten raten, sich auf keinerlei Gespräch einzulassen. Auf keinen Fall dürfe Geld übergeben werden.
Insbesondere ältere Menschen sind Ziel der Kriminellen. Die Betrüger nutzen dabei schamlos die Gutgläubigkeit ihrer Opfer aus. Wer solche Anrufe erhalte, sollte sofort die Polizei verständigen, so die Bitte der Beamten. (Text: Polizei)