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Fiktiv und doch Geschichte: „Klassentreffen der Verräter“

Espelkamp -

Musikalische Lesung von und mit Ulrich Blume am 30. Oktober 2018 in der Stadtbücherei Espelkamp
Ulrich Blume ist im Torgelower Rathaus für den Bereich Kultur und Presse verantwortlich, gleichzeitig aber auch Schriftsteller und Musiker.  

Besuch aus Espelkamps Partnerstadt Torgelow bekommt der Verein Forum – Bürgerhaus & Veranstaltungen. Zu Gast ist Ulrich Blume, der am

Dienstag, 30. Oktober 2018,
ab 19:30 Uhr
in der Stadtbücherei Espelkamp

die Geschichte von Paul Schering erzählen wird. Es ist seine eigene Geschichte; Ulrich Blume ist im Torgelower Rathaus für den Bereich Kultur und Presse verantwortlich, gleichzeitig aber auch Schriftsteller und Musiker.  

Paul Schering erlebt seine Kindheit in den 1970er Jahren im tiefsten Vorpommern der DDR und führt auf den ersten Blick ein eher ganz normales Leben. Eines Tages bekommt seine Familie unverhofften Besuch aus dem Westen. Daraus entwickelt sich eine Bekanntschaft, von der auch Paul und seine Freunde, die allesamt von Popmusik begeistert sind, profitieren. Durch ihn gelangen sie nun an Dinge, die in der DDR verboten sind. Erst viel später muss Paul feststellen, dass ihm dies zum bitteren Verhängnis geworden ist.

Er wird festgenommen und es folgen unerträgliche Verhöre und harte Zeiten in verschiedenen Gefängnissen, die sein ganzes Leben verändern sollten. Als Paul entlassen wird, gehen ihm die meisten seiner einstigen Freunde aus dem Weg.

Er verlässt seine Heimat, um nie wieder zurückzukehren. Als er sich allerdings nach 30 Jahren überreden lässt, zu einem Klassentreffen zu fahren, holt ihn seine Vergangenheit erneut ein. Denn was Paul dort erfahren muss, reißt ihm den Boden unter den Füßen weg und lässt ihn in seinen Grundfesten erschüttern.

Sein Roman „Klassentreffen der Verräter“ beschreibt zwar eine fiktive Geschichte, die aber dennoch für einige Leser Erinnerungen an die vergangene Zeit wiederkehren lässt. Ulrich Blume schafft es mit einem bildhaften und sehr besonderen Schreibstil, die Spannung der Geschichte um Paul Schering bis zum Schluss zu halten und auch seine Sicht auf die Zeit vor dem Mauerfall und die damit einhergehenden Ereignisse der deutschen Geschichte den jüngeren Leserinnen und Lesern näherzubringen. Dieses Buch sollte bei keinem Lesefreund im Regal fehlen.


Der Autor

Ulrich Blume wurde 1957 in Ueckermünde (Vorpommern) geboren, machte 1976 das Abitur und leistete danach seinen Wehrdienst bei der NVA ab. Im Anschluss arbeitete er im Kulturbereich, parallel begann er ein Fernstudium der Kulturwissenschaften. 1981 wurde er exmatrikuliert, weil er wegen eines Zollvergehens nach Rechtsprechung der DDR zu einer hohen Haftstrafe und Geldbuße verurteilt wurde. Nach seiner Haftentlassung war er in einem Gießereibetrieb tätig. Im Zuge der politischen Wende wechselte er zur Stadtverwaltung Torgelow, wo er als Sachgebietsleiter Kultur/Presse und Pressesprecher des Rathauses bis heute tätig ist.

1992 konnte Ulrich Blume Einsicht in seine Stasi-Akte nehmen und erfuhr, dass an ihm offenbar ein Exempel statuiert werden sollte. Sein Antrag auf Rehabilitierung und Haftentschädigung wurde in allen Punkten bewilligt. Seine Erinnerungen an diese Zeit bilden die Grundlage für den Roman „Klassentreffen der Verräter“.

Am 30. Oktober 2018 wird Ulrich Blume ab 19:30 Uhr in der Stadtbücherei Espelkamp die Geschichte von Paul Schering - seine Geschichte erzählen. Eine Geschichte, die schonungslos, unverfälscht und zugleich spannend und unterhaltsam die Machenschaften und Verbrechen des damaligen DDR-Staatssicherheitsapparates erklärt. Und natürlich geht es um Rockmusik in den 70ern … und da kann es dann, trotz des düsteren Themas, auch schon mal etwas bunter und verrückter werden.

Daher darf man sich auf eine recht ausgefallene musikalische Lesung freuen, denn der Autor versteht es auch, diese Zeit in weiten Teilen humorvoll und mit einem gewissen Augenzwinkern zu verarbeiten. Und so wird es nicht nur ein paar Songs aus der eigenen Feder, sondern auch Beispiele musikalischer „Kostbarkeiten“ aus den peinlichen 70ern geben, die vortrefflich zu den für heutige Verhältnisse teilweise unfassbaren Geschehnissen dieser Zeit passen.
(Text: Bernd Wlotkowski)