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Der Wildschwein-Mann ist eifersüchtig

Lübbbecke -

Mitten im Wiehengebirge buhlen jetzt in der Rauschzeit (Paarungszeit der Wildschweine) bis Januar prächtige Keiler um die Gunst der Bachen (weibliche Wildschweine).

Keiler sind Einzelgänger und suchen nur zur Paarungszeit den Kontakt zu den weiblichen Artgenossen. Wenn sich dann männliche Artgenossen in den Weg stellen, kommt es zu erbitterten Kämpfen, die manchmal für einen Nebenbuhler auch tödlich ausgehen können. Nur von wenigen Kennern der Wildschweinszene konnten Kämpfe von geschlechtsreifen Keilern hierzulande beobachtet werden. Unser Fotograf hatte großes Glück und konnte bei lausiger Kälte einen solchen Kampf im Bild festhalten.

Der Tipp kam vom Förster und brachte unseren Fotografen an eine Stelle, wo sich in dieser Zeit immer wieder Bachen und Keiler aufhalten sollten. Von sicherer Deckung aus konnte von hier das ganze Areal gut überblickt werden. Doch von Bachen und Keilern fehlte jede Spur. Und: Es wurde merklich kälter.

Doch letztlich wurde das lange Warten bei wenig freundlichen Temperaturen doch noch belohnt: Eine Bache kam zum Vorschein, und wenige Augenblicke später erschien ein kapitaler Keiler auf der Bildfläche. Die beiden schienen sich zu kennen. Während sich die Bache in einem so genannten Wurfkessel niederließ, beschäftigte sich der Keiler mit dem Ausbau der Wohnung und überprüfte immer wieder mit seiner scharfen Nase die Paarungsbereitschaft seiner Bache.

Plötzlich aber schreckte der Keiler hoch. Ein Artgenosse kam gefährlich nah an den Kessel und wollte die Bache wohl für sich gewinnen. Da hatte der Nebenbuhler aber die Rechnung ohne den Hausherrn gemacht. Es kam zum Kampf, der Nebenbuhler wurde in die Flucht geschlagen. Nach dem Kampf markierte der "Hausherr" erst einmal sein Revier. Er setzte Duftmarken, die es in sich haben, um Eindringlinge davon abzuhalten, sein Revier zu betreten.

Die Rauschzeit dauert bis zu einer Woche und länger. In dieser Zeit können Bachen mehrfach von starken Keilern beschlagen werden. Aber in diesem Fall wird wohl nur einer zum Zuge kommen. Es scheint so, dass sich hier ein Paar gefunden hat und in wenigen Wochen für Wildschweinnachwuchs sorgen wird. (Text und Fotos: Presse-Bild-Agentur Nokem Martin Kemper)