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Bewegender Abschied von Paul Gauselmann auf Schloss Benkhausen

Espelkamp -

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Blumenkränze prägten den Rahmen der Gedenkfeier.

Mehr als 600 geladene Gäste haben auf Schloss Benkhausen von Paul Gauselmann Abschied genommen. Neben Familienangehörigen, Freunden und Weggefährten waren zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft, der Branche sowie Vereinen und Verbänden anwesend, ebenso Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Merkur Group. Der geschmückte Innenhof mit Blumen, Kränzen, Trauerflaggen und Porträts von Paul Gauselmann bildete den Rahmen der Gedenkfeier. Damit auch die Belegschaft der Unternehmensgruppe die Feier verfolgen konnte, wurde sie per Live-Stream übertragen. Paul Gauselmann war am 21. August – kurz vor seinem 92. Geburtstag – verstorben. Er hatte die Merkur Group als Ein-Mann-Betrieb gegründet und in 67 Jahren an der Spitze zu einer international erfolgreichen Gruppe mit derzeit über 15.000 Beschäftigten entwickelt.

Die Rednerinnen und Redner würdigten Paul Gauselmanns unternehmerische Lebensleistung, sein gesellschaftliches Engagement und seine Wirkung auf viele Menschen. Sie erinnerten an seine Unterstützung für Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Feuerwehren und Vereine in der Region. Zugleich beschrieben sie ihn als Persönlichkeit, die zuhörte, andere ernst nahm, Impulse gab und ihr Umfeld prägte. So wurden unterschiedliche Facetten sichtbar: der Familienmensch, der Unternehmer, der politisch Handelnde, der Unterstützer der Region, der Tennispartner und der Doppelkopfspieler.

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Michael Gauselmann ließ die Anwesenden an sehr persönlichen Einblicken teilhaben.

Den Auftakt machte Michael Gauselmann. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Merkur Group gab persönliche Einblicke in die Beziehung zu seinem Vater. Er schilderte, wie Paul Gauselmann je nach Situation unterschiedliche Rollen einnahm – als Familienmensch ebenso wie als Unternehmer. Eine Lektion seines Vaters sei ihm besonders in Erinnerung geblieben: „Nur eine umgesetzte Idee ist auch eine gute Idee“, berichtete Michael Gauselmann. Er habe diesen Satz viele Jahre später häufig in Gesprächen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verwendet. „Nicht reden, sondern machen“, fasste Michael Gauselmann die Botschaft des Vaters an den Sohn zusammen.

Als einer der engsten Vertrauten Paul Gauselmanns moderierte Manfred Stoffers, stellvertretender Vorstandssprecher der Merkur Group, die Gedenkfeier. Er berichtete davon, wie er den Verstorbenen vor 42 Jahren kennengelernt hatte, führte durch die Zeremonie und stellte die Rednerinnen und Redner mit persönlichen Anekdoten vor.

Lars Felderhoff ordnete Paul Gauselmanns unternehmerische Leistung ein. Der Vorstandssprecher der Merkur Group erklärte, dass es das Unternehmen ohne dessen Mut, Einsatz und Beharrlichkeit nicht geben würde, und würdigte ihn als „genialen Tüftler, Visionär und Gestalter“. Auch seine Energie und Rastlosigkeit hob er hervor: „Stillstand war keine Option.“ Gleichzeitig betonte Felderhoff, dass der Erfolg von „PG“, wie er anerkennend und respektvoll genannt wurde, sich nicht nur an Zahlen ablesen lasse, sondern „auch in den Menschen, die er geprägt hat“.

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Neben der Familie waren auch zahlreiche Weggefährten aus den Bereichen Politik, Wirtschaft sowie der Automatenbranche unter den Anwesenden.

Paul Gauselmann war auch ein politisch interessierter und meinungsstarker Mensch, der den Austausch suchte. Für Manfred Stoffers war er ein „Kämpfer für die Freiheit“, und Hermann Otto Solms, früherer Bundestagsvizepräsident und langjähriges FDP-Bundestagsmitglied, berichtete von einem jahrzehntelangen Austausch und gegenseitiger Sympathie. „Paul Gauselmann wollte die Branche immer aus der Grauzone herausholen“, so der FDP-Ehrenvorsitzende. Die Verdienste für die Branche hob auch Georg Stecker, Vorstandssprecher Deutsche Automatenwirtschaft, hervor. „Niemand hat so viel für die Branche erreicht“, betonte Stecker. „Er war ein Technik-Begeisterter und absoluter Macher.“

Die Anteilnahme der Landesregierung Nordrhein-Westfalen überbrachte Anna Katharina Bölling, Regierungspräsidentin des Regierungsbezirks Detmold: „Nordrhein-Westfalen hat einen visionären Unternehmer verloren.“ Es habe kaum ein Krankenhaus, eine Schule, Kita oder einen Verein in der Region gegeben, der nicht von seiner Großzügigkeit profitiert habe. Die Treffen mit dem Unternehmer seien für sie immer etwas Besonderes gewesen. „Er war nicht nur ein guter Redner, sondern auch ein guter Zuhörer. Das ist nicht vielen gegeben.“

Ali Dogan, Landrat des Kreises Minden-Lübbecke, hob ebenfalls Paul Gauselmanns Engagement für die Allgemeinheit hervor. „Paul Gauselmann war eine echte Säule der Gesellschaft.“ Besonders die Mühlenkreiskliniken erhielten wiederholt finanzielle Unterstützung. Die Heimatverbundenheit des Verstorbenen betonten auch Espelkamps Bürgermeister Dr. Henning Vieker sowie Lübbeckes Bürgermeister Philipp Knappmeyer. Paul Gauselmann war Ehrenbürger beider Städte und hatte Espelkamp noch zu Lebzeiten mit einer Spende über 8,7 Millionen Euro und Lübbecke mit einer Zuwendung über fünf Millionen Euro bedacht. Beide Bürgermeister hoben hervor, dass sich Paul Gauselmann stets als Teil der Gemeinschaft verstand und selbstverständlich den Wochenmarkt oder andere Stadtfeste besuchte.

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Rund 600 geladene Gäste nahmen auf Schloss Benkhausen an der Gedenkfeier für Paul Gauselmann teil.

Als Teil einer Gemeinschaft hatten auch Erhard Schiffner und Arthur Plate den Verstorbenen erlebt. Erhard Schiffner, Mannschaftsführer der Herren 75 vom TV Espelkamp-Mittwald, zu dessen Team auch Paul Gauselmann gehörte, berichtete von seiner Tennisleidenschaft und seinem Teamgeist. Solange es ihm möglich war, stand Paul Gauselmann regelmäßig auf dem Tennisplatz und verbrachte Zeit mit seinen Teamkameraden. Diese Verbundenheit schilderte auch Arthur Plate, der Paul Gauselmann einmal im Monat im Rahmen seiner Doppelkopfrunden erlebte. „Sein Terminkalender wurde immer unter Berücksichtigung von Tennis und Doppelkopf erstellt“, schilderte Plate. „Und so entstanden echte Freundschaften.“

Diese private Facette Paul Gauselmanns zeigte, dass neben Arbeitsethos und Ehrgeiz auch die Freude am Spiel einen festen Platz in seinem Leben hatte. Oder wie es Manfred Stoffers formulierte: „Paul Gauselmann war nicht nur ein großer Spielemacher, sondern auch selbst ein begeisterter Spieler.“

Quelle und Fotos: MERKUR.COM