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Bagger können kommen: Bauantrag „Westertor“ genehmigt

Lübbecke -

Parkhaus Lübbecke west

Eingepackt in ein grünes Netz erinnert das Parkhaus West am Lübbecker Busbahnhof ein bisschen an ein Kunstobjekt des legendären Christo. Wobei: Selbst „bisschen“ ist noch deutlich zu hoch gegriffen. Denn es soll nicht verschönern, sondern verhindern, dass sich dort Tiere eine Behausung suchen, was letztlich sogar zu Problemen beim geplanten Abriss des Gebäudes hätte führen können. Doch die Zeiten vom „Parkhaus im Netz“ nähern sich rapide dem Ende, ebenso wie die Zeit der „Deerberg-Ruine“ am westlichen Ende der Langen Straße. Dann auf diese Nachricht haben viele Lübbecker schon lange gewartet, wie der in den sozialen Medien immer wieder gestellten Frage zu entnehmen war: „Wann geht es denn endlich los mit dem Bauprojekt Westertor?“

Die Antwort bleibt zwar mit „Bald“ auch noch etwas vage. Fest aber steht: Der vom Westertor-Investor Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH (HBB) eingereichte Bauantrag ist von der Stadt Lübbecke nach intensiver Prüfung nun genehmigt worden. Das bestätigte der Pressesprecher der Stadt Lübbecke, Andreas Püfke, auf Anfrage von HALLO LÜBBECKE. Der entsprechende Satzungsbeschluss mit dem sperrigen Begriff „Bebauungsplan Nr. 1/28/172 Westertor“ ist im Amtsblatt für den Kreis Minden-Lübbecke am 30. Juni 2020 veröffentlich worden.

Wann genau die Bagger anrollen werden, konnte Püfke jedoch nicht sagen. „Das liegt nun in der Hand des Bauherrn, der vermutlich unsere Genehmigung auch noch prüfen wird. Und dann kommt es darauf an, wie schnell die Baufirmen sind...“ Mit der Hoffnung, dass es bald losgeht, weiß sich Lübbeckes Bürgermeister Frank Haberbosch durchaus nicht allein auf weiter Flur: „Wir sind sehr froh, dass wir eine weitere wichtige Etappe auf dem Weg zum Westertor jetzt geschafft haben und freuen uns, wenn die Bauarbeiten bald starten.“

Mit dieser Baugenehmigung endet eine mehr als zehnjährige Hängepartie, während der in Lübbecke versucht wurde, den desolaten westlichen Teil der Fußgängerzone Lange Straße zur reanimieren. Denn nachdem schon Jahre zuvor das traditionsreiche Kaufhaus Deerberg geschlossen hatte, endete am 31. März 2011 auch die Zeit für den Nachfolger CEKA in den Deerberg-Räumen. Von einem Schuhgeschäft und einer Weiterbildungseinrichtung abgesehen stand es leer und verfiel immer mehr: marode Fassade, beschmierte Schaufenster und ein ungepflegtes Umfeld waren und sind nicht das, was Besucher in und von der Wiehengebirgsstadt an dieser Stelle erwarten. Versuche anderer Investoren, hier eine Lösung zu finden, scheiterten – bis die Stadt Lübbecke mit HBB einen kompetenten und erfahrenen Partner fand, der Einzelhandelsobjekte bundesweit realisiert hat – und ein solch ehrgeiziges Projekt nun auch in Lübbecke realisieren will.

Bis Ende 2021 soll nach den Plänen des Düsseldorfer Büros „RKW Architektur +“ auf dem Areal von Deerberg und Parkhaus West ein attraktiver, in das Stadtbild eingepasster Baukörper mit rund 5.500 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen.