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IHK: Corona befördert Trend zur Nebenerwerbsgründung

Minden-Lübbecke -

IHK-Nebenerwerbserhebung
Die Grafik "Gründer/innen im Kreis Minden-Lübbecke im 1. Halbjahr 2020" von IHK-zugehörigen Unternehmen zeigt den Anteil Frauen / Männer, die Altersgruppe mit den meisten Gründungen, den Gründungsschwerpunkt Nebenerwerb sowie den Gründungsschwerpunkt Branchen. Grafik: IHK-Zweigestelle Minden

Eine Existenzgründung im Nebenerwerb wird auch im Kreis Minden-Lübbecke seit Jahren immer beliebter. Der ungebrochene Trend zur Teilzeitgründung wird insbesondere im ersten Halbjahr 2020 beschleunigt, teilt die Mindener Zweigstelle der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) mit. Die Corona-Pandemie scheint eine Ursache dafür zu sein.

„Gerade in dieser unsicheren Zeit sinkt der Mut, mit einer Vollerwerbsgründung das Risiko des Scheiterns einzugehen“, erläutert IHK-Gründungsberaterin Nadine Obersundermeyer. Eine offenbar geringere Investitionsbereitschaft sowie eine sinkende Kaufkraft der Kunden hemmen den Schritt in die Selbstständigkeit zusätzlich. Die Lösung scheint eine Gründung im Nebenerwerb zu sein. So kann die Idee am Markt getestet und neben einem festen Einkommen ein zweites Standbein aufgebaut werden.

Im ersten Halbjahr 2020 haben 71,2 Prozent der Frauen ein Unternehmen im Nebenerwerb gegründet (158 von insgesamt 222 Gründerinnen), im ersten Halbjahr 2019 waren es nur 63,5 Prozent (190 von 299 Gründerinnen). Auch bei Männern steigt der prozentuale Anteil von Nebenerwerbsgründen von 55,8 Prozent (281 von 504 Gründern) im ersten Halbjahr 2019 auf 63 Prozent (305 von 484 Gründern) im ersten Halbjahr 2020. Attraktiv scheint dabei die Gründung eines Onlinehandels sowie Tätigkeiten im Bereich der sonstigen Dienstleistungen zu sein.

Den Schritt in die Selbständigkeit wagten im ersten Halbjahr 2020 zunehmend jüngere Gründerinnen und Gründer im Alter zwischen 25 und 34 Jahren. Im Vergleichszeitraum 2019 waren Gründungswillige vornehmlich zwischen 30 und 44 Jahre alt. Wobei Frauen grundsätzlich etwas älter zum Zeitpunkt der Gründung sind.

Insgesamt waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Gründungsgeschehen im Mai 2020 am stärksten. In diesem Monat wurden in Minden-Lübbecke 45,1 Prozent (Mai 2020: 90 Unternehmensgründungen; Mai 2019: 164 Unternehmensgründungen) weniger Unternehmen gegründet als im Mai ein Jahr zuvor. Im darauffolgenden Monat Juni dieses Jahres betrug der Rückgang von Unternehmensgründungen nur sechs Prozent (Juni 2020: 124 Unternehmensgründungen; Juni 2019: 132 Unternehmensgründungen) im Vergleich zum Juni 2019.

Positiv entwickelte sich das Wachstum im Kreis Minden-Lübbecke darüber hinaus bei Unternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind. So wurden 174 Unternehmen im ersten Halbjahr 2020 in das Handelsregister eingetragen. Dem gegenüber standen 94 Austragungen. Somit ergibt sich ein Unternehmenszuwachs von 80 Handelsregisterunternehmen im ersten Halbjahr 2020.
(Text: Karl-Ernst Hunting – IHK-Zweigstelle Minden)

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