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Kleiner Haufen - großes Problem

Waldi (Name geändert) trabt munter neben seinem Herrchen her, schnuppert hier und da, macht Halt um Artgenossen wedelnd zu begrüßen oder um sein Revier zu markieren. Dafür bieten sich Laternenpfähle, Bäume und Hausecken an. Das große Geschäft aber hinterlässt der Vierbeiner auf einem Gehweg in der Langen Straße, wenig dezent mitten in der Spur der Fußgänger. Herrchen tut so, als sei nichts geschehen - wahrscheinlich hat es auch keiner gesehen – und Hund und Herrchen sind flugs darauf in einer Seitenstraße verschwunden. Waldis Geschäft aber bleibt auf dem Gehweg liegen - sehr zum Unmut vieler Bürger.

Es ärgern sich jedoch nicht nur die Nichthundehalter, sondern auch jene Hundehalter, die die Hinterlassenschaften ihres Hundes pflichtgemäß entfernen. Denn nach einer Ordnungsbehördlichen Verordnung der Stadt Lübbecke ist ein jeder Hundehalter dazu verpflichtet, die durch sein Tier verursachten Verunreinigungen unverzüglich und schadlos zu beseitigen. Tut er dies nicht , so kann dies mit einem Bußgeld geahndet werden. Das Zahlen der Hundesteuer entbindet den Hundebesitzer - entgegen landläufiger Meinung - nicht von der Pflicht zur Entsorgung der Hinterlassenschaften seines Vierbeiners!

„Tretminen“ auf dem Gehweg, auf Grünflächen, in Vorgärten und auf Kinderspielplätzen verschlechtern aber nicht nur das Stadtbild und verärgern die Bürger – Hundekot kann daneben auch ein Risiko für die Gesundheit von Mensch und Tier darstellen. So können Hunde bestimmte Parasiten auf den Menschen übertragen. Das gilt für Haken- und Spulwürmer ebenso wie für Bandwürmer und Giardien (einzellige Geißeltierchen).

Besonders gefährdet sind Kleinkinder, die unachtsam in den Hundekot plumpsen oder die das Objekt mit den Fingern untersuchen wollen. Und wenn wir mit unseren Schuhen in einen Hundehaufen treten, dann finden die Erreger auch Eintritt in unsere Wohnung.

Besonders „appetitlich“ wird es, wenn Fliegen sich an Waldis Haufen gütlich tun und dann als nächsten Anflugpunkt den Erdbeerkuchen bei einem der Gäste in einem der städtischen Cafés ansteuern.

Aber auch für den eigenen Hund geht von jedem fremden Haufen ein gewisses Gesundheitsrisiko aus: Vielleicht war der "Verursacher" krank und der eigene Hund kann sich anstecken. Das Infektionsrisiko, das von Hundekot ausgeht ist nicht zu vernachlässigen, wie eine Vereinigung von Veterinärparasitologen (ESCCAP) herausfand. Sie geht davon aus, dass im Durchschnitt drei Prozent aller Hunde mit Spulwürmern infiziert ist.

An einem Rechenbeispiel mit Berlin heißt das folgendes:

Es fallen täglich 55 Tonnen Hundekot in Berlin an.  Drei Prozent davon sind mit Spulwurmeiern infiziert, also werden täglich 1.650 kg an belastetem Hundekot (also fast Sondermüll) abgesetzt!

Nicht jeder Hundehaufen ist infektiös, weil nicht jeder Hund mit Würmern oder Darmeinzellern infiziert ist und diese ausscheidet.  Aber jeder Hundehaufen auf demGehweg, auf Kinderspielplätzen und Grünflächen ist ekelerregend und unästhetisch.

Wohin nun mit dem Schiet?

Eines ist sicher: Auf den Gehweg oder in den Vorgarten gehört Hundekot nicht. Die Hinterlassenschaft der Vierbeiner muss selbstverständlich in die Tüte! Für Hundehalter macht es keine Mühe, immer eine Plastiktüte dabei zu haben, um den Kot zu entsorgen. Die gefüllten Beutel dürfen über die öffentlichen Müllbehälter oder den Hausmüll entsorgt werden. Der Beutel mit dem Hundekot sollte auf keinen Fall ins nächste Gebüsch geworfen werden, denn Plastik verrottet nicht!

Damit die Hundehalter ihrer Pflicht zur Entsorgung der festen Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners leichter nachkommen können, haben wir an unserer Tierarztpraxis Teske & Lang, Osnabrücker Straße 11 in der Nähe des westlichen Eingangs zur Lübbecker Fußgängerzone eine Hundetoilette mit Abfallbehälter und Kotbeutelspender aufgestellt.

Hundehalter tragen nicht nur Verantwortung für eine artgerechte Haltung ihrer Tiere, sondern auch gegenüber ihren Mitmenschen. Und diese danken es dem Halter und seinem Hund mit Sympathie und Toleranz.

In diesem Sinne machen Sie, liebe Hundehalter, bitte Gebrauch von der Hundetoilette. (Text: Andrea Lang)