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Keine Angst, der tut nichts. Oder?

Keine Angst, der tut nichts! Das oder Ähnliches dürften die meisten Spaziergänger schon mal von Hundehaltern gehört haben, deren Vierbeiner leinenfrei durch Wald und Feld – und dann auch auf entgegen kommende Passanten – zu lief. Aber stimmt das? In aller Regel ja. Aber wenn des Menschen treuer Begleiter dann doch einmal zugeschnappt hat, ist das Vertrauen in diesen Spruch dahin.

Welch tiefgreifende Einschnitte eine Hundeattacke im Leben eines Menschen hinterlässt – und wie man sie wieder beseitigen kann –, zeigt der Fall einer 22 Jahre alten Mindenerin. Sie wurde 2005 im Alter von 14 Jahren von zwei Berner Sennenhunden gebissen - in die Hüfte und in die Taille.

Und so schildert sie das Geschehen von damals: „Mein Glück war, dass mich die Hunde an eine Wand gedrückt haben, sonst hätten sie mich wahrscheinlich auch in Gesicht und Hals gebissen.

Ich habe die Hunde weder geärgert noch provoziert, meiner Meinung nach lag es an der mangelnden Erziehung! Denn in ihrem weiteren Leben haben sie Schafe gerissen und ein spielendes Kleinkind in Nacken, Rücken und Po gebissen. Für mich war es eine "seelische Erleichterung", als ich gehört habe, dass die beiden Hunden mittlerweile nicht mehr leben.

Seitdem, also seit acht Jahren, habe ich panische Angst vor fremden Hunden! Wenn ich die Hunde kenne bzw. kennenlerne, komme ich "relativ" gut mit ihnen aus. Was mir bei ihnen noch Angst bereitet, ist, wenn ich ihnen den Rücken zudrehe oder sie zu wild toben.

Ich gehe seitdem nicht mehr alleine spazieren (ungern auch mit weiteren Personen), fahre kein Fahrrad, laufe keine Inliner, nur aus Angst, dass ich einem Hund ohne Leine begegnen könnte. Meine Oma wohnt nur zwei Straßen entfernt. Aber da es bei uns im Dorf viele Hunde gibt, traue ich mich nicht, sie zu Fuß besuchen. Die kleinsten Strecken erledige ich mit Auto.

Für mich ist es immer wieder schlimm, wenn Leute kein Verständnis zeigen und sagen "Der tut nix!" Dies war der Satz, den ich mir den Abend vor der Attacke von der Besitzerin anhören durfte. Sie hielt mir einen Vortrag, wie kinder- und familienfreundlich doch Berner Sennenhunde seien….

Hier ein paar Beispiele meiner Panikattacken:

Bei einer Grill-Feier von Bekannten hielt ich mich aus Angst vor zwei kleinen Hunden den ganzen Tag alleine im Haus der Bekannten auf. Die Hundebesitzer wollten ihre Hunde nicht anbinden oder ähnliches und ließen sie wie wild durch den Garten flitzen. Ich habe auch überhaupt nichts dagegen, denn die Hunde können ja nichts dafür, dass ich Angst haben und sollen auch gerne ihren Freilauf haben.

Aber ich habe das Problem, dass ich dann am ganzen Körper zu zittern und zu schwitzen beginne, mir wird eiskalt, mir schießen die Tränen in die Augen und ich habe das Gefühl, dass ich jeden Moment umkippe.

Ich mache zur Zeit eine Aubildung zur Verwaltungsfachangestellten. Als ich dabei mit einem Kollegen aus der Vollstreckung einen Hof betratt und mir ein kleiner Hund bellend entgegen kam, bekam ich Panik. Der Hund hat dies sofort gemerkt und hat sich für meinen Kollegen nicht mehr interessiert. Er fletschte die Zähne und knurrte mich an. Dass ich meinem Kollegen nicht auf die Schultern gesprungen bin, war alles. Hört sich jetzt lustig an, aber für mich war es absolut schrecklich, für den Tag war ich durch!

Kürzlich war ich in Hamburg auf einer Konfirmation. Nach der Kirche ging es zu Kaffee und Kuchen zu den Gastgebern nach Hause. Mir war bekannt, dass sie einen Hund haben. Doch leider war es mir zu doof, darum zu bitten, den Hund wegzusperren. Als wir ins Haus kamen, bellte er wie verrückt (verständlicherweise). Nachdem ich an ihm vorbeihuschen konnte, habe ich gedacht, dass ich es aushalten würde. Der Hund ging in Ruhe seine Runden durchs Haus, kann ich verstehen, es waren viele fremde Leute da.

Auf einmal (der Hund war nicht einmal in der Nähe) habe ich richtige Panik bekommen, mit war kotzübel, eiskalt, ich habe geschwitzt und gezittert, mir schossen die Tränen in die Augen. Meine Tante hat dies mitbekommen und ist gleich mit mir raus gegangen, ohne das jemand meine Panik großartig mitbekommen hat. Draußen zeigte sie mir ein paar Tricks, um mich abzulenken. Ihr war nie bewusst, dass ich wirklich so eine Angst habe. Als sie zu mir sagte, dass ich mich durch die Angst total einschränke (nicht spazieren gehe etc.) und mich fragte, was ich denn machen will, wenn ich ein Kind habe, und ob ich dann nicht mal mit ‘ner Kinderkarre raus will etc., wurde mir erst richtig bewusst, wie mich meine Panik einschränkt.

Ich habe nie groß drüber nach gedacht. Ich geh nicht raus und fertig, so war mein Gedanke. Aber dass ich einen großen Teil an Lebensqualität dadurch verliere, hat mir meine Tante erst richtig bewusst gemacht! Sie meinte zu mir, dass ich unbedingt Hilfe brauche! Ich kann ja nicht mein Leben in Autos und Gebäuden verbringen.

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Fälle wie diese sind nicht selten, weiß Gabriele Voigt-Papke, Inhaberin der Beratungspraxis „competo ...mehr Freude am Hund“; sie hat schon viele Menschen von ihrer Angst und Phobie befreien können. Den eines können auch gut gemeinte Worte nach der Erfahrung der ausgebildeten Therapiebegleithundeführerin und Dogslumber-Wellnesstherapeutin leider nicht: Einem Menschen die Angst vor einem Hund nehmen. Die Ursachen dafür sind nämlich vielfältig und entsprechend nicht mit wenigen Worten aus der Welt zu schaffen. Hunde gehören jedoch in vielen Familien zum Alltag, laufen frei auf der Straße herum oder werden an der Leine durch die Stadt geführt. Jede dieser Situationen ist eine potentielle Stresssituation für einen verängstigten Menschen und schränkt alle Beteiligten in Ihrer Lebensqualität mehr oder weniger ein.

In ihrer langen Beratungspraxis gab es auch einige Härtefälle, die Gabriele Voigt-Papke hier schildert:

Eine Mutter ließ ihr vierjähriges Kleinkind nicht mehr in den Garten, weil sie Angst hatte, dass die Nachbarhunde über die Mauer kommen und das Kind töten. Das Kind hatte bereits auch massive Angst vor Hunden. Ich habe die Frau langsam an meine Therapiehunde gewöhnt und habe dann einen Hausbesuch bei den Nachbarhunden gemacht: einem Labrador, lammfromm und einem ausgebildeten Polizeihund in Rente. Nachdem die Mutter sich überzeugt hatte, dass von den Hunden keine Gefahr droht und sie nun auch weiß, wie sie Hunde einzuschätzen und mit ihnen umzugehen hat, ist alles ok.

Ein zwölfjähriger Junge, dessen Onkel hat zwei Labradore und dessen Freunde alle einen Hund haben, traute sich nirgendwo hin. Ursache war die Mutter, die selbst Angst vor Hunden hat und der Meinung ist, Hunde sind dreckig. Nach Ende der Behandlung möchte der Jungen unbedingt einen eigenen Hund.

"competo ...mehr Freude am Hund" vermittelt auf eine sanfte und behutsame Art zwischen Ihnen und den beiden Therapiehunden Ida und Grace. In einzelnen Sitzungen werden Sie mit den beiden Hunden vertraut gemacht, lernen, positive und negative Signale zu unterscheiden und entsprechend zu handeln. Nach und nach wird ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, das in weiteren Schritten auf Besuchshunde übertragen wird. Auch der Besuch einer Hundeschule und damit die Konfrontation mit fremden Hunden kann nach Absprache Bestandteil des Trainings sein. Gleichzeitig werden Sie im sicheren Umgang mit dem Hund geschult, lernen Grundkommandos, üben sich im Kontakt mit freilaufenden Hunden auf Spaziergängen oder geführten Hunden im Rahmen eines Loungen- oder Agilitätstrainings.

Die positive Erfahrung mit einem Hund kann prägend sein – auch im Umgang mit anderen Tieren. Nähe aufbauen, sich beschützt fühlen, einen verlässlichen Freund haben – die Partnerschaft mit einem Hund ist ein hoch emotionales Thema. Nutzen Sie diese individuelle Trainingsmöglichkeit und machen Sie das Leben somit ein Stückchen lebenswerter. Sie haben konkrete Fragen? Rufen Sie mich gerne unter Telefon 0160-8076434 an oder lassen Sie uns in einem persönlichen Gespräch Ihren Bedarf klären.

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