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Blutegel: Zum Tierarzt kommt er mit Kurier

Er wird bis zu 15 Zentimeter lang und etwa 30 Jahr alt - und bei seinem Anblick schütteln sich die meisten Menschen. Die Rede ist von "Hirudo medicinalis", dem medizinischen Blutegel. Wenn er also per Kurier kommt, dann nicht etwa, weil er krank ist und dringend Hilfe braucht. Nein: "Gestatten, ich bin der neue Assistent, Hirudo medicinalis - der medizinische Blutegel."
Den meisten Menschen wird beim Anblick eines Blutegels ein Schauer über den Rücken laufen, denn die glitschigen Egel sind nun einmal ein wenig eklig. Dass die bräunlichen Verwandten des Regenwurms, deren Name sich vom griechischen Wort für "kleine Schlange" ableitet, aber auch heilende Wirkungen haben, wissen die Wenigsten.
Natürlich beißen Blutegel nicht aus reiner Nächstenliebe zu! Egel sind Schmarotzer, die sich vom Blut ihres warmblütigen Wirtes ernähren. Die Stoffe in ihrem Speichel sorgen in erster Linie dafür, dass sie möglichst lange und vom Wirt unentdeckt saugen können.

Er wird bis zu 15 Zentimeter lang und etwa 30 Jahr alt - und bei seinem Anblick schütteln sich die meisten Menschen. Die Rede ist von "Hirudo medicinalis", dem medizinischen Blutegel.Die heilende Wirkung, die Blutegel entfalten, ist nur ein Nebeneffekt, den man für ihren therapeutischen Einsatz in der Tiermedizin (aber auch in der Humanmedizin) ausnutzt. Im Zentrum ihrer Heilwirkung steht der Blutegelspeichel, der während des Saugaktes in die Wunde abgesondert wird. Dieser enthält eine Vielzahl an Wirkstoffen, die u.a. die Blutgerinnung hemmen, Entzündungen und Schmerzen lindern, antibiotisch wirken und die Durchblutung fördern und so den Wurm zu einer schwimmenden Apotheke machen. Deshalb wird der Schmarotzer im Dienste der Medizin zum Arzneimittel und sein Wirt zum Patienten, der von ihm profitiert.
Außerdem bewirken Blutegel einen kleinen Aderlass: sie entziehen dem Wirt/Patienten Blut und andere Sekrete während des Saugaktes und während der Zeit, in der die Bisswunde etwas nachblutet.
Aufgrund ihrer Doppelwirkung können Blutegel vierbeinigen Patienten bei einer Vielzahl von Beschwerden helfen. Zu nennen sind Erkrankungen wie Dackellähme, Hüft- und Ellenbogendysplasie, Spondylose, "Rückenschmerzen", Gelenkserkrankungen/Arthrosen und Cauda-equina-Syndrom, bei denen die Egel vor allem Schmerzen lindern. Außerdem können sie bei schlecht heilende Wunden, Leckekzeme, Blutergüsse, "Blutohr", Abszesse, Phlegmonen oder Narbenstörfeldern zum Einsatz kommen.
Natürlich sind Blutegel keine Allheilmittel, aber in der Hand eines Tierarztes sind sie eine wertvolle und nebenwirkungsarme Ergänzung der Schulmedizin. (Text: Tierärztin Andrea Lang)

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