• Lübbecke
  • Espelkamp
  • Rahden
  • Pr. Oldendorf
  • Hüllhorst
  • Stemwede

»Santiano« lässt die Winnetou-Bühne beben

Hier klicken und einen Konzert-Ausschnitt auf dem HALLO-LÜBBECKE-YouTube-Kanal sehen

Santiago-Konzert

Da, wo sich im Sommer Winnetou, Old Shatterhand & Co. tummeln, fühlen sich auch andere Künstler wohl. Comedians, Sänger, Bands – sie alle freuen sich auf ihre Gastspiele auf der Freilichtbühne in Bad Segeberg. Kein Wunder also, dass die Tickets weggehen wie die sprichwörtlichen »warmen Semmeln«, wenn »Santiano« zum Konzert bittet. Und weil der Run auf die Karten so groß ist, gastieren die singenden Jungs aus dem nördlichen Schleswig-Holstein am vorletzten Maiwochenende gleich zweimal am Kalkberg. Und beide Male vor nahezu ausverkauftem Haus. 

Die Band – erst 2011 gegründet und damit noch gar nicht so »alt« – hat längst Fans in der gesamten Republik, weshalb man auf den gut erreichbaren Parkplätzen etwas außerhalb der Kreisstadt Bad Segeberg auch Pkw aus dem Ruhrgebiet und OWL findet. Wer mit dem Auto anreist, sollte spätestens zwei Stunden vor Konzertbeginn da sein. Denn von den Außenparkplätzen – im Stadtinnern sind sie rar und Verstöße werden schnell mit Knöllchen geahndet – ist es bis zur Freilichtbühne noch ein Fußmarsch von rund 20 Minuten. 

Santiano-konzert

Wir haben Glück: Nach einem sonnigen Tag am Plöner See genießen wir den Gang zur Arena in einer endlosen Reihe von Santiano-Fans. Essen, Trinken, Toilette – alles hier ist auf größere Besucherströme eingerichtet, egal, ob es sich um Winnetou handelt oder Events anderer Art. 

»Santiano« ist auf der Freilichtbühne im Talkessel unterhalb des Kalkberges quasi Dauergast. Und so braucht es auf die Sekunde pünktlich um 19 Uhr nur die ersten Akkorde von »Sail away, könnt ihr mich hören«, und rund 9000 Fans sind bereit für die große Party. Wer bis dahin glaubte, dass Shantys nur etwas ist für schunkelnde Alt-Herren-Chöre, der hat »Santiano« noch nicht gehört bzw. erlebt. Zwar sind die »Santianoraner« selbst teilweise in schon fortgeschrittenem Alter. Was aber nicht heißt, dass nur »graue Panter« zu ihren Konzerten pilgern. Altersmäßig ganz gemischt ist das Publikum, das sich von den Musikern mit reicher künstlerischer Vergangenheit schnell mitreißen lässt, mitklascht, textsicher mitsingt. Und begeistert die Nachricht aufnimmt, dass »wir am 22. Mai 2020 wieder hier am Kalkberg sind«, wie »Timsen« Hinrichsen und Björn Both unter dem Beifall der Zuschauer verkünden.

Hier klicken und einen Konzert-Ausschnitt auf dem HALLO-LÜBBECKE-YouTube-Kanal sehen

Bildergalerie

»Santiano« hat einen vergleichsweise steilen Aufstieg hingelegt und sich seit 2011 einen festen Platz im deutschen Musikmarkt erobert. Ihren Stil ins Genre Volksmusik einzusortieren, macht es zu einfach. Shantys – gerockt – keine Frage, das hat was, da geht die Post ab. Traditionelle Volkslieder, Schlager, Irish-Folk, Rock, Pop, Seemannslieder, Blue Grass, Country: Die Mixtur ist schon ungewöhnlich, aber genau das macht offensichtlich auch die Beliebtheit und den Erfolg der Band aus. Damit hat sie schon in Wacken begeistert. Und wenn Peter David Sage mit seiner Geige durchstartet, dann wird die Kalkberg-Bühne mit Irish-Folk zum Pub in Dublin oder mit Blue Grass bzw. Country zu den weiten Graslandschaften im amerikanischen Westen. 

Schwarzes Outfit, ein bisschen Licht, Video-Sequenzen und hin und wieder ein wenig Pyrotechnik: »Santiano« begeistert mit Musik; überbordende Showeffekte: Fehlanzeige. Die Band bedankt sich nach genau 90 Minuten artig beim Publikum, das von diesem überraschenden Ende völlig überrascht wirkt. Aber die Musiker wissen, was sich gehört und legen nochmal 30 Minuten drauf, spielen weiter Songs aus ihrem aktuellen Album »Im Auge des Sturms« und auch aus Vorgängeralben. Und haben außerdem eine wichtige Botschaft für den 9000-Mann-Chor auf den Rängen: »Wir singen von der Freiheit der Meere. Aber auch Europa ist Freiheit. Europa ist nicht perfekt, aber für unsere Freiheit hier lohnt es sich einzutreten und zu kämpfen. Und zur Wahl zu gehen!« Der Beifallssturm zeigt, dass der Appell ankommt zum Schlusssong »Hoch im Norden weht ein rauer Wind«.
(Text und alle Foto: www.hallo-luebbecke.de)

Kurznachrichten

Anzeige
Werbe-Button Corona - Bleiben Sie gesund!

Service

Social