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Prag: Gesamtkunstwerk aus Kunst und Kultur

Irgendwie hatten wir bislang osteuropäische Hauptstädte – mit Ausnahme Ungarns Budapest als Metropolenziel im Rahmen von Besuchen der Lübbecker Partnerstadt Tiszakécske – überhaupt nicht auf dem „Städtetrip-Schirm“. Ein grober Fehler, wie wir nach einem Wochenendbesuch in Prag zugeben müssen. 

Metropolen machen bekanntlich nur Spaß bei gutem Wetter. Unser passte: Bis auf einen kurzen, aber heftigen Schauer konnten wir das „Gesamtkunstwerk Prag“ zu Fuß erleben. Denn als solches präsentiert sich die Hauptstadt der tschechischen Republik den jährlich Millionen Besuchern. 

Hat man sich erst einmal orientiert zwischen Hotelstandort – am besten ein Haus nahe der Altstadt –, dem Altstädter Ring, Hradschin, Karlsbrücke und Wenzelsplatz, kommt man aus dem Staunen und Fotografieren gar nicht mehr raus. Wer Freiluftmuseen nicht mag, ist hier verkehrt; wer aber pulsierendes Leben quasi in einem Freiluftmuseum liebt, ist hier genau richtig.

Wunderbar erhaltene bzw. restaurierte Bauwerke und ein schier unendlicher Reichtum an sakralen Kunstwerken in geradezu verschwenderisch ausgestatteten Kirchen beeindrucken nachhaltig. Wer gut zu Fuß ist, kann dies alles auf engstem Raum schlendernd erleben. Ansonsten kann man in Kutschen, Oldtimern, Tourist-Bussen, auf Rädern oder Segways die Sehenswürdigkeiten im Vorbeifahren genießen. Sogar Stadtführer im „Sensenmann-Kostüm“ gibt es hier…

Was nicht fehlen sollte

Den Hradschin – die größte geschlossene Burganlage der Welt über der Moldau und der Stadt – muss man besucht haben. Wer Lust und Zeit hat, kann sich in die meist lange Schlange der Wartenden einreihen, um Burg mit Park und Dom zu besichtigen. Mehr Ruhe bieten die hier beheimateten Museen. Und: Vom Hradschin aus hat man einen unvergesslichen Blick über Prag und seine Umgebung. Zur Burg geht man am besten über die altehrwürdige Karlsbrücke, „gepflastert“ mit Souvenierständen und Straßenmusikanten und schlendert vielleicht noch durch die malerischen Gassen der Kampa-Halbinsel mit kleinen Geschäften und süßen Cafés, dem Kafka-Museum und einer so schmalen Gasse, dass der Fußgängerverkehr spaßeshalber per Ampel geregelt wird… 

Mittelpunkt der nahezu komplett autofreien Altstadt ist der Altstäder Ring mit seinem schier unglaublichen Ensemble an Baukunst samt Jan-Hus-Denkmal und Turm mit der weltbekannten astronomischen Uhr. Wer sich hier satt gesehen hat, wird sicher noch durch die Josefstadt, das ehemals jüdische Viertel wandern und dann den Wenzelsplatz ansteuern, den höchst geschichtsträchtigen Mittelpunkt der Hauptstadt.

Bildergalerie

Shoppen

Souvenierjäger kommen in Prag voll auf ihre Kosten. Hier gibt es jede Menge von dem, was man gern mitnimmt – und was zu Hause gern mal verstaubt. Natürlich hat Prag auch blitzende Konsumtempel und jede Menge Edelmarken – gerade auch in der Josefstadt – zu bieten. Wer also Extravagantes liebt und über ein belastbares Konto verfügt, kann hier schwelgen...

Essen und Trinken

Am Bier – hell oder dunkel – kommt man in Prag nicht vorbei. Es wird gern gleich aus großen Gläsern getrunken. Wer kleinere Einheiten liebt, muss dies ausdrücklich bestellen. Suppenfans sollten keinesfalls die Kartoffelsuppe auslassen; alternativ locken Gulasch und Ente auf der Karte. Die Preise sind höchst unterschiedlich. Wer sein Reisebudget schonen will oder muss, sollte vergleichen. Was allerdings nicht leicht ist angesichts der zahllosen Gaststätten, Restaurants und Kneipen – gefühlt nahezu ein Betrieb in jedem Haus in der Altstadt. Und nicht überraschen lassen: Ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie gibt es hier nicht; vielfach stehen noch Aschenbecher auf den Tischen. Nichtraucher müssen das akzeptieren oder in die manchmal vorhandenen Nichtraucherräume ausweichen. Richtig gut schmecken sozusagen zum Nachtisch mit Softeis gefüllte Waffeln beim Weiterbummeln. Und man kann zuschauen, wie die Waffeln ganz frisch in Handarbeit gedreht werden.

Nachtleben

Wie in allen Metropolen entfaltet auch Prag erst abends/nachts seinen echten Charme, gutes Wetter vorausgesetzt. Nicht verpassen darf man bei Nacht einen Blick über die Moldau auf den Hradschin, einen Gang über die beleuchtete Karlsbrücke und vermutlich atemloses Staunen auf dem Altstädter Ring angesichts der Menschenmassen vor den beleuchteten Fassaden und zahllosen Pubs, Restaurants und Kneipen. Wer nach anstrengender Besichtigungstour noch „Bock“ hat auf Musik, wird garantiert fündig: Das Angebot an Live-Musik mit Klassik, Jazz, Blues und Folk ist enorm. 

Fazit

Prag an nur einem Wochenende zu erleben ist nahezu unmöglich. Bei unserem nächsten Abstecher warten Museen und Galerien, die diesmal noch sträflich vernachlässigt werden mussten. Übrigens kommt man mit Englisch überall bestens zurecht – ein Zeichen für die Internationalität der Stadt. Die hat sich darüber hinaus ausgesprochen sauber und gepflegt präsentiert – und mit stets freundlich-professionellem Service, was in Metropolen durchaus nicht selbstverständlich ist. 

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