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Kleine Weintour von Mosel zum Rhein

Wir kennen das alle: Es ist Herbst, und weder plötzlich noch unerwartet flattern Einladungen zu Weinproben aus vielen deutschen Anbaugebieten auf den Tisch. Beim Blick auf den Kalender reift in der Folge der Entschluss zum Spontanurlaub mit der Absicht, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, sprich im Kurzurlaub Nachschub für den eigenen kleinen Weinkeller zu besorgen.

Also den kleinen Trolli gepackt und ohne Zimmerreservierung los in Richtung Mosel. Unser Plan: Zwei Menschen finden immer ein Zimmer, und wenn nicht, ist der Heimweg ja nicht so weit in Deutschland. Um es vorweg zu nehmen: Wir mussten nicht heimfahren, aber es war schwierig, selbst in einem der zahlreichen Weindörfer an der Mosel eine Unterkunft zu finden. Richtig schwer wird es, unangemeldet noch ein Doppelbett für mehr als eine Nacht zu ergattern. Und sollte es doch eins geben, ist das vermutlich keines mit Stern - oder gehört zur obersten Preiskategorie. Unsere Erfahrung: Wer überraschend kommt, sollte nicht zu hohe Erwartungen an eine Unterkunft haben - oder aber genug Bargeld dabei oder eine Kreditkarte.

Weinernte in deutschen Landen: Das ist Party pur. Oder etwa nicht? Wie immer, gibt es auf diese Frage keine Antwort mit Ja oder Nein. Vielmehr ein "Sowohl als auch". Unsere Erfahrung: In so manchen Moseldörfern geht es überaus beschaulich zu. Lärm in der Nacht verursachen dann meist nur die vielen Güterzüge, die rund um die Uhr auf der Bahntrasse entlang des Flusses unterwegs sind. Aber natürlich gibt es auch Party; wer die sucht, sollte vorher im Netz schauen, auf welchem Weinfest in welchem Moseldorf der berühmte "Bär los ist“.

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Wir entscheiden uns kurzfristig für einen Szenenwechsel und "huschen" über die idyllische, teilweise Nebel verhangene, teilweise sonnige Hunsrück-Höhenstraße vom Moselwein an den Rheinwein. Am Ende dieser Verbindungsstraße liegt Boppard, eine Stadt mit viel Vergangenheit - sowohl in Sachen Römer als auch in Sachen Wein. Wer hier eines der beiden Weinfestwochenenden Ende September/Anfang Oktober erwischt, hat eines sicher: Party. Gefeiert wird in Kellern, lieber aber unter freiem Himmel, wenn das Wetter mitspielt. Was allerdings das Dach über dem Kopf angeht: siehe obige Mosel-Erfahrungen.

Hat man aber eins gefunden, lässt sich in Boppard viel erleben. Für Stimmung sorgen holländische Streetbands, die zur Weinlesezeit offensichtlich zur Stadt gehören wie Wein, Zwiebel- und Flammkuchen sowie manchmal überfordertes Servicepersonal, ob in den Restaurants an der Rheinpromenade oder in einer der Straußenwirtschaften in den vielen niedlichen kleinen Gässchen.

Da gibt es dann ebenso unvermutete wie freudige Wiedersehen. So erging es dem Ehepaar aus dem britischen Manchester. Plötzlich hieß es: "Haben wir nicht 2013 im Zelt gefeiert?" "Yes", erinnerten sich begeistert die Weinfreunde aus Manchester, die jedes Jahr an den Rhein kommen, um hier Rebensaft zu kaufen, denn "in England gibt es so etwas nicht".

Wer nach durchfeierter Nacht frische Luft braucht, dem sei eine Rheintour empfohlen. Es gibt verschieden lange Fahrten mit der "weißen Flotte". Aber egal, wie lange - sehr schnell wird einem klar, warum diese Region Weltkulturerbe ist. Um mit der Kultband "Bläck Fööss" zu sprechen: "Nä, wat is dat schön…" Das gilt ausdrücklich auch für den fantastischen Vierseenblick. Nach ein paar Kilometern auf einer schmalen Waldstraße kommt man an ein Ausflugslokal, von dessen Baum bestandener Terrasse man diese unvergleichliche Sicht hat - nämlich auf den Rhein. Der Trick der Natur an dieser Stelle, ganz ohne Photoshop: Die Berglandschaft "teilt" den Fluss visuell in vier kleine Seen auf.

Alte Türme, alte Stadtmauern mit "angeklebten" Wohnhäusern, ein Klettersteig für geübte Wanderer, eine Seilbahn - wenn sie nicht defekt ist - das alles und manches mehr bietet Boppard. Nicht zu vergessen ein gut 20-minütiges Höhenfeuerwerk zum Abschluss der Weinfestwochen, das aus Sicherheitsgründen auf gegenüber liegenden Rheinseite abgebrannt wird. Na dann "Prosit" - ob an der Mosel, am Rhein oder in Manchester.

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