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Istanbul – Bilder aus ruhigeren Tagen

Istanbul – ein Moloch von Stadt, nämlich die mit rund 14 Millionen bevölkerungsreichste der Türkei. Aber: Sie – und nicht die Hauptstadt Ankara – ist das Zentrum diese Landes am Bosporus, dem Verbindungsglied zwischen Orient und Occident, zwischen Asien und Europa.

Die Menschen hier sind offen, westlich wie in Berlin, London oder Paris. Kein Wunder also, dass die Metropole bei Städtetouristen so beliebt ist. Der brutale Polizeieinsatz am zentralen Taksim-Platz könnte diese „Liebe“ jäh beenden. Man fragt sich kopfschüttelnd: Wohin will die Erdogan-Regierung, wovor hat sie Angst, wohin soll die Türkei unter Erdogan? HALLO LÜBBECKE zeigt Bilder aus ruhigen Tagen, die noch gar nicht so lange her sind.

Wer vom Touristenflughafen auf der asiatischen zur europäischen Istanbul-Seite will, muss viel Zeit haben. Zwar ist ein gigantisches Tunnelprojekt geplant, momentan aber geht es Richtung Zentrum nur über zwei Brücken über den Bosporus – und da geht nicht nur zu den Hauptverkehrszeiten wenig bis nichts. Gut hat es der, der ein Hotelzimmer in der geschichtsträchtigen Altstadt hat. Denn dann hat man von einer Dachterrasse gigantische Ausblicke auf Stadt und wunderbare Gebäude.

Und es geht mit ein paar Schritten zum Hippodrom, Blauen Moschee und zur Hagia Sophia; in der ehemals christlichen Kirche, der späteren Moschee und dem heutigen Museum sieht man nicht nur staunende „Touris“ sieht, sondern auch streunende Katzen. Und wenn die Warteschlange nicht zu lang ist, steckt jeder beim Ausgang einen Daumen in das Loch der »schwitzenden Säule« und versucht dabei, die Hand einmal ganz im Kreis drehen. Ist der Daumen nass, soll ein Wunsch in Erfüllung gehen. Besichtigungs-Muss ist natürlich auch der Topkapi-Palast, einst Zentrum der osmanischen Weltmacht mit den Sultanen an der Spitze.

Wenn nicht nur der kleine, sondern auch der große Hunger kommt, hat man die Qual der Wahl am Bosporus. Von wegen nur Döner oder türkische Pizza: War fragt, erhält Adressen exquisiter Restaurants, in denen man ausgezeichnet z.B. japanisch genießen kann. Das gilt nicht nur für die erlesenen Speisen, sondern auch für den gigantischen Ausblick auf das nächtliche Istanbul und eine der wechselfarbig beleuchteten Brücken – ein unvergessliches Erlebnis.

Bildergalerie

Das ist auch der Besuch des Taksim-Platzes, der es jetzt zu trauriger Berühmtheit gebracht hat. Den Weg aus der Altstadt ins neue Einkaufs- und Flanierzentrum rund um diesen Platz kann man zur Fuß bewältigen – schneller aber geht es mit der Tunnelbahn, die direkt unter dem Platz endet. Noch ein paar Schritte nach oben – und man steht mitten im pulsierenden Leben. Und noch ein wenig weiter blickt man über ein regelrechtes Meer von Köpfen: Menschen, so weit das Auge reicht. Und alles ist friedlich. Man fragt sich unwillkürlich: Wie kann eine Regierung derart gegen das eigene Volk vorgehen?! Und jetzt auch noch Militäreinsatz gegen das eigene Volk in Betracht ziehen? Wie sehr muss eine solche Regierung das eigene Volk fürchten!!!

Ein bisschen Show darf aber in Istanbul ebenfalls nicht fehlen. Die bekommt man, wenn man sich rechtzeitig um Tickets bemüht, auf mehreren Ebenen im Galata-Turm zu sehen. Bauchtanz und Aufführungen, in die die Gäste gern einbezogen werden, Chansons und gutes Essen warten auf die Gäste – und nachts ein unbeschreiblicher Blick über die Stadt, das Goldene Horn und den südlichen Bosporus-Ausgang.

Nicht weit entfernt von der Altstadt kommt man zur Galata-Brücke. Sie allein ist einen längeren Aufenthalt wert. Denn hier versuchen hunderte Angler, ihre Fische fürs Mittag- oder Abendessen aus dem Wasser zu ziehen. Auf dem Fischmarkt neben der Brücke gibt es dagegen bereits jede Menge unterschiedlichster „Schuppenträger“, die in einfachen Restaurants perfekt zubereitet werden. Weitere Spezialitäten aus dem Meer gibt es auf der gegenüberliegenden Brückenseite. Dort wird auf schaukelnden Schiffen gebraten oder gekocht – und alles schmeckt ausgezeichnet.

Keinesfalls entgehen lassen darf man sich auch einen Besuch des Großen Basars und der der unterirdischen Zisterne. Der Basar trägt nicht zu Unrecht den Zusatz „Groß“. Er ist es wirklich, sich dort beim Schauen, Feilschen und Kaufen zu verlaufen ist schneller passiert als gedacht. Und er ist genau so Phantasie anregend wie die Zisterne. Das Bauwerk mit 336 Säulen stammt aus dem 6. Jahrhundert und sollte damals den Wasserbedarf der Stadt decken. Heute lassen sich gern auch Autoren und Regisseure für Bücher und Filme von dem teilweise unwirklichen Ambiente inspirieren. So hat Thriller-Autor Dan Brown den Höhepunkt seines neuesten Werkes „Inferno“ genau in die Istanbuler Zisterne gelegt.