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Dresden - eine Stadt im Dixie-Fieber

Gibt es das: Eine ganze Stadt "swingt" im Rhythmus von Jazz - in diesem Fall mit dem Sound von Dixieland, Blues und Boogie Boogie?! Ja, eine solche Stadt gibt es in Deutschland: Dresden, die sächsische Metropole an der ebenso geliebten wie wegen der Hochwasser gefürchteten Elbe, ist in jedem Jahr im Mai Europas Dixieland-Hauptstadt.

Das 44. Festival ist beendet, da beginnen schon die Planungen für die 45. Ausgabe dieses gigantischen Musikfestes, das 2015 vom 10. bis 17. Mai läuft. Wer Boogie Boogie und Dixie liebt, sollte sich diesen Termin unbedingt merken und spätestens Ende des Jahres sein Hotelzimmer buchen, wie uns an der Rezeption gesagt wird. Denn spätestens Anfang 2015 geht auf diesem Sektor dann nicht mehr viel.

Dixiesound vom Zoo bis in die Einkaufszentren

Beim Blick voraus empfiehlt sich unbedingt ein Blick zurück. Denn so wie 2014 wird's auch 2015 wieder sein: Mehr als 40 Bands aus insgesamt zehn europäischen Ländern gaben sich im Mai 2014 im "Elbflorenz" ein Stelldichein - und weniger dürften es 2015 auch nicht werden: Dresden's Dixie-Begeisterung zieht "Brass & Co." so magisch an wie das Licht die Motten. Kein Wunder also, dass jede Menge musikalischer Wiederholungstäter ebenso an die Elbe kommen wie Dixiefans.

Musik gibt es beim Dresdener Oldtime-Dixieland-Festival in der gesamten Stadt: vom Zoo mit seinem speziellen Angebot für Kinder übers Rundkino bis zum Pianosalon, vom Terrassenufer über die Tram bis zur Freilichtbühne "Junge Garde", vom Flughafen über den Alten Schlachthof bis zum Feldschlösschen-Stammhaus. Und dann natürlich Dixie und Boogie Woogie auf den Elbausflugsschiffen sowie auf der Einkaufsmeile Prager Straße. Hier swingen die Bands im permanentem Wechsel von morgens bis abends in Kaufhäusern, open air und sogar im Hauptbahnhof.

Nicht alle Konzerte sind kostenfrei zu erleben. So empfiehlt sich z.B. die rechtzeitige Kartenreservierung, wenn man auf einem der Ausflugsschiffe die größte europäische Raddamper-Parade mit Jazz erleben und dabei das unvergleichliche Panorama mit den wunderschönen Elbschlössern und Weinbergen genießen, das "alte Blaue Wunder" und die neue Waldschlösschen-Brücke sehen will, die elegant das Elbetal überspannt. Mehr Infos dazu gibt es im Internet unter http://www.musik-dresden.de/dresden/dixieland-dresden/

Dresden im Mai - das ist Dixie pur. Aber nicht nur. Denn das "Elbflorenz" hat für vielseitig Kunstinteressierte ungleich mehr zu bieten: In Museen, Galerien, natürlich in der Semper-Oper und in Kirchen - ebenfalls in der prächtig restaurierten Frauenkirche - gibt es laufend Ausstellungen, Aufführungen und Konzerte, die abzufragen im Internet unter http://www.dresden.de/dig/index.php?shortcut=Tourismus sich in jedem Fall lohnt und empfiehlt.


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Reservierung immer sinnvoll

Daneben beeindruckt Sachsens Hauptstadt natürlich mit seiner Architektur - erhalten bzw. wieder aufgebaut nach den furchtbaren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und den Folgen der deutschen Teilung. So lohnt sich in jedem Fall auch ein Besuch der Neustadt, die man über die Augustus-Brücke erreicht. Kleine Geschäfte und Boutiquen, beeindruckend für gastronomische Zwecke hergerichtete Innenhofe - viele überdacht -, Kunstgewerbe und vieles mehr machen Shopping hier zum Erlebnis.

Unterwegs sein macht natürlich auch hungrig und durstig. Gut, dass Dresden auch auf dem Gebiet der Gastronomie eine Menge zu bieten hat. Von lokaler Schwarzbier-Spezialität über die "Cosel-Träne" bis zur "Eierschecke" und den leckeren Quarkkeulchen. Wer atmosphärisch außergewöhnlich speisen will, sollte z.B. den Sophienkeller unter dem Nobelhotel Taschenbergpalais oder den Gewölbekeller im Pulverturm in seinen Speiseplan einbeziehen. Platzreservierung ist auch hier sinnvoll - und Unterhaltung mit Gauklern und Zauberer oft inklusive.

Noch ein Wort zur An- und Abreise. Wir haben uns - obwohl leidenschaftliche Autofahrer - für eine Reise mit der Deutschen Bahn entschlossen. Der Preis fürs Gruppenticket war absolut ok. Und allen Unkenrufen waren die gebuchten Züge auch relativ pünktlich: Verspätungen von maximal zehn Minuten bei einer solchen Strecke sind durchaus akzeptabel, was jeder bestätigen wird, der auf der Fahrt Richtung Berlin/Dresden gern auch schon mal Stunden in Staus verbracht hat… Aber auch beim Bahnfahren gilt: Wer früh bucht, ist billiger dran.