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Costa Rica II - Zum Essen gibt's Mückenspray

Guten Morgen, Deutschland! Der Plan für heute: Wanderung zu einem See (das sollte ich meinen Kindern in Deutschland mal vorschlagen - wandern, wie doof - hier sagt man tracking und los geht es). Und heute Nachmittag folgt ein echtes Highlight - eine Hängebrückentour durch den Regenwald. Darauf freue ich mich besonders. Es ist jetzt 6.30 Uhr - die Sonne ist vor mehr als einer Stunde aufgegangen. Schon jetzt ist es muckelig warm. Noch vor dem ersten Regen wollen wir die Wanderung geschafft haben. Dauert ca. 4 Stunden plus Anfahrt. Heute Abend übernachten wir im Hotel Castillo del Arenal am gleichnamigen Vulkan. Der ist aktiv, und nachts leuchtet er rot. Außerdem kann man dort herrlich wandern, den Wasserfall von La Paz entdecken und vieles mehr. Danach geht es in die Volcano Lodge and Gardens. Die Buchungen mache ich hier vor Ort - dank Pad und Internet. SO einfach kann reisen sein. Gute Nacht, Deutschland.

Guten Morgen, Deutschland ! Was eigentlich als kleine Wanderung zu einem See geplant war und auch relativ idyllisch begann, endete in einem echten Fitnessprogramm. Ausgehend von einem Observatorium auf einer tollen Farm sind wir erst zu einem Wasserfall gewandert, haben die erste Hängebrücke passiert, um dann über Feldwege zu laufen. Ungelogen, dass hatte auch im Eggetal sein können. Ermutigt durch die Kulisse sind wir Tandem Pfad zum KRATERSEE gefolgt. Das Schild am Eingang zum Regenwaldpfad war fast unscheinbar - die Strecke von 1540 Metern übersichtlich.
Übersehen hatten wir eine zweite, nicht ganz unwesentliche Info. Wir mussten nämlich 1200 Höhenmeter überwinden - bei 35 Grad, einer enormen Luftfeuchtigkeit und über einen sehr, sehr schmalen Pfad, schlammig, rutschig, übersät mit Wurzeln und über uns ein dichtes Blätterdach.
Noch nie in meinem Leben habe ich so geschwitzt. Alle paar Meter musste ich eine Pause machen, die Luft wurde immer dünner, und es war einfach kein Ende in Sicht. Über zwei Stunden haben wir für die Stecke gebraucht. Und nur die Ermutigungen der anderen Wanderer haben mich letztendlich bewogen, nicht einfach wieder umzukehren. Das Gefühl jedoch, inmitten diesen dichten Grüns zu wandern, der Ausblick auf den See und der Erfolg, diese Strecke geschafft zu haben, war auch sehr besonders. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass einige Amerikaner diesen wirklich steilen Weg in Riemchensandale und Flipflops angegangen sind. Unsere persönliche Entschädigung war unsere Volcano lodge and Garden Übernachtung. So haben wir den Rest des Nachmittags im und am Pool und im Jaccuzzi zugebracht- teilweise sogar im Regen. Denn der kommt immer - zuverlässig und heftig. Es bleibt aber warm, und so kann man die Pause am Pool auch ohne Sonne geniessen.

Schon mal vom Rio Celestre gehört? Dieser Fluss in der Region Alajuela in der Nähe vom Vulkan ist über einen so genannten Wanderweg nach ca. zwei Stunden zu erreichen. Ich lasse mich ja immer wieder gerne von Begriffen wie Wanderweg und nur 3 km fehlleiten. So auch heute. Der Weg führt mitten durch den Regenwald immer steil bergauf über Stock und Steine, durch Schlamm und über Wurzeln.
Mein absoluter Favorit aber sind die Flüsse, die man dann mit Hilfe eines Baumstammes überqueren soll. Das war wieder einmal eine besondere Anstrengung - aber dafür haben wir etwas sehr Spektakuläres gesehen. Ziemlich weit oben fließt nämlich in diesen Rio Celestre ein weiterer Fluss. Während der Rio warmes Wasser führt, hat der andere einen sehr hohen PH-Wert. Also entsteht mitten im Urwald eine chemische Reaktion, und der ansonsten so unscheinbare Fluss verwandelt sich auf der Stelle in einen türkisfarbenen Fluss, der sich in einer Lagune staut. Das sieht so klasse aus- einfach unglaublich.

Was ich heute noch gelernt habe: Es gibt Straßen - und über die will ich gar nicht klagen - und unbefestigte Straßen. Die sind auch Straßen für unser Navi und wahrscheinlich auch für jeden Tico hier vor Ort. Schließlich verbinden diese Straßen die Menschen, die etwas abseits wohnen. Auch gibt es an diesen Straßen Dörfer mit Sodas, kleinen Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und vielerlei mehr. Allerdings sind das nach unseren Vorstellungen nicht unbefestigte Straßen, sondern unpassierbare Straßen.

Da ist mir doch heute an der einen oder anderen Stelle das Herz stehen geblieben. Und an einer besonders pikanten Brücke habe ich mich strikt geweigert, weiterzufahren - ich bin rüber gegangen. Wir haben über eine Stunde für eine Strecke von ca. 20 km gebraucht. Da kann man sich vorstellen, in welchem Zustand dieser Weg war. Genauso unglaublich sind aber auch die Lebensbedingungen der Menschen, die dort wohnen. Das ist schon ziemlich arm, die Häuser sehen aus wie Holzbaracken, das Grundstück wie ein Müllplatz. Draußen vor der Tür weht die Wäsche im Wind, die Kinder spielen barfußß irgendwo, die Kühe laufen frei herum und im Haus, das man von der Vordertür aus bis hinten durchschauen kann, gibt es nur wenig Mobiliar. Aber einen Fernseher. Denn häufig sehen wir Menschen, die sich unabhängig von der Uhrzeit vor der Kiste vergnügen. Wovon leben die Menschen hier - ich weiß es nicht. Vielleicht sind viele Tagelöhner auf einer der vielen Ananasplantagen. Die sind übrigens hier besonders lecker. Morgen geht es weiter nach Monteverde.

Hallo, Deutschland! Heute sind wir von La Fortuna aus nach Santa Elena gefahren in die Region von Monteverde. Das Reisewetter war fantastisch und die ersten 40 km waren es die Straßen auch. Aber wie immer wird irgendwann aus der geteerten Straße der Schotterweg mit unglaublichen Steigungen, Schlammlöchern, Brücken und Schlaglöchern. Das Beste daran: Das sind die offiziellen Straßen , die auch im Navi eingegeben sind. Andere Verbindungen gibt es eben nicht. Da heißt es langsam fahren. Macht aber nix, denn die Landschaft ist atemberaubend schön.

Am See entlang hat die Vegetation heute um 180 Grad gewechselt. Aus dem Regenwald sind wir in die hügelige Landschaft von Monteverde gefahren. Dieser Name kommt von den Quäkern, die sich hier vor vielen Jahren niedergelassen haben und durch die Milchwirtschaft und die Käseherstellung der Region zum wirtschaftlichen Aufschwung verholfen haben.

Plötzlich also ist die Landschaft wie in den schottischen Highlands - hügelig und grün. Milchkühe grasen friedlich auf den unendlichen Weiden der großen Ranches oder einfach am Straßenrand im Dorf. Hier ist alles möglich. Santa Elena ist voll mit jungen Leuten und Touristen. Hier lässt sich viel erleben. Wir waren heute im Nebelwald wandern (haben ein Opossum, Kolibris und einen Nasenbären gesehen). Und morgen geht es ab in die Baumwipfel. Canopying heißt das große Vergnügen, dass die Touristen anlockt. Danach noch Schlangenfarm und Kolibrifarm. Dann machen wir Pause vom Inland und gehen auf Küstenentdeckungstour.

Wieder geht ein aufregender Tag zu Ende. Heute morgen waren wir bei schlappen 17 Grad in den Bergen von Monteverde zum Canopying. Der Regenwald hat seinem Namen alle Ehre gemacht und wir alle waren am Ende pitschnass. Canopying ist eine irrsinnig aufregende Art, über dem grünen Dach an einem Drahtseil durch die Luft zu rauschen. Insgesamt 13 Ziplines gab es auf der Tour, die natürlich ganz weit oben beginnt- und dann seilt man sich von Plattform zu Plattform nach unten. Das Ganze wird von einem Profiguide begleitet. Es ist der Wahnsinn. Während die ersten Lines nur 100 oder 200 Meter lang waren, gab es eine mit 600 und eine mit 1000 Meter - und das ca. 100 Meter über dem Boden, über dem Regenwald und komplett dem Wind und dem Regen ausgesetzt. Ich hatte soooo eine Angst, weil ich doch sonst schon auf der dritten Stufe der Trittleiter Höhenangst kriege. Aber es war gar nicht so schlimm.

Bildergalerie

Im Anschluss haben wir in dem Nationalpark noch die Schlangenausstellung und den Garten mit den Kolibris besucht. Diese wundervollen Tiere gehen echt unter die Haut, und sogar Fenn war beeindruckt. Über eine 17 km lange Schotterpiste sind wir dann talabwärts gefahren und haben uns von der traumhaften Kulisse verabschiedet, um dann am späten Nachmittag an der Pazifikküste in Jacob anzukommen. Hier wohnen wir im las. brisas hotel und resort - traumhaft schön. Und auch schön warm - denn hier sind es wieder 30 Grad und mehr.

Hallo Deutschland! Schon heute morgen um 6.30 Uhr waren es fast 30 Grad bei ca. 70 % Luftfeuchtigkeit. Jaco ist bekannt für seine extremen Temperaturen - dabei ist jetzt noch Regenzeit - also für die Menschen hier quasi Winter. Aber mit dem Wetter zu Lande hatten wir heute nicht viel zu tun, denn wir waren mit der Sunny one, einem Charterboot, auf dem Pazifik unterwegs zum "Big game fishing". In dem Vorort Los Senos gibt es Resort mit dem gleichen Namen. Das heißt übersetzt "die Träume".

Und ja, was dem Touristen hier geboten wird, ist einfach traumhaft. Eine imposante Einfahrt kündet schon davon, dass hier alles super luxuriös ist. Zum einen wäre da das Hotel Los Senos, die Wohnanlagen, der Golfplatz, der Privatstrand und natürlich die Marina. Alles zusammen riesig, mit einem Fluss, der mittendurch führt, den Regenwald als Kulisse im Hintergrund bzw. Die Berge zum Wohnen mit Meerblick. Neben dem privaten Jachthafen gibt es auch einen Hafen für Charterboote - und mit eben so einem Boot sind wir auf Tagestour gegangen. Pelikane und Fregattvögel haben uns ein ganzes Stück begleitet. Nach ca. 1,5 Std. sind wir auf eine riesige Schule mit Delfinen gestoßen - das Wasser hat gebrodelt, so viele Tiere waren um uns herum. Die sind gesprungen, haben sich in der Lust gedreht oder einfach nur unser Schiff begleitet. Diese Anmut - einfach unbeschreiblich.

Doch der kluge Angler weiß noch mehr. Delfine jagen an der Oberfläche nach Fisch und der Thunfisch von unten. Insgesamt sechs Spezialangeln hatte die Crew vorbereitet. Ulrich hat einen wunderschönen Thunfisch gefangen, der an Bord sofort filetiert und eingetütet wurde. Wir hatten noch mehr Glück heute. Fynn hat zwei sagenhafte Schwertfische gefangen, und Ulrichs Traum von einem blauen Marlin ist auch in Erfüllung gegangen. Ihr könnt euch diese stolzen und abgekämpften Gesichter nicht vorstellen. Nach dem Adrenalinstoß kam der emotionale Overkill - so ein Ereignis muß man erst einmal verarbeiten. Es war also alles in allem ein toller Tag.

Heute war einer dieser seltsamen Tage. Morgens haben wir einen Spaziergang am Strand gemacht und das herrliche Wetter und die unendlichen Strände genossen. Danach sind wir weiter gefahren Richting Sierpe. Das liegt ganz weit im Süden auf der Halbinsel la Osa. Die Strecke dorthin, immerhin fast 200 km, führte uns über die Interamericana- eine wirklich gut ausgebaute Straße durch den Regenwald mit teilweise herrlichem Meerblick. Riesige Palmenanpflanzungen säumen den Weg - daraus wird sicherlich unser gutes Palmin gewonnen. Die Gegend hier ist touristisch nicht sehr erschlossen, obwohl es einige spannende Dinge zu entdecken.

Hier gibt es Mangrovenwälder, Krokodile, Papagien, TOUREN ZU PFERD UND MIT DEM KANU und ganz, ganz viel Natur. Unsere Lodge liegt sehr weit abseits und ist was für echte Naturliebhaber. Ob es Strom gibt - man weiß es noch nicht. Fenster jedenfalls gebt es nicht- die Öffnungen sind mit Fliegengitter bespannt, der Fussboden ist ein rustikaler Holzfußboden, und zu jeder Lodge gehört eine Veranda in einem Meter Höhe (wegen der Krokodile). Da stehen Kerzen, und alles ist bespannt wegen der vielen Mücken. Ich finde es absolut klasse - bei Fynn ist gerade das Entspannungsbarometer in die Eiszeit gerutscht. Retten wollten wir den Tag mit einer Nachttour durch den Mangrovenwald. Aber es sollte nicht sein, denn um 5.30 Uhr hat ein gewaltiges Gewitter eingesetzt - phänomenale Blitze, Donner, der die Erde erschüttert und einen gefährlich aussehenden Himmel. Der Regen so bedrohlich, wie ich es selten erlebt habe. Die Tour ist ausgefallen, jetzt geht es ab ins Bett. Es war übrigens das erste Mal, dass ich zum Essen eine Dose Mückenspray auf den Tisch bekommen habe. Die ist heir dringend nötig.

Was für eine Nacht. Erst habe wir zwei Stunden bei heftigstem Regen an einem Fluss im Mangrovenwald verbracht (echtes Naturschauspiel), dann haben wir in unserer Ökolodge ganz wunderbar zu Abend gegessen (italien style), um dann in unserem Blockhaus eine unruhige Nacht zu verbringen. Zu wissen, dass die Tiere, die man draußen hört, nicht reinkommen und das echte BAUCHGEFÜHL sind eben zwei paar Schuhe. Die Waschbären und die Vogelwelt jedenfalls haben alles gegeben, um diese Nacht unvergessen zu machen. Heute morgen waren wir 2,5 Stunden mit dem Boot unterwegs. Es war fantastisch. Wir haben Krokodile, Affe, Kapzzineräffchen, Aras, Wachbären, Leguane und ganz viele exotische Vögel gesehen. Der Süden des Landes ist bekannt für seinen Tierreichtum. Andere Reichtümer gibt es hier allerdings nicht. Die Gegend ist sehr arm. Aber landschaftlich ein Paradies. Guten Abend, Deutschland - und pura vida.