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China: Peking I

Asien ist für Rainer Fäth und seine Frau Margit schon lange kein unbekannter Erdteil mehr. Bereits mehrere Reisen hat das Lübbecker Ehepaar dorthin unternommen. Die jüngste führte wieder einmal nach China. Lesen Sie hier ihren Bericht aus einem für viele unbekannten Land:

Gute Erfahrungen bei früheren Touren lassen uns wiederum beim Reiseveranstalter GEBECO buchen, zumal diese Gesellschaft eine Städtetour anbietet, welche die Metropolen Peking, Xian und Schanghai einschließt und auch die Möglichkeit einer Aufenthaltsverlängerung in Schanghai bietet.
Um die üblicherweise große Hitze in den Monaten Juni - August zu umgehen, buchen wir rechtzeitig schon im Januar (die am 01. Mai beginnende Weltausstellung in Schanghai lässt eine hohe Nachfrage nach China-Reisen erwarten) als Abreisetermin die vorletzte Maiwoche. Eine gute Entscheidung, wie sich später herausstellen sollte, denn idealeres Wetter hätten wir uns für die beiden Wochen in China nicht wünschen können.
Die Beschaffung der Visa (durch GEBECO) verläuft ohne Hindernisse, das uns mit den Reiseunterlagen zugeschickte Info-Heft enthält alle für unsere Reise notwendigen Informationen - von den Flugverbindungen über die Beschreibung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der einzelnen Etappen bis zur Vorstellung der Reisebegleiter, die vor Ort unsere Betreuung übernehmen werden. Sogar Reisegutscheine für die Bahnfahrt zum Frankfurter Flughafen und zurück ("Zug zum Flug") sind beigefügt. Und so machen wir uns auf den Weg.
Wir - ein Trio unterschiedlicher Nationalitäten: Rainer, mit einem deutschen Pass ausgestattet, seine finnische Ehefrau Margit und François Schneberger, ein befreundeter Jurist aus Frankreich mit guten deutschen Sprachkenntnissen und noch ohne Erfahrung mit Fernreisen. Kurz vor Frankfurt verabreicht Margit (sie ist Krankenschwester) jedem eine subkutane Heparin-Injektion zur Thromboseprophylaxe. Schließlich sind wir nicht mehr die Jüngsten, und während des 10-stündigen Fluges nach Peking im fast ausgebuchten Airbus der China Airlines sind die Möglichkeiten, sich die Beine zu vertreten (wenigstens in der Economy-Klasse) sehr eingeschränkt.

Nach einer kurzen Nacht - wir fliegen der Sonne entgegen - landen wir gegen 07.00 Uhr morgens auf dem Internationalen Flughafen Peking, etwa 27 km nordöstlich vom Stadtzentrum gelegen. Das im Februar 2008 eingeweihte Terminal 3, an dem wir anlegen, ist nach Angaben des für den Bau verantwortlichen Architektenbüros Foster + Partners mit einer Grundfläche von 1.3 km² (3,25 km lang) das derzeit größte Gebäude der Welt. Kein Wunder, dass wir den Weg von der Passkontrolle zur Gepäckausgabe in einen Bus zurücklegen müssen.
Nach zügigem Passieren des Zollbereichs erwartet uns am Ausgang unser örtlicher GEBECO-Reisebegleiter Qinglong Meng, der seine guten deutschen Sprachkenntnisse einem Germanistikstudium an der Fremdsprachenhochschule in Peking und einem dreijährigen Aufenthalt in Deutschland verdankt. Er lässt unsere Koffer sogleich mit einem bereitstehenden Transporter zum Hotel verfrachten, während unsere mit 32 Personen ausgebuchte Reisegruppe in einen Bus gebeten wird.

Der Uhrzeiger hat inzwischen die "10" überschritten, und da wir keine Zeit zu verschenken haben (schließlich zählt Peking mit zu den größten Städten weltweit), beginnt Herr Meng sogleich, uns mit Wissenswertem über die Hauptstadt zu versorgen. Die Einwohnerzahl gibt er mit 16 Mio an, wobei sich diese Zahl auf die Provinz Peking mit einer Gesamtfläche von gut 16 000 km² beziehen dürfte. Täglich 1 500 neue Kraftfahrzeuge würden hier zugelassen, was die enorme Verkehrsdichte mit zahlreichen Staus im Innenstadtbereich erkläre, bemerkt er.
Aber schließlich könne Peking (der Name bedeute Nördliche Hauptstadt) auf eine mehr als 3000 Jahre währende Geschichte zurückblicken und dürfe sich zu Recht als kulturelles Zentrum Chinas betrachten. Zu den bei Peking-Besuchern beliebtesten Sehenswürdigkeiten gehöre ganz sicher der im Nordwesten der Stadt gelegene Neue Sommerpalast, von den Chinesen "Garten des Friedens und der Harmonie im Alter" genannt, der Name Sommerpalast sei von westlichen Diplomaten geprägt worden. Da er fast auf dem Weg zu unserem Hotel liege, wolle er ihn unserer Gruppe unbedingt zeigen. Die 290 ha große, vom Kaiser Qianlong 1751 - 1764 erbaute Anlage mit Berg und See wurde mehrfach zerstört und diente gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Kaiserwitwe Cixi als Sommerresidenz. Für die Besichtigungen der zahlreichen Gebäude reicht unsere Zeit nicht, so promenieren wir gemächlich durch den 728 m langen Wandelgang am Ufer des Kunming-Sees. Das Gebälk dieser prächtigen Holzkonstruktion ist mit über 8000 Bildern versehen, deren Motive zumeist der Geschichte und der Natur entstammen. Am westlichen Ende des Wandelganges fällt unser Blick auf das Marmorboot, ein origineller, auf den See gebauter Aussichtsort.
Am frühen Nachmittag erreicht unser Bus das am Rande der Pekinger Altstadt gelegene Beijing Oriental Culture Hotel, wo wir für drei Nächte einquartiert werden. Unsers Reisepässe müssen wir zunächst abgeben, bekommen sie aber am nächsten Tag zurück. Zum Ausruhen bleibt nicht viel Zeit - gegen 16.00 Uhr klingelt das Telefon, eine Dame der Rezeption teilt uns in holprigem Englisch mit, dass wir erwartet werden. Natürlich kennen wir den Besucher - es ist Dr. Wu Song aus der anfangs erwähnten befreundeten Familie in Schanghai.

Der Zufall will es, dass Song just in diesen Tagen dienstlich in Peking zu tun hat, und so nutzt er natürlich die Gelegenheit zu einem Treffen mit uns, gemeinsam mit seinem Schwiegervater, der 120 km außerhalb von Peking wohnt. Man bittet uns in eine große wohltemperierte Limousine mit Chauffeur, der uns die Türen öffnet. Welche Sehenswürdigkeiten Pekings denn unser Reiseprogramm einschließt, möchte man wissen. Wir geben Auskunft und der Wagen setzt sich in Bewegung. Nach einer halben Stunde Fahrt tauchen am Horizont die Bauten des Olympiaparks auf, die uns von den Fernsehübertragungen vor zwei Jahren noch bestens in Erinnerung sind. Jetzt können wir sie aus der Nähe bewundern, insbesondere das "Vogelnest" genannte Nationalstadion, wo gerade ein Hochseilartist einige hundert Zuschauer in Atem hält. Auch in dieser zweiten Tageshälfte absolvieren wir bei wolkenlosem Himmel ein ansehnliches Laufpensum, das uns allmählich ein wenig müde und auch hungrig werden lässt - schließlich war das kärgliche Bordfrühstück im Airbus bisher unsere einzige Tagesmahlzeit. Dem tragen unsere Freunde Rechnung und laden uns in ein traditionsreiches Restaurant ein, wo wir uns an einer Vielzahl erlesener Spezialitäten laben, an deren Geschmack zu gewöhnen uns überhaupt nicht schwer fällt. Auch auf Rotwein (Cabernet Sauvignon "Große Mauer" - gar nicht übel) und einen Digestif brauchen wir nicht zu verzichten.


Natürlich fühlen wir uns blendend, als man uns zum Hotel zurückbringt. Song werden wir in zwei Tagen noch einmal treffen; von seinem Schwiegervater, der ein Wiedersehen in Europa nicht ausschließt, verabschieden wir uns sehr herzlich. Der "Absacker" in der Hotel-Bar, ein sehr leichtes chinesisches Bier (Marke: Yan Jing) entspricht nicht unseren Vorstellungen von einem gepflegten Gerstensaft, aber eines alkoholischen Schlafmittels bedarf heute niemand von uns, wie wir im Bett rasch feststellen.

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