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Chile Teil II: Deutsche prägen eine ganze Region

Reisen ist die große Leidenschaft von Peter Witt. Gemeinsam mit seiner Frau Eva hat er im Laufe der Jahre zahlreiche Länder in Südostasien besucht. Auch nach Nord- und Mittelamerika führten die Beiden verschiedene Touren. Dabei ging es auch - aber eben nicht nur - um Erholung. Weil sie Land und Leute kennen lernen wollten, buchten sie so genannte Studienreisen. Und die hatten hohe Berge ebenso zum Wanderziel wie schwül-warme Regenwälder.
Die jüngste Reise unternahm Peter Witt allein: Der seit 24 Jahren in Lübbecke lebende Krankenhausarzt erlebte im Rahmen einer solchen Studienreise mit Chile ein Land, das nicht unbedingt zu den überlaufenen Touristenzielen gehört. Sogar ein Abstecher zu den Geheimnis umwitterten Osterinseln gehörte zum Programm. Begleiten Sie ihn im vierten und letzten Teil seines Reiseberichtes auf die Osterinseln. Begleiten Sie Peter Witt im zweiten Teil seines Reiseberichtes in den von deutschen Siedlern geprägten Landesteil.

Wieder mit der LAN und wieder mit Verspätung flogen wir von Calama mit einem kurzen Zwischenstopp in Santiago Richtung Süden nach Puerto Montt und von da mit dem Bus ca. 30 Minuten nach Norden nach Puerto Varas, gelegen am zweitgrößten See Chiles, dem Lago Llanquihue. Wir bezogen unser Hotel direkt an der Uferpromenade. Diese Gegend, an der Grenze vom "Kleinen Süden" zum "Großen Süden", 32° südlicher Breite, wurde einst von deutschen Siedlern kultiviert und der Ort selbst 1854 von deutschen Siedlern gegründet. Man sieht hier noch viele Zeugnisse der einst deutschen Einwanderer (z.B. Gasthäuser mit "Kaffee und Apfelstrudel"). Es gibt deutsche Schulen (übrigens 25 in ganz Chile) und deutsche Krankenhäuser, die in der Bevölkerung hoch angesehen sind. Es sei jedoch schwierig, deutsche Lehrer zu bekommen - und diese seien dann im eigenen Lande meist schon Pensionäre.

Der wirtschaftliche Schwerpunkt dieser Region liegt in der Fleischproduktion, gefolgt von der Lachszucht, in deren Gefolge sich die Einwohnerzahl der letzten 20 Jahre verdoppelte und erst an dritter Stelle der Tourismus. Aufgrund seiner Seelage herrscht hier ein recht mildes Klima: Es gibt keinen Schnee und im Winter keinen Frost, so dass die Tiere ganzjährig auf der Weide bleiben können.

Am folgenden Tag begann unsere Busrundreise am See entlang mit dem Ziel Vulkan Osorno an der Nordostseite gelegen. Der 2652 Meter hohe Berg hat eine Schnee- und Eiskuppe und kann bis etwa zur Hälfte mit dem Bus befahren werden. Leider war dieser eine Tag regnerisch und nebelig, so dass wir den Gipfel nicht mit den Sesselliften befahren konnten. Übrigens war der letzte Ausbruch 1835 und somit keine Gefahr für uns Touristen. Ab Fuße des Vulkans befindet sich der erste Nationalpark Chiles, gegründet 1926 mit seinen Saltos Rio Petrohue. Diese Wasserfälle über Lavagestein-Felsformationen sind romantisch gelegen inmitten ca. 800 Meter hoher Berge der Anden-Kordilleren und auch bei Niedrigwasser recht sehenswert. Das Wasser dieser Fälle kommt aus dem 200 Meter tiefen Lago Todos los Sandos - auch Allerheiligensee genannt, da er am 01.11.1636 entdeckt wurde und wegen seiner blaugrünen Farbe auch Lago Esmeralda heißt. Wir konnten hier eine Bootsfahrt durchführen und haben uns gut amüsiert. Sehr interessant waren auch die Ausführungen unserer ortsansässigen Reiseleiterin über die Geschichte der Region, die ja sehr stark durch die deutschen Siedler geprägt wurde. Es sollen noch 4000 Deutsche in dieser Region leben. Der letzte Abend hier am See wurde dann in einem guten Steakhaus bei chilenischen Weinen und Bier genossen - mit Blick auf unser nächstes Ziel Punta Arenas in Patagonien.