• Lübbecke
  • Espelkamp
  • Rahden
  • Pr. Oldendorf
  • Hüllhorst
  • Stemwede

Chile Teil I: Heißes Bad im kalten Wind auf 4500 Metern Höhe

Reisen ist die große Leidenschaft von Peter Witt. Gemeinsam mit seiner Frau Eva hat er im Laufe der Jahre zahlreiche Länder in Südostasien besucht. Auch nach Nord- und Mittelamerika führten die Beiden verschiedene Touren. Dabei ging es auch - aber eben nicht nur - um Erholung. Weil sie Land und Leute kennen lernen wollten, buchten sie so genannte Studienreisen. Und die hatten hohe Berge ebenso zum Wanderziel wie schwül-warme Regenwälder.
Die jüngste Reise unternahm Peter Witt allein: Der seit 24 Jahren in Lübbecke lebende Krankenhausarzt erlebte im Rahmen einer solchen Studienreise mit Chile ein Land, das nicht unbedingt zu den überlaufenen Touristenzielen gehört. Sogar ein Abstecher zu den Geheimnis umwitterten Osterinseln gehörte zum Programm. Begleiten Sie Peter Witt im ersten Teil seines Reiseberichtes in die Atacamawüste und zum größten Kupfertagebau der Welt.

Um es gleich vorweg zu sagen: Chile, dieses Land im Westen Südamerikas, das sich in Nord-Süd-Richtung über 38 Breitengrade ausdehnt, von den Anden, den Kordilleren sowie der Atacamawüste geprägt wird und im Süden zahlreiche Gletscher, Nationalparks und Inseln aufweist, hat sich als wunderbares Reiseland präsentiert.

Nachdem wir mit der chilenischen Fluggesellschaft LAN über Madrid mit eintägiger! Verspätung in Santiago de Chile landeten, ging es nach einer kurzen Nacht am kommenden Morgen weiter in den Norden in die Atacamawüste, die als trockenste Wüste der Welt bezeichnet wird, und landeten in Calama. Unser Reiseziel San Pedro de Atacama erreichten wir mit einem modernen Reisebus. Dieser Ort diente als Basis für Ausflüge in die weitere Umgebung. Früh am Morgen brachen wir am folgenden Tag in eine Höhe von ca. 4500 Meter auf, um die Geysire el Tatio, die nur zum Sonnenaufgang zischen und dampfen, zu bestaunen. Das es zu dieser Zeit noch recht kalt war, war wetterfeste Kleidung dringend notwendig. Aber was macht das schon - als die Sonne über den schneebedeckten Gipfeln der Andenkette aufging, die leichten Wolken rötlich einfärbten und das Plateau der Hochebene sich sehr schnell erhellte, so dass die kleinen Vikunjaherden erkennbar waren, entschädigte der Blick die morgendlichen Mühen. Eine Entspannung gab es anschließend für die weniger Wetterempfindlichen bei kaltem Wind mit einem Bad in heißen Thermalquellen – eine Wohltat! Außerdem besuchten wir am Nachmittag den riesigen Salzsee mit seinen Flamingos und badeten in einer Salzlagune (Laguna Ceja), die immer mit dem Toten Meer verglichen wird. Auch das war für mich eine neue und sehr angenehme Erfahrung.

Ein besonderes Highlight in dieser Region war zweifelsfrei der Besuch des größten Kupfertagebaus der Welt in Chuquicamata mit einer Ausdehnung von 3 x 4 Kilometern und einer Tiefe von jetzt ca. 1000 Metern. Gegen die riesigen Kipper mit ihrer Erzladung und ihren 3000 PS Leistung erscheint der Fahrer fast als Winzling. Allein ein Reifen kostet ca. 30.000 Dollar - 100 dieser Lkw sind ständig im Einsatz. Aus gesundheitlichen Gründen wurden alle Arbeiter mit ihren Familien aus dem Dorf an der Mine, wo sie unentgeltlich wohnen konnten und wo alle Sozialleistungen sowie Nebenkosten gratis waren, in einen neuen Ort abseits der Mine umgesiedelt, jetzt jedoch gegen eine leichte finanzielle Mitbeteiligung an ihren neuen Häusern. Der alte Ort ist abgesperrt, kann jedoch besichtigt werden und wird auch für spätere Generationen erhalten.

Mit dem Besuch der Kupfermine war auch unsere Zeit in der Atacamawüste abgelaufen. Wir haben sehr schöne Landschaftsgebiete gesehen mit durchaus reichlich Pflanzenwuchs, denn hier im Norden herrscht kein Wassermangel, wie uns die Reiseleiterin erklärte. Die umliegenden Berge geben reichlich Wasser ab, und es regnet auch oft, wie am Tage vor unserer Ankunft.