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Beeindruckend: Den Haag, Delft und Leiden

Mal eben in eine andere Kultur eintauchen – das kann man bekanntlich sehr gut auf Städtereisen. Besonders charmant daran ist, dass man dafür kaum einen dicken Reisekoffer packen muss. Ziele gibt’s genug „vor der Haustür“ – gerade auch für reiselustige Ostwestfalen. Wir haben uns für einen Wochenend-Abstecher nach Holland entschieden, was ja sozusagen „vor der Haustür“ liegt. Auf Den Haag war die Wahl gefallen, laut Navi-Berechnung gerade mal 350 Kilometer entfernt und über die Autobahnen schnell zu erreichen. 

Richtig entschieden: Nach rund vier Stunden Fahrt – ohne Stau!!! – wurde im vorher gebuchten Business-Hotel in Zoetermeer eingecheckt. Was unbewusst eine gute Entscheidung war. Denn die S-Bahn-Station ist gerade mal 100 Meter entfernt, die Fahrt in die Innenstadt Den Haag kostet 3,50 Euro, die Bahn fährt alle paar Minuten und man hat kein Problem mit der Parkplatzsuche.

Den Haag ist Regierungssitz für das niederländische Parlament, Sitz für zahlreiche international agierende Institutionen - und beeindruckt folgerichtig mit internationalem Flair. Alte und neue Architektur in erstaunlichem Mix, manchmal etwas deplatziert wirkend, zieht Blick und Fotoobjektiv auf sich. Und dann gibt es noch das Wasser, das in Holland nirgendwo fehlt: Überall also Grachten, breite und schmale, mit Haus- und Gastronomiebooten, auf denen man essen und trinken kann, und die sich natürlich auch ideal für Erkundungstouren per Boot eignen. Shopping geht auch, z.B. ziemlich schick in De Passage, wo man direkt nach einem Gang durch Parlaments-Areal landet. Von da aus kann man dann durch’s Villen- und Botschaftsviertel wandern. Und natürlich Museen ansteuern, z.B. das Panorama Mesdag mit seinem 120 mal 14 Meter riesigen 360-Grad-Gemälde. Aber nicht zu spät kommen: Hier werden die Öffnungszeiten genau eingehalten.

Bei einer Kaffeepause in einer Kneipe im Denneweg, einem wirklichen architektonischen Blickfang, gibt’s dann kostenlos einen Reisetipp dazu: „Ihr wollt noch Leiden sehen? Dann schaut Euch bitte erstmal Delft an!“ Wem kann man mehr trauen als der einheimischen Gastronomie? Und so nehmen wir uns den Rest Den Haag für die nächste Tour vor und steuern anderntags zunächst Delft an, gerade mal 20 Autominuten von Den Haag entfernt. 

Bildergalerie

Wer diesen Abstecher macht, wird nichts bereuen. Denn hier gibt’s Holland pur und unglaublich lebendig. Gesehen haben muss man die wunderbare Voldersgracht mit zahllosen Antikmarktständen. Wer niederländische Kunstgeschichte mag und sucht, findet sie hier im Vermeer-Centrum. 

Und dann die zwei Kirchen: Die Oude Kerk, wo der Meister des Lichts und rätselhafte Maler Johannes Vermeer begraben ist – und die Nieuwe Kerk am Marktplatz in der Stadtmitte. Sie bietet in 85 Metern Höhe eine fantastischen Blick über die Stadt bis hin nach Den Haag und Rotterdam (bei gutem Wetter). Aber Achtung: hoch geht’s nur zu Fuß über enge Rundtreppen und insgesamt 376 Stufen, für die man schon Kondition braucht. Runter ist bekanntlich einfacher, und erholen kann man sich dann in dem Gotteshaus, das seit Jahrhunderten Grabkirche des niederländischen Königshauses ist. 

Leiden ist das zweite Ziel unserer Tour durch Süd-Holland an diesem Tag. Ebenfalls eine gefühlt junge Stadt dank ihrer Universität, die hier als erste in den Niederlanden gegründet wurde. Grachten, riesige Blumengestecke an kleinen Straßen und Wegen, Brücken – und ein Markt, der sich durch die gesamte Innenstadt zieht und einfach phänomenal ist. Wer so einen Markt hat, braucht eigentlich keinen Supermarkt in der Stadt. Die Architektur ist toll, die Gastronomie - gern auf Booten auf dem Wasser – auch und wird auch intensiv genutzt.

Nach gefühlt 20 Kilometer Stadtpflaster an diesem Tag sind unsere Füße jetzt richtig müde und brauchen eine längere Pause. Die gönnen wir ihnen im wieder nur wenige Kilometer entfernten Seebad Noordwijk. 

Das Wetter passt, die Sonne scheint (noch), in einem Strandcafé mit Blick auf den Kilometer langen weißen Sandstrand lässt es sich wunderbar relaxen. Bei der Frage, wie das Abendessen gestaltet werden soll, ziehen wir diesmal den Reiseführer zu Rate und entscheiden uns für das „Onder de Linde“ in Noordwijk. Wir finden das 2016 Gault&Millau ausgezeichnete Restaurant mit eher unscheinbarem Äußeren in einem Wohnhaus – und tatsächlich in einer „Lindenstraße“. Parken ist hier nicht so einfach, man braucht Geduld und Glück, um ein sicheres Plätzchen für sein Auto zu finden. 

Wer sich für das „Onder de Linde“ entscheidet, trifft eine gute, wenngleich nicht billige Wahl. Natürlich gibt’s eine übersichtliche Speisekarte. Aber man kann ja auch der Kellner-Empfehlung folgen und „Überraschung“ bestellen. Was dann folgt, ist wirklich bemerkenswert: kleine Köstlichkeiten, die dem Gaumen schmeicheln, von den Kellnern erklärt, perfekt auf den Tellern dargeboten und serviert. Und alles in einer zeitlichen Abfolge, die genau Genuss und Erwartung erfüllt. 

Zwei Tage Städtereise sind – das wissen wir nach dieser Tour – viel zu wenig, um Süd-Holland kennenzulernen. Aber sie haben sehr neugierig gemacht auf mehr...

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