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Wenn man keine Tasse mehr heben kann...

Nur wenige Zentimeter hoch konnte Hildegard Krätschmer aus Bielefeld ihren rechten Arm noch heben. „Eine Tasse aus dem Küchenschrank holen oder mir die Haare normal kämmen? Daran war gar nicht mehr zu denken“, erinnert sich die 83-Jährige. Wenn man sie heute sieht und die Beweglichkeit des rechten Armes wahrnimmt, kann man sich das kaum mehr vorstellen, welchen Leidensdruck sie vor der Implantation des Schultergelenks hatte. Das kann man aber bereits nach ein paar Minuten mit ihr nachempfinden. Hildegard Krätschmer kann den linken Arm nur heben, wenn sie ihn mit dem jetzt gesunden rechten Arm unterstützt. Schaut man ihr dabei ins Gesicht, dann merkt der Betrachter sofort, wie schwer ihr das fällt.

„Wir haben damals eine so genannte SIDUS-Prothese verwendet“, erläutert der Schulterspezialist Nieder.„Im Grunde haben wir es links mit derselben Diagnose zu tun, wie bei dem bereits operierten Arm“, erklärt Dr. Christian Nieder, leitender Oberarzt in der Klinik für Allgemeine Orthopädie in der Auguste-Viktoria-Klinik in Bad Oeynhausen. „Der Knorpel, also die Gleitflächen des Gelenkes, hat sich aufgrund einer Arthrose zurückgebildet. Am Knochen hat es bereits Verformungen gegeben, und jetzt kommt es zu sehr schmerzhaften Reinbungen.“

Aus Erfahrung wird man klug, so könnte man meinen. Auch für den linken Arm wählte Hildegard Krätschmer zusammen mit ihren behandelnden Ärzten dieselbe Therapiemethode wie 2012 beim ersten Eingriff. „Wir haben damals eine so genannte SIDUS-Prothese verwendet“, erläutert der Schulterspezialist Nieder. „Da die Schulterpfanne noch sehr gut erhalten war, brauchten wir lediglich den Gelenkkopf auszutauschen.“

Nieder ist einer der führenden Spezialisten in Europa, was den Einsatz dieser Prothese betrifft. Er war einer der Erstanwender und schult Kollegen aus dem In- und Ausland in der Eingriffstechnik. Etwa 45 Minuten wird die anstehende Operation bei Hildegard Krätschmer dauern. Dann wird auch ihre linke Schulter wieder voll beweglich sein. „Das ist jedes Mal wieder erstaunlich. Die Patienten dürfen zunächst nicht mit der eigenen Muskulatur das Gelenk bewegen. Aber durch intensive Krankengymnastik und auf so genannten Motorstühlen wird der ganze Bewegungsapparat unmittelbar nach dem Eingriff wieder reaktiviert“, erklärt Nieder. Etwa 200 Mal jährlich operieren die Gelenkspezialisten der Auguste-Viktoria-Klinik am Schultergelenk. In der Spezialklinik ist man eingestellt auf die operative und konservative Behandlung der Gelenke und der Wirbelsäule.

Etwa fünf Tage wird Hildegard Krätschmer in der Auguste-Viktoria-Klinik nach der Operation bleiben. Es folgt ein kurzer Aufenthalt zuhause, bevor es dann für drei bis sechs Wochen zur Rehabilitation geht. „Das Reha-Training habe ich beim letzten Mal im ambulanten Zentrum in Bielefeld gemacht“, erinnert sich die Patientin. „Das plane ich auch jetzt. Und wenn die Operation wieder so gut verläuft, wie bei meiner rechten Schulter, dann bin ich wirklich zufrieden.“ (Text: Ulrike Meyer auf der Heide - Mühlenkreiskliniken AöR)

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