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Uniklinik - Medizinische Innovationen sicher gestalten

Patienten nach dem aktuellen Stand der medizinischen Forschung zu behandeln, dass ist der Anspruch der Mühlenkreiskliniken und ihrer Kliniken und Institute. Dazu gehört natürlich auch der Einsatz modernster Medikamente. Um diese zu entwickeln und zur vollständigen Einsatzreife zu bringen, um Nebenwirkungen und Dosierungen neuer Wirkstoffe oder Wirkstoffkombinationen zu überprüfen und festzulegen, gibt es klinische Studien. In unterschiedlichen Phasen werden so neue Mittel bis zur Anwendungsreife und zur Zulassung gebracht. Traditionell finden die letzten Phasen dieser klinischen Studien häufig am Johannes Wesling Klinikum Minden statt. Besonders viel Erfahrung hat die Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin auf diesem Gebiet. Hier werden Patientinnen und Patienten mit allen Formen der Krebserkrankung behandelt.

Patienten nach dem aktuellen Stand der medizinischen Forschung zu behandeln, dass ist der Anspruch der Mühlenkreiskliniken und ihrer Kliniken und Institute.

Wie können medizinische Innovationen sicher gestaltet werden. Zu diesem Thema leiteten der Dortmunder Experte, Dr. Martin Schulz und Dr. Parvis Sadjadian, Oberarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Johannes Wesling Klinikum Minden, ein Seminar zur „Good Clinical Practice“ (dt.: Gute klinische Praxis) für die betroffenen Experten der Mühlenkreiskliniken und des Klinikums Herford. (Foto: MKK)

„Krebserkrankungen bringen es mit sich, dass sie für die Patientinnen und Patienten sehr bedrohlich wirken und es tatsächlich auch oft sind“, erklärt Prof. Dr. Martin Griesshammer, Chefarzt der zukünftigen Universitätsklinik. „In unserem Fachgebiet geht es sehr oft um Leben und Tod. Insofern gibt es eine besonders große Innovationsnotwendigkeit und auch den besonders hohen Anspruch von Patienten, möglichst früh in den Genuss der modernsten Medikamente zu kommen.“ Im Moment ist die Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin an 82 Medikamentenstudien beteiligt, 21 weitere sind in Planung.

Für diese letzte Phase vor der offiziellen Zulassung eines Präparates werden stets Kliniken ausgewählt, die über eine große Erfahrung verfügen und in der besonders viele Patienten mit einem bestimmten Krankheitsbild behandelt werden. Griesshammer, der auch der Fachvertreter für den kompletten Bereich der Inneren Medizin für das klinische Medizinstudium am Johannes Wesling Klinikum ist, ist schon klar, mit dem neuen Status als Universitätsklinikum Minden wird die Zahl der klinischen Studien weiter wachsen. „Neben der klassischen Lehre werden wir in Minden auch den Bereich der medizinischen Forschung nach und nach weiter entwickeln. Damit sind wir ein natürlicher Partner für forschende Pharmaunternehmen oder Medizinproduktehersteller, wenn es darum geht, Patientinnen und Patienten innovativ zu behandeln.“

Das Patientenwohl steht im Mittelpunkt

Klinische Studien müssen natürlich so sicher wie nur irgend möglich gestaltet und angewendet werden. Dafür gibt es enge Rahmenbedingungen, die sowohl den Patientenschutz als auch den Datenschutz im weiteren Sinnen abstecken und gewährleisten. Seit 2004 ist aus diesem Grund die sogenannte „GCP-Verordnung“ fest im Gesetz verankert, welche die „Good Clinical Practice“ (dt.: Gute klinische Praxis) bei der Durchführung von klinischen Studien vorschreibt und dabei strenge Regeln für die zuständigen Ärzte und Pharmaunternehmen vorgibt. So muss beispielsweise nach Einwilligung der betreffenden Patienten jede Prüfung von einer unabhängigen Ethik-Kommission zugelassen werden, welche die Durchführung der Studie unter Berücksichtigung aller möglichen Risiken für die beteiligten Patienten beurteilt und gegeben falls erlaubt oder verbietet.

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Doch auch für die an Studien beteiligten Ärzte gelten strenge Regeln und die an sie gestellten Anforderungen sind hoch. Um sicher zu stellen dass diese Anforderungen erfüllt werden können, hat die Nordrhein-Westfälische Landesregierung im Jahr 2012 als erste die Einführung einer zwei-jährlichen „Auffrischung“ der Kenntnisse über die GCP-Verordnung für Prüfärzte angeordnet. Für die Mühlenkreiskliniken und das Klinikum Herford fand jetzt die dritte GCP-Schulung für Prüfärzte statt. Wie bei beiden vorherigen Schulungen übernahm Dr. Parvis Sadjadian, Oberarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Johannes Wesling Klinikum Minden, die Leitung und Organisation der Veranstaltung. „Im Hinblick auf unsere Zukunft als Universitätsklinikum wird das JWK in diesem Sektor noch einmal deutlich an Bedeutung gewinnen. Die „Studienlandschaft“ wird sich verändern.

Die Mühlenkreiskliniken und das Universitätsklinikum Minden werden für die Durchführung von Studien noch attraktiver werden und die Zahl der hier durchgeführten Prüfungen wird sich demzufolge natürlich erhöhen.“ Durch die höhere Zahl an klinischen Studien wachsen dann auch wieder die Vorteile für die Patienten. „Neuartige Medikamente und Behandlungsweisen bieten immer wieder große Chancen besonders für chronisch- oder schwerkranke Personen, denen bekannte Arzneimittel und Behandlungen bis heute noch keine Linderung verschaffen konnten.“ Aufgrund der Möglichkeit der Erprobung neuester Behandlungsweisen stellen klinische Studien folglich sowohl für Ärzte als auch Patienten eine große Chance dar. Doch die Entscheidung zur Teilnahme bleibt natürlich stets dem Patienten selbst überlassen, was auch der Referent der Veranstaltung im JWK, Dr. Martin Schulz unterstreicht: „Teilnahme an einer solchen Studie hin oder her: Das Wohl der Patientinnen und Patienten genießt immer und überall höchste Priorität“.

(Text: Steffen Ellerhoff – Mühlenkreiskliniken AöR)

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