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Neue Therapieverfahren bei Darmkrebs

Das Darmkrebszentrum Minden (DKZM) hatte zur Patientenveranstaltung „Neue Therapieverfahren bei Darmkrebs“ eingeladen. Das Besondere: Neben den Spezialisten aus der Medizin berichteten auch Patienten über ihr Schicksal und ihr Leben mit der Erkrankung. Eine von Ihnen ist Regina Günther. „Ich bin nicht in ein schwarzes Loch gefallen und mir hat es auch nicht den Boden unter den Füßen weggerissen – es war einfach nur unwirklich“, erinnert sich Regina Günther an den Moment, als ihr Arzt ihr sagte, dass sie Darmkrebs und Metastasen in der Leber habe. Das war im März 2012. Heute, nach der erfolgreichen Anwendung neuer Therapieverfahren im Darmkrebszentrum Minden am Johannes Wesling Klinikum (JWK), geht es der lebenslustigen 53-Jährigen wieder gut. „Ich möchte Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation wie ich damals befinden mit meiner Geschichte Mut machen!“

„Vor ein paar Jahren hätten wir Frau Günther bei dieser Diagnose kaum helfen können“, sagt Prof. Dr. Berthold Gerdes, Leiter des Darmkrebszentrums Minden und Chefarzt der Klinik für Allgemeinchirurgie, Viszeral-, Thorax- und Endokrine Chirurgie am JWK in den Mühlenkreiskliniken. „Aber die Medizin entwickelt sich weiter, sodass Patienten mit dieser Diagnose heute eine realistische Heilungschance haben.“ Bauchgrummeln und ein wenig Blut im Stuhl hatten Regina Günther 2012 dazu veranlasst, eine Darmspiegelung machen zu lassen. „Sonst hatte ich keine Beschwerden, mir ging es gut“, berichtet sie. „Nach der Darmspiegelung sagte mir mein Arzt, dass etwas Verdächtiges zu sehen sei.“ Es folgte eine Ultraschalluntersuchung, Proben wurden entnommen und eine Computertomografie gemacht.

Betreuung im Darmkrebszentrum

Mit den Ergebnissen dieser Untersuchungen ging Regina Günther in die mittwochvormittags stattfindende Darmkrebssprechstunde im JWK. Die Diagnose war schnell klar. „Der Spezialist Dr. Oke Akkermann und Sr. Ingrid sagten mir, dass sie als Team immer für mich da seien“, so Regina Günther. Das habe ihr ein gutes Gefühl gegeben. Termine seien für sie organisiert, aber auch offen und ehrlich mit ihr gesprochen worden. „Dr. Akkermann sagte mir, dass ein langer und harter Weg vor mir liege, ich es aber schaffen könne.“ „Bereits am Nachmittag stellten alle, die Befunde über Frau Günthers Erkrankung erhoben hatten, diese in der Tumorkonferenz vor“, erklärt Chefarzt Gerdes. Die Tumorkonferenz ist ein interdisziplinäres Netzwerk, zu dem unter anderem niedergelassene Ärzte, Krebsspezialisten, Chirurgen, Röntgenärzte, Schmerztherapeuten sowie Gesundheits- und Krankenpflegekräfte gehören. Unter der Leitung von Dr. Doreen Lühr wird hier gemeinsam erörtert, welche Therapieverfahren angewendet werden sollen. „An den Tumorkonferenzen, die jeden Mittwochnachmittag stattfinden, nehmen rund 20 bis 30 Kollegen teil“, so Gerdes. Gemeinsam werde abgewogen, diskutiert und ein Behandlungsplan erstellt. „In der Darmkrebssprechstunde werden die vorliegenden Untersuchungsergebnisse geordnet, in der Tumorkonferenz im Anschluss daran wird überlegt, was zu tun ist“, erklärt der Leiter des DKZM.

Helfen im Netzwerk

„Bei Frau Günther hatten wir einen Tumor im Enddarm diagnostiziert, und in beiden Leberhälften hatten sich Metastasen gebildet“, berichtet Prof. Gerdes. Die Metastasen seien zu groß zum Operieren gewesen, deshalb sei mit einer ambulanten Chemotherapie begonnen worden, um die Metastasen so zu verkleinern, so dass sie operabel wurden. Die Behandlung verlief erfolgreich und so wurde im Juli 2012 der Darmtumor zeitgleich mit einer Metastase im linken Leberteil entfernt. In einer weiteren Operation entnahmen die Chirurgen den rechten Teil der Leber. „Wir konnten so viel entfernen, weil die Leber ein Organ ist, das nachwächst“, erklärt der Chefarzt.

Im Darmkrebszentrum erhielt Regina Günther von Anfang an Unterstützung. Krankengymnasten, eine Psychoonkologin, der Sozialdienst, der sich beispielsweise um die Reha-Kur für sie kümmerte, und auch eine Ernährungsberaterin standen ihr zur Seite. Anfang 2013 erhielt sie ihre letzte Chemotherapie, seitdem begleitet sie Dr. Parvis Sadjadian, Oberarzt in der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin im JWK, in der Tumornachsorge. „Alle drei Monate geht es im Wechsel zum Ultraschall oder zur Computertomografie“, sagt die 53-Jährige. „Ich fühlte mich von Anfang an auf meinem nicht immer leichten Weg von allen gut betreut, das Team des Darmkrebszentrums hat mir geholfen. Natürlich fachlich, aber auch durch Zuwendung. Das hat immer wieder gut getan“, betont Regina Günther dankbar.

Im Darmkrebszentrum erhielt Regina Günther von Anfang an Unterstützung. Krankengymnasten, eine Psychoonkologin, der Sozialdienst, der sich beispielsweise um die Reha-Kur für sie kümmerte, und auch eine Ernährungsberaterin standen ihr zur Seite.

Berührungsängste abbauen und sachlich informieren, das war das Ziel des Darmkrebsinfotages im Johannes Wesling Klinikum Minden am vergangenen Wochenende. (v. l.) Dr. Oke Akkermann, Darmkrebszentrum Minden, Dr. Hans-Joachim Tischler, Onkologe im JWK, Prof. Dr. Berthold Gerdes, Leiter des Darmkrebszentrums Minden, Dr. Volker Wittig, Hausarzt und Arzt im Palliativnetzwerk Minden, Regina Günther, Patientin, Frau Giesela Adam, Patientin, Dr. Herbert Deppe, Gastroenterologe in Minden, Prof. Dr. Carsten Gartung, Stellvertretender Leiter des Darmkrebszentrums Minden, Dr. Hans-Ulrich Vogt, Allgemeinmediziner aus Hille, Dr. Martin Sure, Strahlentherapeut in Minden, Dr. Martin Becker, Onkologe aus Minden.
(Foto und Text: MKK, Mühlenkreiskliniken AöR)

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