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Lob für Hygiene gegen multiresistente Erreger

Das Krankenhaus Bad Oeynhausen hat das Qualitätssiegel MRSA erhalten. Die Auszeichnung des MRSA-Netzes OWL wird für den vorbildlichen Schutz vor multiresistenten Erregern (MRE) vergeben. „Wir freuen uns über diese Auszeichnung“, betont Geschäftsführer Holger Stürmann. „Schon seit Jahren erfüllen wir die hohen Anforderungen, die mit diesem Siegel verbunden sind. Dies jetzt auch von externen Experten schwarz auf weiß zu bekommen, ist eine Bestätigung der hervorragenden Leistungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Verliehen wurde das Siegel, stellvertretend für den Landrat des Kreises Minden-Lübbecke, vom Sozialdezernenten des Kreises Hans-Joerg Deichholz, der zur Siegelübergabe herzliche Grüße von Dr. Ralf Niermann überbrachte. „Das MRSA-Siegel ist eine echte Erfolgsgeschichte. In Ostwestfalen-Lippe wurden bisher 31 Akutkrankenhäuser und Reha-Kliniken ausgezeichnet. Dies zeigt, wie wichtig das Thema Infektionsschutz in stationären Einrichtungen genommen wird.“ Im Verbund der Mühlenkreiskliniken ist das Krankenhaus Bad Oeynhausen nach dem Krankenhaus Lübbecke-Rahden und dem Johannes Wesling Klinikum Minden bereits das dritte Haus, das das MRSA-Zertifikat erhalten hat.

Das Krankenhaus Bad Oeynhausen hat das Qualitätssiegel MRSA erhalten.Jeder kann Keimträger sein

MRSA, das steht für „Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus“. Gemeint ist damit einer der am häufigsten auftretenden multiresistenten Erreger. Dabei handelt es sich um Bakterienstämme, die gegen viele bisher verfügbare Antibiotika resistent sind und die schwer behandelbare Infektionen verursachen können. Träger eines solchen Keimes kann jeder sein. Die Betroffenen müssen nicht erkrankt sein. Viele wissen gar nichts davon, dass sie Keimträger sind. „Bereits bei der Aufnahme überprüfen wir, ob ein Patient zu einer möglichen Risikogruppe gehört“, erläutert Dr. Mathias Emmerich, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Bad Oeynhausen. „In einzelnen Fällen stellen wir bei den dann folgenden labormedizinischen Untersuchungen fest, dass der getestete Patient bereits bei Aufnahme ins Krankenhaus Träger eines multiresistenten Keimes ist. Damit ist das Krankenhaus eben nicht der Ort, wo dieser Keim erworbenen wurde, sondern der Bereich, wo er zum ersten Mal festgestellt wurde.“ Während des weiteren Aufenthaltes im Krankenhaus können dann geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen und entsprechende Therapien eingeleitet werden.

Dr. Peter Witte, Leiter des Gesundheitsamtes des Kreises Minden-Lübbecke, bestätigt das. „Wir sind eine sehr mobile Gesellschaft geworden und reisen in die ganze Welt. Schon bei einer medizinischen Behandlung in einzelnen Mittelmeerländer wie Griechenland besteht die Gefahr, sich mit einem antibiotikaresistenten Keim zu infizieren.“ Für die Zukunft rechnet der Arzt und Hygieneexperte mit weiteren problematischen Erregertypen, die Menschen aus aller Welt auch mit in den Kreis Minden-Lübbecke bringen. „Mit den Hygienemaßnahmen, die die Krankenhäuser und Kliniken ergreifen und die wir mit dem MRSA-Siegel bestätigen haben wir eine sehr gute Grundlage, auch bei diesen Erregerstämmen eine weitere Ausbreitung zu verhindern.“

Aufklärung ist wichtig

Schulen, schulen, schulen und informieren, informieren, informieren – neben allen Maßnahmen, wie einem Patienteneingangsscreening, der frühzeitigen Isolation von keimtragenden Patienten oder dem Bereitstellen von Desinfektionsmittelspendern ist das die Hauptaufgabe von Krankenhäusern im Bereich der Hygiene. Im Krankenhaus Bad Oeynhausen ist Ralf Jaworek die Hygienefachkraft. „Wir müssen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch unseren Patientinnen und Patienten immer wieder verdeutlichen, wie wichtig die Grundregeln der Hygiene sind. So schützt man andere vor einer möglichen Übertragung und dem Risiko einer Infektion, aber auch sich selber.“ Für alle Mitarbeiter des Krankenhauses Bad Oeynhausen gibt es jährliche Pflichtschulungen zum Thema Hygiene. Darüber hinaus geht der Hygienefachkraft regelmäßig in Stations- oder Teamsitzungen und klärt über die aktuelle Richtlinien auf. Unter den MKK-Häusern hat lediglich die Auguste-Viktoria-Klinik in Bad Oeynhausen noch nicht das MRSA-Siegel. „Auch hier setzen wir die Richtlinien des Robert-Koch-Institutes zu 100 Prozent um und gehen im Bereich des Eingangsscreenings noch weit darüber hinaus“, berichtet Geschäftsführer Stürmann. „Im Laufe dieses Jahres werden wir auch in der AVK darangehen und die Zertifizierung mit dem MRSA-Siegel anstreben.“ (Text: Steffen Ellerhoff - Mühlenkreiskliniken AöR)

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