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Kardiologie im Klinikum zum zweitem Mal zertifiziert

„Ich hatte das Gefühl, mein Brustkorb müsste platzen.“ Es ist erst wenige Stunden her, dass Ralf Woitschikowski von einem heftigen Schmerz heimgesucht wurde. „Ich habe häufiger mit Rücken- und Nackenverspannungen zu tun. Ich dachte zuerst, der Schmerz kommt daher. Als die Beschwerden aber heftiger wurden, bin ich sofort zum Arzt gegangen.“ Der rief sofort den Rettungswagen, der Ralf Woitschikowski ins Mindener Johannes Wesling Klinikum (JWK) brachte. Hier kam der 49-Jährige umgehend auf die Intensivstation, in eine so genannte „Chest Pain Unit“.

„Wir halten hier insgesamt sechs Betten mit Zusatzausstattung vor, die genau für Patienten wie Herrn Woitschikoski ausgelegt sind“, erklärt PD Dr. Marcus Wiemer, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin am JWK. „Hier haben wir alle Möglichkeiten, den Ursachen dieses akuten Brustschmerzes nachzugehen und die entsprechenden Therapien einzuleiten.“ Ralf Woitschikowski, so stellte sich heraus, hatte einen schweren Herzinfarkt erlitten. Das hatten die Mediziner am Johannes Wesling Klinikum innerhalb kürzester Zeit herausgefunden. „In unserem nur wenige Meter entfernten Herzkatheterlabor konnten wir dann sofort mit der Behandlung beginnen“, berichtet der behandelnde Oberarzt Dr. Christian Heer. „Mit Hilfe eines Katheters gelang es uns, das für den Herzinfarkt verantwortliche, verstopfte Herzkranzgefäß frei zu machen, zu weiten und anschließend eine Gefäßstütze einzusetzen.“

Die schnelle und kompetente Versorgung rettete Ralf Woitschikowski nicht nur das Leben.

Hohe Spezialisierung rettet Leben

Nicht immer ist es ein Herzinfarkt, der die Ursache für den akuten Brustschmerz ist. Auch Magen- oder Speiseröhrenprobleme, eine Lungenembolie oder eine angerissene Aorta kommen als Ursache in Frage. „Mit unserer „Chest Pain Unit“ sind wir spezialisiert, möglichst schnell die richtige Diagnose zu treffen, den Patienten weiter zu behandeln oder den passen Spezialisten aus der Radiologie oder Chirurgie mit dazu zu holen“, führt Chefarzt Wiemer aus. Die Qualität dieser Spezialeinheiten auf der Intensivstation wird regelmäßig von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie überprüft. Die Mindener Betten waren 2009 die ersten in Ostwestfalen-Lippe, die eine solche Zertifizierung der Fachgesellschaft erhalten hatten. Nach drei Jahren wurde jetzt erneut der hohe Versorgungsstandard für die Menschen im Kreis Minden-Lübbecke bestätigt. Die „Chest Pain Unit“ wurde zuletzt sogar noch um zwei Betten ergänzt. Zum Gesamtkonzept gehören eine hohe fachliche Qualifikation der ärztlichen und pflegerischen Mitarbeiter in dem Bereich, eine 24-Stunden Bereitschaft und hohe Ansprüche an die technische Ausstattung an jedem der sechs Intensiv-Betten.

Die schnelle und kompetente Versorgung rettete Ralf Woitschikowski nicht nur das Leben. „Die Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff sorgt schon nach kurzer Zeit für ein Absterben der Zellen“, erklärt Wiemer. „Das führt normalerweise zu irreversiblen Schäden. Im Fall von Herrn Woitschikowski konnten wir aber so schnell behandeln, dass er schon bald wieder fast ganz gesund sein wird.“ 48 Stunden, so lange wird der 49-Jährige nach seinem schweren Herzinfarkt noch im Johannes Wesling Klinikum zur Beobachtung bleiben. Dann kann er wieder nach Hause. Unser Foto zeigt Ralf Woitschikowski, der Dank schneller Diagnostik und Therapie wieder auf dem Weg der Besserung ist. Behandelt wird er von PD Dr. Marcus Wiemer, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin am JWK, und seinem Oberarzt, Dr. Christian Heer. (Text: Ulrike Meyer auf der Heide – Mühlenkreiskliniken AöR / Foto: MKK)

 

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