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Gütesiegel für MRSA-Prophylaxe

Das Krankenhaus Lübbecke-Rahden hat das Qualitätssiegel MRSA erhalten. Die Auszeichnung des regionalen Modellnetzwerks MRE-Nordwest wird für den vorbildlichen Schutz vor multiresistenten Erregern (MRE) vergeben. „Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung“, betont Geschäftsführerin Tanja Warda. „Sie ist das Ergebnis unserer konsequenten Anstrengung für mehr Versorgungsqualität und mehr Versorgungssicherheit für unsere Patientinnen und Patienten.“ Landrat Dr. Ralf Niermann hob in seiner Rede zur Verleihung den Einsatz des Krankenhauses hervor. „Ich hoffe, dass dieses Ansporn für die anderen Krankenhäuser im Kreis Minden-Lübbecke ist, dieses Siegel ebenfalls zu erwerben“, so Niermann.

MRSA, das steht für „Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus“. Gemeint ist damit einer der am häufigsten auftretenden multiresistenten Erreger. Dabei handelt es sich um Bakterienstämme, die gegen viele bisher verfügbare Antibiotika resistent sind und die schwer behandelbare Infektionen verursachen können. „Träger eines solchen Keimes kann jeder sein“, erklärt Dr. Peter Witte, Leiter des Gesundheitsamtes des Kreises Minden-Lübbecke, der das Qualitätssiegel zusammen mit dem Landrat überreichte. „Wir wissen aus Studien und Untersuchungen des Gesundheitsamtes zusammen mit der Universität Bielefeld, dass im Kreis Minden-Lübbecke die MRSA-Rate unter Patienten in Krankenhäusern und Reha-Kliniken bei zwei bis drei Prozent liegt, das heißt, jeder 30. bis 50. neu aufgenommene Patient ist Träger dieses Krankheitserregers. Er selber muss hierbei nicht krank sein und weiß zum Teil gar nichts davon, dass er Keimträger ist.“

Das Krankenhaus Lübbecke-Rahden hat das Qualitätssiegel MRSA erhalten. Die Auszeichnung des regionalen Modellnetzwerks MRE-Nordwest wird für den vorbildlichen Schutz vor multiresistenten Erregern (MRE) vergeben.

Laufende Risikobewertung

Genau dieses Risiko ist es, das schon bei der Aufnahme am Krankenhaus Lübbecke-Rahden bewertet wird. Bringen Patienten ein bestimmtes Risikoprofil mit, dann wird ein Test gemacht und überprüft, ob sie Träger eines entsprechenden Keimes sind. „Bei gesunden, immunkompetenten Personen sind diese Erreger weitestgehend ungefährlich“, erläutert Prof. Dr. Franz-Josef Schmitz, Chefarzt des Institutes für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie, Hygiene, Umwelt- und Transfusionsmedizin der Mühlenkreiskliniken. „Gelangen sie aber bei kranken, imunsuppremierten Patienten beispielsweise an eine Wunde, dann können sie sehr bedrohliche und schwer behandelbare Infektionen auslösen, zumal die therapeutischen Möglichkeiten eingeschränkt sind aufgrund der Multiresistenz gegenüber verschiedenen Antibiotika-Klassen.“ Dies gilt es so weit wie möglich zu vermeiden. Ist ein Patient positiv auf einen resistenten Erreger getestet, so werden für die betreffenden Patienten entsprechende Schutz- und Hygienemaßnahmen ergriffen. Sie werden in einem Einzelzimmer untergebracht und das ärztliche und pflegerische Personal darf die Betreffenden nur in entsprechender Schutzleidung und mit angelegtem Mundschutz behandeln und versorgen. Diese werden unmittelbar nach dem Kontakt entsorgt.

Natürlich müssen, wie bei jedem anderen Patientenkontakt auch, die Hände gründlich desinfiziert werden. Das Gleiche gilt auch für Besucherinnen und Besucher.

Eine der wesentlichen weiteren Maßnahmen ist es, die Mitarbeiter des Krankenhauses Lübbecke-Rahden ständig zu schulen und das Bewusstsein für das wichtige Thema zu schärfen. Ein Baustein der MRSA-Prophylaxe ist auch die Information von Patientinnen und Patienten und deren Besuchern im Krankenhaus. Sie sind gehalten, sich unbedingt an die hohen hygienische Standards zu halten, um mitzuhelfen eine Verbreitung von Erregern zu verhindern.

Unsere Fotos zeigen oben von links Stefanie Greve und Wolfgang Witte, Hygienefachkräfte am Krankenhaus Lübbecke-Rahden, Gerlinde Helbig, Stellvertretende Pflegedirektorin des Krankenhauses Lübbecke-Rahden, Prof. Dr. Franz-Josef Schmitz, Chefarzt des Institutes für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie, Hygiene, Umwelt- und Transfusionsmedizin der Mühlenkreiskliniken, Prof. Dr. Claudia Hornberg, Modellnetzwerk MRW-Nordwest, Dr. Michael Fantini, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Lübbecke-Rahden, Dr. Peter Witte, Leiter des Gesundheitsamtes des Kreise Minden-Lübbecke, die sich über die Auszeichnung für besondere Hygienestandards freuen.

Foto Mitte: Von Risikopatienten werden im Krankenhaus Lübbecke-Rahden mit Hilfe eines Wattestäbchens Abstriche aus dem Mund genommen. Die Probe wird anschließend auf einer Nährlösung verteilt. Sollte der betreffende Patient Träger eines Multiresistenten Keimes sein, würde dieser sich innerhalb eines Tages, für das Auge sichtbar, vermehren.

Foto unten: Von Risikopatienten werden im Krankenhaus Lübbecke-Rahden mit Hilfe eines Wattestäbchens Abstriche aus dem Mund genommen. (Text: Steffen Ellerhoff – Mühlenkreiskliniken AöR / Fotos: MKK)

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