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Eingriff am Herzen – leicht von der Hand

Es begann mit Schmerzen im Brustbereich, erinnert sich Friedhardt Gutsche. Es war nicht das erste Mal, dass er diese Symptome verspürte. Und so hatte er schon eine Vorahnung, dass eventuell wieder ein Eingriff an seinem Herzen bevorstehen könnte. Tatsächlich stellte sich bei den anschließenden Untersuchungen heraus, dass der 75-Jährige an einer Verengung der Gefäße litt, die das Herz mit Blut versorgen.

„Das ist ein Phänomen, an dem viele Menschen leiden“, erklärt PD Dr Marcus Wiemer, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin am Johannes Wesling Klinikum Minden. „Im Laufe eines Lebens können sich in den Blutgefäßen Ablagerungen bilden. Sie werden dann enger und enger und schließlich können sie die Blutversorgung stoppen.“ Bei Friedhardt Gutsche stellte sich heraus, dass es sich bei seinen Beschwerden um das typische Symptom der Gefäßverengung handelte. Die Experten sprechen dann von „Angina Pectoris“, dem plötzlich auftretenden Brustschmerz. „Richtigerweise hat sich Herr Gutsche umgehend in ärztliche Behandlung begeben, und wir konnten ihm schließlich helfen.“

Es begann mit Schmerzen im Brustbereich, erinnert sich Friedhardt Gutsche.

Unmittelbar nach dem Herzkathetereingriff über die Hand kann Friedland Gutsche seinem behandelnden Arzt, PD Dr. Marcus Wiemer, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin, im Sitzen auf Augenhöhe begegnen. (Foto: MKK)

Eingriff sichert Blutversorgung

Gutsche stand ein Eingriff im Herzkatheterlabor bevor. Dabei wird ein dünner Schlauch über eine Arterie so weit in den Körper geschoben, bis der Kardiologe an der Engstelle am Herzen angelangt ist. Mit Hilfe eines Ballons wird das Gefäß geweitet und ein Stent gesetzt. Dieser Stent hält die Blutbahn dauerhaft offen und das Blut kann fließen. Diese Eingriffe werden unter Röntgenkontrolle durchgeführt, so dass der Mediziner immer sehen kann, ob der erwünschte Effekt auch eingetreten ist und ob der Stent an der richtigen Stelle sitzt.

„Normalerweise wird bei so einem Eingriff der Herzkatheter über die Leistenarterie eingeführt“, erklärt Chefarzt Wiemer. „Im Johannes Wesling Klinikum Minden haben wir bereits umfangreiche Erfahrung mit einer alternativen Behandlung gesammelt. Fast 5.000 Mal haben wir Herzkathetereingriffe und Untersuchungen über das Handgefäß gemacht, über die Arteria radiales.“

Diese Variante erfordert viel Erfahrung und ist für den Kardiologen etwas komplizierter. Die Vorteile liegen für den Patienten im wahrsten Sinne auf der Hand. Diese können unmittelbar nach dem Eingriff aufstehen und sich bewegen. Mögliche Nachblutungen können an der Hand sehr viel besser kontrolliert und unterbunden werden als an der Leiste. „Es gibt kaum nennenswerten Nebenwirkungen, und für den Patienten ist so ein Eingriff über die Hand wesentlich angenehmer als über die Leistenarterie“, ergänzt Herzspezialist Wiemer. Um diese Methode auch in der Fachwelt in Ostwestfalen-Lippe und dem angrenzenden Niedersachsen bekannter zu machen, hatte die Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin zu einem wissenschaftlichen Kongress mit namhaften Experten aus Berlin, Frankfurt und Essen nach Minden eingeladen.

Schonend für den Patienten

Auch für Friedhardt Gutsche kam diese moderne und schonende Variante in Frage. „Ich hatte bereits vor vier Jahren mehrere Stents bekommen. Ich musste damals mehrere Stunden mit einem Druckverband liegen und durfte nicht aufstehen. Dass hatte ich in nicht guter Erinnerung. So schien mir der Eingriff über die Hand eine gute Alternative.“ Zunächst wurden bei dem 75-Jährigen die Gefäße mit Hilfe eines Ballons geweitet und anschließend an der Engstellen ein medikamentenbeschichteter Stent implantiert. Die Beschichtung soll verhindern, dass sich Ablagerungen an der Gefäßstütze bilden können.

Bereits nach etwa einer Stunde war der Eingriff überstanden und Friedhardt Gutsche konnte schon wieder neben seinem behandelnden Arzt sitzen. Sein Fazit, einen Monat nach dem Aufenthalt im Johannes Wesling Klinikum Minden: „Mir geht es wieder recht gut. Auf jeden Fall fühle ich mich viel fitter als vor dem Eingriff. Falls ich mich noch einmal einer Herzkatheteruntersuchung unterziehen müsste, und das ist ja in meinem Fall nicht ganz unwahrscheinlich, dann würde ich das auf jeden Fall wieder über die Hand machen lassen.“

(Text: Steffen Ellerhoff - Mühlenkreiskliniken AöR)

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