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Durchblutungsstörung sichtbar gemacht

Schmerzende Beine und Füße oder schlecht heilende Wunden, Störungen der Empfindsamkeit an Armen und Beinen oder auch die so genannte „Schaufensterkrankheit“ – all dies können Hinweise auf eine Durchblutungsstörung sein. Dabei werden die betroffenen Körperregionen nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. 

Eine mögliche Erklärung für Durchblutungsstörungen: Ein Blutgefäß ist verstopft oder verengt und führt damit zu einem verminderten Blutfluss. Um der genauen Ursache für solche Ausfallerscheinungen auf die Spur zu kommen, benötigen Mediziner eine Technik, um die Blutgefäße, also Venen und Arterien, bildlich darstellen zu können: die Angiographie. Am Krankenhaus Bad Oeynhausen wurde jetzt eine neue und moderne Angiographieanlage installiert und in Betrieb genommen. Es handelt sich dabei um eine digitale Substraktionsangiographieanlage (DSA).

„Sie müssen sich das so vorstellen“, erklärt Thomas Müller, Oberarzt der Konzernradiologie und Facharzt für Diagnostische Radiologie der Mühlenkreiskliniken im Krankenhaus Bad Oeynhausen, die Funktionsweise des Gerätes. „Wir machen zwei Röntgenaufnahmen des menschlichen Körpers. Die erste Aufnahme ohne Kontrastmittel. Die zweite Aufnahme mit einem jodhaltigen Kontrastmittel, das über einen Katheter in das Blutgefäß eingespritzt wird. Dann subtrahiert der Computer beide Bilder voneinander. Zurück bleibt eine sehr präzise Bildgebung der Blutgefäßregion.“ 

Eigentlich können Blutgefäße nicht mit der herkömmlichen Röntgentechnik dargestellt werden. Um dies dennoch zu ermöglichen, wird den Patienten ein jodhaltiges Kontrastmittel in die Vene oder die Arterie direkt eingespritzt. Mit Hilfe dieses Kontrastmittels können dann die Blutgefäße und ihre Funktionalität sichtbar gemacht werden. 

„Hier, wie auch an unseren anderen Standorten in Lübbecke und Minden, können wir aber nicht nur diagnostizieren“, verdeutlicht Prof. Dr. Wolf-Dieter Reinbold; Chefarzt des Institutes für Radiologie am zukünftigen Universitätsklinikum in Minden und Leiter der Konzernradiologie. „Mit Hilfe der Kathetertechnik können meine hoch spezialisierten Mitarbeiter auch interventionelle Eingriffe an den Blutgefäßen vornehmen. Über kleine Schläuche, sogenannte Katheter, können wir uns in die Blutgefäße vorwagen und dort verengte Stellen aufweiten oder Verstopfungen beseitigen. Auch können wir so Blutungen stillen oder Blutgefäße die Tumore versorgen verstopfen.“

Eigentlich können Blutgefäße nicht mit der herkömmlichen Röntgentechnik dargestellt werden.

Unsere Fotos: oben - Die neue Substraktionsangiographieanlage am Krankenhaus Bad Oeynhausen ermöglicht eine genaue Darstellung der Blutgefäße des menschlichen Körpers und Eingriffe zur Behandlung von krankhaften Veränderungen der Gefäße; freuen sich über die neu installierte Substraktionsangiographieanlage, die präzise Bildgebung bei gelichzeitiger Reduktion der Strahlenbelastung ermöglich: von links Prof Dr. Wolf-Dieter Reinbold; Chefarzt des Institutes für Radiologie am zukünftigen Universitätsklinikum in Minden und Leiter der Konzernradiologie, Dr. Mathias Emmerich, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Bad Oeynhausen, Thomas Sander Pflegedienstleiter des Krankenhauses Bad Oeynhausen, Thomas Müller, Oberarzt der Konzernradiologie und Facharzt für Diagnostische Radiologie der Mühlenkreiskliniken im Krankenhaus Bad Oeynhausen, Christine Lockett, Medizinisch-Technische Radiologieassistentin, Martina Küsel, Medizinisch-Technische Radiologieassistentin, Heinrich Wilhelm Dalke von der Firma Philips, und Architekt Ralf Cziesla. (Fotos: MKK)

Moderne Technik für die Versorgungsqualität

Das neue digitale Substraktionsangiographiegerät und die neue Raumausstattung erfüllen alle Anforderungen, die an moderne bildgebende Diagnostik gestellt werden. Die C-Bogen Geometrie der Anlage, sowie das eingebaute Flachdetektor-System bietet den Medizinern eine große Flexibilität, welche sowohl das Erstellen von qualitativ hochwertigen Aufnahmen, als auch medizinische Eingriffe, wie das Setzen von Stents, erlaubt. 

Mit dieser Angiographieanlage können auch Untersuchungen mit CO2-Gas als Kontrastmittel für die Behandlung von nierenkranken Patienten und Allergikern eingesetzt werden. Mit Hilfe der modernen digitalen Technik ist auch eine erhebliche Strahlendosisreduktion für Patienten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um über 50 Prozent möglich, betont Reinbold, der gleichzeitig Leiter der ärztlichen Stelle Radiologie und somit zuständig für den Strahlenschutz im Ärztekammer Bezirk Westfalen-Lippe für die Landesregierung ist. 

Eckpfeiler gelebter Interdisziplinarität

Der ärztliche Direktor des Krankenhauses Bad Oeynhausen, Dr. Mathias Emmerich, sieht in der neuen Anlage eine wertvolle Ergänzung: „Dieses Gerät bietet unseren Ärzten bei ihrer Arbeit eine hohe diagnostische Genauigkeit. Ich bin sicher, dass die Anlage dadurch auch den Ärzten in der Konzerngefäßchirurgie um den zuständigen Chefarzt, Dr. Heinrich Walter, von großen Nutzen sein wird.“ 

Das bestätigt auch Dr. Danuta Wilma-Gapinski, Radiologin am Standort Bad Oeynhausen. „Wir kooperieren sehr eng mit unseren gefäßchirurgischen Kollegen. Täglich besprechen wir gemeinsam die Bilder die wir hier erstellen, um so das bestmögliche Ergebnis bei der bevorstehenden Operation erreichen zu können.“ Das neue System konnte nach vierwöchiger Umbauzeit eingesetzt werden. Die Kosten für den Umbau und das Gerät betrugen rund 420.000 Euro.

(Text: Steffen Ellerhoff - Mühlenkreiskliniken AöR) 

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