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Bessere Heilungschancen bei fortgeschrittenem Darmkrebs

In den letzten zehn Jahren hat sich die Behandlung des Darmkrebses bei Leber- und Lungenabsiedlungen, so genannte Metastasen, deutlich weiterentwickelt. Viele Patienten, bei denen noch vor wenigen Jahren keine Aussicht auf Heilung mit nur kurzen Überlebenszeiten bestand, gibt es heute eine berechtigte Hoffnung auf ein deutlich längeres Überleben, bei einem Teil sogar auf Heilung. Um dieses wichtige Wissen weiter zu verbreiten und den betroffenen Patienten möglichst schnell zu Gute kommen zu lassen steht das Darmkrebszentrum Minden gemeinsam mit dem Hausärzteverbund in ständigem Kontakt und Austausch. Im Mai 2012 wurde so ein gemeinsames Arztseminar im Johannes Wesling Klinikum Minden veranstaltet.

Neueste Operationstechniken wurden den Fachleuten vorgestellt und erklärt. Ein Beispiel: Die zweizeitige Leberoperation, die am Paul-Brousse Hospital in Paris entwickelt wurde. Der Mindener Chirurg Dr. Daniel Zeyse stellt die Methode vor, für die ein spezielles Operationsinstrumentarium nötig ist. Ultraschallwellen zerteilen bei dieser Technik das Lebergewebe unter Erhalt der Gefäßstrukturen. Die Anschaffung der Geräte wurde vom „Förderverein der operativen Kliniken am Johannes- Wesling Klinikum Minden e.V.“ ermöglicht und finanziert. So kann dieses neue und innovative Behandlungskonzept vollständig technisch umgesetzt werden. Auch die Behandlung von Lungenmetastasen durch das Netzwerk der Krebsspezialisten in Minden unter Einschluss der Thoraxchirurgie wurde vorgestellt.

In den letzten zehn Jahren hat sich die Behandlung des Darmkrebses bei Leber- und Lungenabsiedlungen, so genannte Metastasen, deutlich weiterentwickelt.

„Im Sinne einer optimalen Patientenversorgung ist es für uns enorm wichtig, im ständigen Kontakt zwischen niedergelassenen Mediziner und Klinikern zu sein. Dem regelmäßigen Austausch und dem Wissenstransfer kommt da eine unheimliche Bedeutung zu“, betonte Dr. Friederike Reuter-Kosmowicz vom Hausärzteverbund Minden. Prof. Dr. Berthold Gerdes, Chefarzt der Allgemeinchirurgie am Johannes Wesling Klinikum Minden (JWK) und Leiter des Darmkrebszentrums Minden stellte den Hintergrund der Veranstaltung vor: „Es gibt gute Nachrichten für Patienten, die an einer Darmkrebserkrankung leiden. In den vergangenen zehn Jahren hat es entscheidende Neuerungen sowohl in der Chemotherapie als auch in den chirurgischen Strategien gegeben. Die Überlebenswahrscheinlichkeit bei Patienten in einem fortgeschrittenen Tumorstadium hat sich hierdurch erheblich verbessert.“

Qualitätssicherung durch enge Kooperation

Prof. Dr. Carsten Gartung, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie am JWK und stellvertretender Leiter des Darmkrebszentrums Minden berichtete darüber, welche gesicherten Vorteile für Tumorpatienten existieren, die in spezialisierten Zentren behandelt werden. Diese Zentren werden ständig durch die Deutsche Krebsgesellschaft auf ihre Strukturen, ihr Leistungsspektrum und ihre Behandlungsqualität überprüft. Wenn Patienten in einem Darmkrebszentrum behandelt werden, erfolgt schon heute die Behandlung nachweislich leitliniengerechter als außerhalb eines Darmkrebszentrums. „Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf den Erfolg der Behandlung“, so Gartung. „In Minden haben sich alle auf die Krebsbehandlung spezialisierten Ärzte zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. So werden alle Patienten, die im Darmkrebszentrum Minden behandelt werden in einer gemeinsamen Tumorkonferenz von Onkologen, Strahlentherapeuten, Chirurgen, Gastroenterologen, Pathologen und Radiologen besprochen.“ Genau in dieser Form des „Interdisziplinären Tumorkolloquiums“ wurde beim „Arztseminar Darmkrebs“ am Johannes Wesling Klinikum jetzt die Behandlung der Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen besprochen. Prof. Martin Griesshammer, Chefarzt der Onkologie am JWK Minden, Dr. Hans-Joachim Tischler, leitender Oberarzt der Onkologie und Dr. Enno Moorahrend aus der onkologischen Gemeinschaftspraxis Minden/Porta stellten die Neuerungen in der Chemotherapie vor. PD Dr. Udo Kellner, Leiter der Pathologie und Molekularbiologie am JWK berichtete, wie Genveränderungen in den Tumoren Einfluss auf die Therapie haben. Dr. Martin Sure von der Strahlentherapie am Klinikum erläuterte den Stellenwert der Strahlentherapie. Gemeinsam mit den Chirurgen wurden Konzepte diskutiert, wie durch die kombinierte Nutzung von onkologischen und chirurgischen Möglichkeiten Patienten mit Lebermetastasen auch in beiden Lappen der Leber heutzutage eine reale Chance erhalten können. Nach dem Tumorkolloquium folgte eine fachlich angeregte Diskussion, in der unter anderem die sektorenübergreifende Zusammenarbeit von Krankenhausärzten und niedergelassenen Ärzten im Interesse der Patienten des Darmkrebszentrums besprochen wurde. Neben der Vereinbarung darüber, wie Informationen über die Patienten ausgetauscht werden, wurde mit Dr. Bernd Bokemeyer aus der Gastroenterologischen Gemeinschaftspraxis Minden, dem Nachsorgebeauftragten und stellvertretenden Leiter des Darmkrebszentrums, die Nachsorge der Patienten nach Abschluss der Behandlung besprochen.

Qualitätssicherung durch enge Kooperation

Prof. Dr. Carsten Gartung, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie am JWK und stellvertretender Leiter des Darmkrebszentrums Minden berichtete darüber, welche gesicherten Vorteile für Tumorpatienten existieren, die in spezialisierten Zentren behandelt werden. Diese Zentren werden ständig durch die Deutsche Krebsgesellschaft auf ihre Strukturen, ihr Leistungsspektrum und ihre Behandlungsqualität überprüft. Wenn Patienten in einem Darmkrebszentrum behandelt werden, erfolgt schon heute die Behandlung nachweislich leitliniengerechter als außerhalb eines Darmkrebszentrums. „Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf den Erfolg der Therapie und der Behandlung“, so Gartung. „In Minden haben sich alle auf die Krebsbehandlung spezialisierten Ärzte zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. So werden alle Patienten, die im Darmkrebszentrum Minden behandelt werden in einer gemeinsamen Tumorkonferenz von Onkologen, Strahlentherapeuten, Chirurgen, Gastroenterologen, Pathologen und Radiologen besprochen.“

Unser Foto: Ultraschallwellen sorgen für einen möglichst schonenden Operationsverlauf. Die Gefäßstrukturen des Lebergewebes können erhalten werden. Der Leberchirurg demonstriert das Gerät zur Entfernung einer Lebermetastase, das mit Unterstützung des „Fördervereins der operativen Kliniken am Johannes Wesling Klinikum“ angeschafft wurde. (Text: Steffen Ellerhoff / Foto: MKK)

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