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1. voll zertifiziertes Wundmanagement

Mit dem Rettungswagen kommt ein Patient ins Krankenhaus. Verdacht auf Lungenentzündung, die Zeit drängt. Quasi nebenbei stellen die Ärzte eine so genannte Begleiterkrankung fest: Der Kranke hat Geschwüre an den Beinen, womöglich schon seit Jahren. Das macht es nicht leichter. Trotzdem: Das Krankenhaus Bad Oeynhausen ist genau die richtige Adresse.

Als erste Klinik in Deutschland hat das MKK-Krankenhaus Bad Oeynhausen ein zertifiziertes Wundmanagement. Das Siegel „Stationäre Wundversorgung in der Klinik“, nach detaillierter Untersuchung vor Ort vergeben von der Initiative Chronische Wunden (ICW), ist kürzlich eingetroffen. Das bedeutet: Wundtherapie nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, der Nachweis für hochwertige Versorgung, ein Qualitätsmodell. Das Krankenhaus Bad Oeynhausen hat die Vorgaben erfüllt. Das Siegel bürgt für gute Arbeit.

Alle Fachabteilungen am Krankenhaus Bad Oeynhausen mit einbezogen
 Der Kranke hat Geschwüre an den Beinen, womöglich schon seit Jahren.„Jetzt bauen wir ein Netzwerk auf“, kündigt Uwe Frederking an, Beauftragter für das Qualitätsmanagement am Krankenhaus. Erste Treffen mit Wundexperten heimischer Pflegeheime habe es bereits gegeben, weitere seien in Planung. So soll kontinuierliche Weiterversorgung gewährleistet sein. Sieben deutsche Krankenhäuser waren zuletzt als Wundzentren zertifiziert, jedoch nur in Teilbereichen. „Das Krankenhaus Bad Oeynhausen ist das erste, das alle Fachabteilungen einbezieht“, so Auditorin Martina Lange von der ICW-Geschäftsstelle in Magdeburg. Zum Wundmanagement gehören unter anderem Anamnese (die Leidensgeschichte des Kranken aus dessen eigener Sicht), Untersuchung, Behandlung, Schmerzmanagement und Dokumentation. Was hat der Patient davon? Zum Beispiel nimmt die Lebensqualität wieder zu. „Durch ein zentrales, klinikübergreifendes Wundmanagement werden Wunden auf hohem Niveau versorgt“, betont Uwe Frederking als Qualitätsmanagementbeauftragter.

Wunden, die nicht heilen, stellen Mediziner und die Pflege vor große Aufgaben
Gemeint sind ausschließlich chronische Wunden, die innerhalb von vier bis sechs Wochen nach ihrer Entstehung trotz Therapie nicht heilen. Besonders gefährdet sind ältere oder bettlägerige Menschen, Diabetiker und Menschen mit Gefäßerkrankungen. Unversorgte chronische Wunden verkürzen die Lebenserwartung und können zu schweren Infektionen führen. Risikofaktoren sind beispielsweise starkes Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes oder Rauchen. Diabetische Füße, wunde Stellen vom Liegen (Mediziner sprechen von Druckgeschwüren), offene Beine: Wunden, die nicht heilen, stellen Ärzte und Pfleger vor große Aufgaben. Bundesweit leiden bis zu vier Millionen Menschen an chronischen Wunden, viele seit Jahren, etliche im Verborgenen. Nach ICW-Angaben werden nur 20 Prozent aller Menschen mit chronischen Wunden differenziert versorgt. Binnen weniger Tage sollte eine Wunde deutlich abheilen. Wenn nicht, ist sie ein Fall für Experten. „Manche Menschen verdrängen ihre chronischen Wunden über Jahrzehnte“, weiß Dr. Stefan Heisel, Oberarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und ärztlicher Wundexperte am Krankenhaus Bad Oeynhausen. „Wenn sich eine generalisierte Infektion bildet, kann es jedoch lebensgefährlich werden“, warnt er. Bei diesen Allgemeininfektionen gelangen Krankheitserreger in den Organismus und breiten sich aus. „Eine schleichende Erkrankung“, so Heisel, „kann dann plötzlich umschlagen.“

Jede Wunde hat ihre Ursache
Es gibt auch Menschen, die entnervt sind, manchmal nach Jahrzehnten. „Sie haben irgendwann keinen Sinn mehr gesehen“, berichtet Stefan Haseloh, pflegerischer Wundexperte am Krankenhaus Bad Oeynhausen. „Professionelles Wundmanagement gab’s ja nicht immer.“ Kliniken wie das Krankenhaus Bad Oeynhausen sind da klar im Vorteil. „Wir haben Möglichkeiten, in Abstimmung mit dem behandelnden niedergelassenen Arzt Ursachenforschung zu betreiben.“ betont Qualitätsmanager Uwe Frederking. „Jede Wunde hat ihre Ursache“, fügt Dr. Stefan Heisel hinzu. „Es reicht nicht, einfach nur etwas draufzutun.“ Beim diabetischen Fuß zum Beispiel, der im Zusammenhang mit Zuckerkrankheit auftritt, sind die Patienten häufig gefäßkrank. Heisel: „Patienten sollen wissen, dass sie eine Anlaufstelle haben - unser Krankenhaus.“

Unabhängige Überprüfung von Abläufen und Versorgungsqualität
Die Initiative Chronische Wunden, 1995 unter anderem von Ärzten und Pflegenden gegründet, ist seit 2002 ein eingetragener Verein mit dem Ziel, überall eine optimale Wundversorgung zu erreichen. Bei der Zertifizierung wird dies während der Behandlung durch Fachauditoren überprüft. „Bewusst hat sich das Krankenhaus Bad Oeynhausen damit einer unabhängigen Überprüfung von Abläufen und Versorgungsqualität gestellt“, so Geschäftsführer Holger Stürmann. In anderen Kliniken hapert es nach den Erfahrungen der ICW häufig an fehlender standardisierter Diagnostik, einer unter den einzelnen Akteuren nicht abgestimmten Therapie oder mangelnder Kommunikation zwischen Krankenhaus und dem ambulanten Bereich. In den vergangenen Jahren hat die ICW dazu beigetragen, dass mehr als 20 000 Menschen aus unterschiedlichen Bereichen in der Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden qualifiziert worden sind. Eine ICW-Regionalgruppe gab es in Bad Oeynhausen bereits vor der Zertifizierung.

Unsere Fotos zeigen oben von links Pflegedirektor Thomas Sander, pflegerischer Wundexperte Stefan Haseloh, Dr. Stefan Heisel, Oberarzt für Gefäßchirurgie und ärztlicher Wundexperte, Holger Stürmann, Geschäftsführer des Krankenhauses Bad Oeynhausen, Wundexpertin Ute Bollhöfer, Auditorin Martina Lange von der ICW-Geschäftsstelle und Uwe Frederking, Beauftragter für Qualitätsmanagement am Krankenhaus Bad Oeynhausen; unten Stefan Haseloff, der pflegerische Wundexperte am MKK-Krankenhaus Bad Oeynhausen. Hier verwendet er einen schonenden Schaumverband bei der Wundversorgung. (Text: Ulrike Meyer auf der Heide - Mühlenkreiskliniken AöR / Fotos: MKK)

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