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Kürbisse: Eine Liebe mit Geschichte

Wer bei Kürbis an sauer Eingemachtes denkt, wird erstaunt sein. Gegrillt, gebraten, gedünstet, gekocht oder frittiert, süß oder herzhaft gewürzt, machen sie immer wieder eine gute Figur in der Küche und auf dem Teller. Rund, gelb und richtig groß – Kürbisse haben endlich wieder Saison. Und das nicht nur zu Halloween! In den Auslagen liegen Kürbisse in unterschiedlichsten Formen und Farben, u.a. in der Markthalle Lübbecke oder auf der Deele des Obsthofes Wickemeyer in Bad Holzhausen: kleine und große, mit Häubchen, in Flaschen- und anderen Formen. Dazu kommen nicht essbare Zierkürbisse, deren Form an Meeresfrüchte erinnert.

Kürbisse sind nicht nur Kult, sondern auch Kulturpflanzen. Sie gelten als eine der ältesten der Erde und ernähren den Menschen schon seit Jahrtausenden. Prähistorische Funde von Kürbissamen lassen sich sogar auf die Zeit um 10.000 vor Christus zurückdatieren. Seit einigen Jahren kommt der Kürbis, egal ob als Zierde vor der Haustür oder als Gericht auf dem Teller, mehr und mehr in den herbstlichen Mittelpunkt. Die Menschen sind auf den Kürbis gekommen - aber neu ist diese Liebe nicht.

In Mittel- und Südamerika wurden Kürbisse also schon vor etwa 10.000 Jahren von den Mayas und Azteken angebaut. Das besondere Gemüse gehört zu den größten Früchten, die Mutter Erde uns schenkt. Manche Kürbisse, so man sie in Ruhe wachsen lässt, können ein Gewicht von bis zu 500 kg erreichen. Auf den Teller oder in den Suppentopf passen sie dann allerdings nicht mehr! Das Fleisch enthält wenig Kalorien, dafür einige wertvolle Nährstoffe und wichtige gesundheitsfördernde Stoffe. Kerne und Öle dagegen sind Kalorienbomben, in denen aber auch viel Gutes steckt.
Seit Kolumbus Amerika und damit auch den Kürbis entdeckt hat, erobert das anpassungsfähige Gemüse die ganze Welt. Mittlerweise gibt es eine unüberschaubare Flut von Kürbissorten. Durch viele Neuzüchtungen hat sich ihre Zahl auf 1.000 Sorten erhöht; in jedem Jahr kommen neue hinzu. Kürbis ist noch lange nicht gleich Kürbis. Unter ihnen gibt es ein paar wahre Leckerbissen! Es gibt neben der Sortenvielfalt Speise- und Zierkürbisse, Sommer- und Winterkürbisse. 

Rund, gelb und richtig groß – Kürbisse haben endlich wieder Saison.

Einer der beliebtesten Kürbisse ist der Hokkaido. Sein Name ist Programm, denn diese Sorte hat ihren Namen von der japanischen Insel Hokkaido, wo sie seit jeher gezüchtet wird. Der Hokkaido-Kürbis ist mit einem Gewicht von etwa einem bis zwei Kilogramm relativ klein. Seine Schale ist meist orange, manchmal auch dunkelgrün. Im Innern verbirgt der Kürbis ein festes, faserarmes Fruchtfleisch. Er hat einen leicht nussigen Geschmack. Eine Besonderheit beim Hokkaido-Kürbis ist die Tatsache, dass er vor dem Verzehr nicht von seiner Schale befreit werden muss. Sie kann ohne Bedenken mitgegart und mitgegessen werden. Achten Sie beim Einkauf auch auf den Stiel: Er muss sich holzig und hart anfühlen. Die Schale sollte fest sein, sodass ein hohler Ton erklingt, wenn Sie darauf klopfen. Einmal angeschnitten, hält sich der Kürbis nicht lange. Bleibt er jedoch ganz, lässt er sich dank seiner harten Schale und mit einem intakten Stiel an einem trockenen und kühlen Ort oft Monate lagern.
Übrigens – der größte jemals in Deutschland geerntete Kürbis wog 668 Kilogramm. Er wuchs in einem sächsischen Garten. 2011 brachte Niedersachsens dickster Kürbis 384 Kilogramm auf die Waage – 1. Platz bei den niedersächsischen Kürbismeisterschaften in Börßum (Landkreis Wolfenbüttel). (Text: Annina Pietza, Senioren Journal)

Kürbissuppen sind der kulinarische Renner der Herbstsaison. Zwei Rezepte haben wir aufgeschrieben (jeweils für vier Personen):

Kürbis-/Käsesuppe
1 kg Kürbisfleisch, 1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 60 g Butter, ¼ L Fleischbrühe, Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer, 2 TL Piment, ¼ L trockener Weißwein, 200 g Schmelzkäse, Ingwer nach Geschmack, Suppencroutons.
Kürbisfleisch würfeln. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Zwiebel in Butter andünsten und Knoblauch hinzufügen. Die Kürbiswürfel zugeben und 5 bis 10 Minuten dünsten. Mit der Fleischbrühe auffüllen und 15 Minuten köcheln lassen. Weißwein zugeben. Die Suppe pürieren. Schmelzkäse zufügen und rühren bis er sich auflöst. Mit den Gewürzen abschmecken. Kurz vor dem Servieren die Croutons in die Suppentassen geben.

Kürbiscremesuppe
1 kg Kürbis, 300 g Gemüsebrühe, 100 ml Apfelsaft, 25 g frischen Ingwer, 2 Gewürznelken, 150 ml Sahne, Frischer Koriander, 4 TL Kürbisöl.

Kürbis von den Kernen entfernen, in Würfel schneiden und mit Gemüsebrühe und Apfelsaft aufsetzen. Ingwer schälen und klein schneiden. Nelken und Ingwer zum Kürbis in den Topf und zugedeckt 20 Minuten köcheln lassen. Nelken aus dem Topf entfernen, restlichen Inhalt pürieren. Vor dem Servieren die Sahne hinzugeben und die Suppe einmal kurz aufkochen lassen. Mit Koriander die Suppe garnieren. Ein paar Tropfen Kürbiskernöl runden den Geschmack ab.