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"Weit weg und ganz nah" fesselt

Es wäre schade gewesen, dieses Buch nicht gelesen zu haben: den Roman "Weit weg und ganz nah" von Jojo Moyes. Die Autorin der Bestseller "Ein ganzes halbes Jahr" und "Eine Handvoll Worte" bleibt darin ihrer Erfolgslinie von "Ein ganzes halbes Jahr" treu und entwickelt auf 512 Seiten zwei höchst unterschiedliche Handlungsstränge - ein "Schreibrezept", aus dem auch dieser Roman seinen Reiz bezieht.

Es wäre schade gewesen, dieses Buch nicht gelesen zu haben: den Roman "Weit weg und ganz nah" von Jojo Moyes. Da ist der - zunächst - erfolgreiche Ed. Eigentlich ein Eigenbrötler - neudeutsch ein richtiger Nerd - macht er sein mathematisches Talent und seine Leidenschaft für Computer zum Beruf, entwickelt mit einem Freund Software und kommt mit der gemeinsam gegründeten Firma zu Vermögen. Doch Geld ist, wie man nicht erst seit André Kostolany weiß, ein "höchst scheues Reh". Das bekommt auch Ed zu spüren, insbesondere deshalb, weil er seine Hormone nicht im Zaum hat…

Und da ist Jess. Sie kämpft putzend und kellnernd täglich ums Brot, täglich ums Überleben für sich und ihre kleine Familie, bestehend aus den mathematisch hochbegabten Tochter Constanza - Tanzie gerufen - und Stiefsohn Nicky. Alle drei sind in gewisser Weise Außenseiter in der kleinen englischen Stadt, werden gehänselt, verfolgt, bedroht. Weil Ed nach einem feuchtfröhlichen Abend zwar nach Hause fahren will, aber weder kann noch darf, hilft ihm Jess, die in der Bar kellnert und in Eds Haus putzt.

Und genau an dieser Stelle beschleunigt der Roman dramatisch. Jojo Moyes nimmt die Leser mit auf eine chaotische Reise aller Protagonisten zu einer Mathe-Olympiade, bei der Tanzie das Geld für eine Eliteschule gewinnen will, wir erleben, wie sich Ed und Jess näherkommen - und wieder verlieren, bis… "Weit weg und ganz nah" mehr oder weniger plötzlich nach dem Motto endet "Das Feuer ist aus". Das aber macht den Roman nicht weniger lesenswert. Und weil man wegen der Dramaturgie auf ein gute Ende hofft - nein, es vielmehr erwartet -, verschlingt man die letzten Seiten regelrecht, auch wenn es schon spät am Abend ist.

Jojo Moyes, "Weit weg und ganz nah", Rowohlt Polaris Verlag, 512 Seiten, ISBN 978-3-499-26736-9, Paperback 14,99 Euro, natürlich auch in der Bücherstube Lübbecke, als E-Book 12,99 Euro. (Cover-Foto: Rowohlt Polaris Verlag)