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„Velmerstot“ sorgt für Spannung an Weihnachten

Buch Velmerstot
Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Porta Westfalica, Wiehengebirge, Teutoburger Wald, Hermanns-Denkmal, Externsteine ... OWL verfügt, wenn man mal genau hinschaut, über eine Menge Sehenswürdigkeiten, die quasi Historie „atmen“. Aber Geschichte ist das Eine, Gegenwart das Andere. Und dieses „Andere“ breitet Jobst Schlennstedt in seinem Ostwestfalen-Krimi „Velmerstot“ vor seinen Lesern aus. Nicht zum ersten Mal übrigens: „Velmerstot“ ist schon der vierte OWL-Krimi des aus Herford stammenden Autors mit dem Bielefelder Kriminalkommissar Jan Oldinghaus in der „Hauptrolle“.

Für alle, die es - noch - nicht wissen: Bei Velmerstot handelt es sich um den höchsten Berg im Eggegebirge, das wiederum Teil des Naturparkes Teutoburger Wald/Eggegebirge ist. Die beiden Kuppen der Erhebung tragen die Namen „Preußische Velmerstot“ und „Lippische Velmerstot“.  Die „Preußische Velmerstot“ gehört zum Kreis Höxter, die „Lippische Velmerstot“ bei Horn-Bad Meinberg zum Kreis Lippe. Doch damit genug der Heimatkunde.

Jobst Schlennstedt lässt seinen Lesern gerade genug Zeit, um tief Atem zu holen, bevor er seine in der Tat ziemlich blutrünstige Geschichte erzählt. Auf 221 Seiten zeichnet der Autor ein Kapitalverbrechen nach, dass in Vorgehensweise und Psychologie durchaus an erfolgreiche Stories aus nordischen Schriftsteller-Federn erinnert.

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Und so glaubt der schollenbewusste Ostwestfale kaum seinen Augen und dem, was sie zu lesen bekommen: Zwei enthauptete Frauenleichen auf dem lippischen Velmerstot, Tote in Herford und an den Externsteinen, ein exlodierendes Haus in Lage – Schlennstedt greift ganz tief ins Repertoire eines Krimiautors. Er lässt die Ermittler dabei auch „menscheln“, indem er Persönliches in die Polizeiarbeit einflechtet, private Probleme nicht ausspart und somit den Lesern die Gewissheit vermittelt, dass die Polizisten Menschen wie Du und Ich sind, mit Freud und Leid behaftet, mit Probleme und (manchmal) auch mit deren Lösung.

Die in „Velmerstot“ ist ebenso überraschend wie dramatisch – man könnte auch sagen, sie ist dem Fall angemessen. Großeinsatz der Polizei, Situationsaufklärung mit Drohnenhilfe, Rettung in letzter Sekunde – alles ist dabei, was Krimispannung bis zur letzten Seite vermittelt. Und dass die persönliche Spannung in der „Familie Oldinghaus“ auf den letzten Seiten zumindest deutlich reduziert wird, trägt auch zum entspannten Weglegen des Krimis bei.

„Velmerstot“, Ostwestfalen-Krimi von Jobst Schlennstedt, Emons Verlag GmbH, Taschenbuch 2020,  ISBN 978-3-7408-0819-8, im Buchhandel 12,00 Euro, Kindle-E-Book 9,49 Euro.