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"Noah" - aber eine Arche reicht nicht

Psychothriller - seit Sebastian Fitzek seinen ersten Roman "Die Therapie" in 2006 veröffentlichte, ist dieses Genre untrennbar auch mit seinem Namen verbunden. Mit "Noah" hat er das Charaktermerkmal "Psychothriller" allerdings um das Adjektiv "apokalyptisch" ergänzt.
Dahinter vermutet man zunächst einmal nicht so sehr viel. Aber nach 548 Seiten Roman und weiteren fünfeinhalb Seiten Nachwort legt man den Wälzer einigermaßen nachdenklich geworden auf den Nachttisch zurück. Jedenfalls, wenn man dem so genannten "reichen" Teil der Weltbevölkerung angehört.

Psychothriller - seit Sebastian Fitzek seinen ersten Roman "Die Therapie" in 2006 veröffentlichte, ist dieses Genre untrennbar auch mit seinem Namen verbunden.Die Geschichte, die Fitzek erzählt, ist spannend und verstörend gleichermaßen. Natürlich gibt es - wie mittlerweile üblich - verschiedene Handlungsstränge, viele tausend Kilometer voneinander entfernt und doch irgendwie und dabei sehr geschickt miteinander verflochten. Genau diese Verflechtungen sind es, die dem Buch, die der Story den Kick geben.

Ohne zu viel zu verraten, sei gesagt: Es geht um nicht mehr und nicht weniger als ums Überleben der Menschheit, besser gesagt eines Teils derselben. Wohl deshalb hab Fitzek für seinen Roman den bezeichnenden Titel "Noah" gewählt. Doch angesichts der Menge der Erdbevölkerung ist es mit "ein bisschen Arche" als Rettungsinsel nicht mehr getan. Untermauert von belastbaren Zahlen, die aber fiktiv verknüpft zu einem ganz anderen Sinn, nähert sich der Autor langsam, aber unaufhaltsam der Frage, ob die Erde bei der derzeitigen Lebensweise eines Teils der Menschheit insgesamt noch zu retten ist. Und wenn ja, zu welchem Preis. Und nicht zuletzt: Werden - nein dürfen wirklich alle überleben???

Es ist gut, dass Sebastian Fitzek seinem Endzeitroman ein erklärendes Nachwort gegönnt hat. Auch das ist unbedingt lesenswert, führt es doch derzeitige Probleme gar nicht mehr romanhaft unmissverständlich vor Augen. Was den Autor überaus sympathisch daherkommen lässt, ist die Tatsache, dass auch er als Teil des Systems dessen Vorteile kennt, genießt - aber auch keinen Weg parat hat, wie die Probleme gelöst werden können, die unbedingt gelöst werden müssen. Und bei dem "Wie?" drängt die Zeit.

Sebastian Fitzek "Noah", Verlag Bastei Lübbe AG, Köln, erschienen als Taschenbuch, Hardcover-Ausgabe, Hörbuch und E-Buch, ISBN 978-3-404-17167-5. Taschenbuch 9,99 Euro, E-Book Kindle-Edition 8,49 Euro, natürlich auch zu haben in der Bücherstube Lübbecke. (Coverfoto: Verlag Bastei Lübbe / www.luebbe.de)