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»Inside IS«: Zehn Tage beim Islamischen Staat

IS: Es sind nur diese zwei kleinen Buchstaben, die auf der ganzen Welt für Terror und Schrecken, Mord und Vertreibung stehen. IS: Das ist die gebräuchliche Abkürzung für „Islamischer Staat“.

Aber was ist der IS tatsächlich, dieses Gebilde ohne feste Landesgrenzen? Diese Ansammlung von Menschen, die mit brachialer Gewalt Städte und Regionen oft weit entfernt voneinander unter ihren Einfluss gebracht haben?

Um Antworten auf diese und viele weitere Fragen zumindest etwas näher zu kommen, braucht es einen Blick ins »Staatsinnere«. Angesichts der Hinrichtungsbilder von Journalisten eine echte Herausforderung, ja Mutprobe auch für gestandene Berichterstatter und Publizisten. 

IS: Es sind nur diese zwei kleinen Buchstaben, die auf der ganzen Welt für Terror und Schrecken, Mord und Vertreibung stehen.

Jürgen Todenhöfer, viele Jahre CDU-Bundespolitiker, später Medienunternehmer und jetzt Buchautor und Publizist, der vielfach auf Kriegsschauplätzen und in Krisengebieten unterwegs war und ist, nahm diese Herausforderung an. In seinem Buch »Inside IS – 10 Tage im Islamischen Staat« zeichnet Todenhöfer eine Reise nach, die dem Leser eine Gänsehaut nach der anderen beschert.

Die Gesprächsprotokolle aus der Vorbereitung der Reise sind ebenso aufschlussreich wie verstörend. Sie zeichnen ein Bild von Menschen – auch aus Deutschland -, für die es nur eins gibt: Den reinen Islam, ohne Wenn und Aber, ohne Kompromisse. Ohne Toleranz – und vor allem ohne Barmherzigkeit. Mit welchem menschenverachtenden Gleichmut Todenhöfers Gesprächspartner übers Töten reden, übers Versklaven von Gefangenen – und das auch noch religiös begründen und erklären: Das verschlägt einem den Atem.

Der Autor, der – in dem Buch deutlich erkennbar – kein Amerika-Freund ist, vergisst bei der Betrachtung der IS-Greueltaten nicht die Verantwortung des Westens für diese Entwicklung und unterschlägt auch die christlichen Religionskriege nicht. Und so entspricht der offene Brief an den Kalifen des IS am Ende des Buches Todenhöfers grundsätzlicher Haltung, Konflikte menschlich-friedlich zu lösen. Seine Bilanz: »Ich habe keinen Islamischen Staat, sondern einen Antiislamischen Staat kennengelernt« dürfte den Kalifen wenig interessiert und schon gar nicht beeindruckt haben, trifft aber den Kern.

»Inside IS – 10 Tage im Islamischen Staat«, Jürgen Todenhöfer, Verlag C. Bertelsmann, ISBN 978-3-570-10276-3, gebundene Ausgabe, 17,99 Euro, E-Book 13,99 Euro, Taschenbuch 10 Euro.

(Cover-Foto: Verlag C. Bertelsmann)

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