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Gustav Schickedanz - Die Quelle-Story

Aus einfachen Verhältnissen kommend, als Werkmeistersohn 1895 in Fürth geboren, hat Gustav Schickedanz trotz Weltwirtschaftskrise, Nationalsozialismus und Wirtschaftswunder der BRD "Seine Quelle" aufbauen können. Der 1926 gegründete Versandhandel hatte sofort großen Erfolg, denn mit dem Angebot einer "Herrenkomplettausstattung", bestehend aus Hose, Wollpullunder, Hemd, Gürtel und Strümpfen für 9,95 Mark, sprach man selbst Arbeitslose an.

Schickedanz legte wert darauf ein Familienunternehmen zu sein und so waren seine erste und zweite Frau, seine Schwester und Schwager und auch der Vater mit in den Unternehmen tätig - und später dann auch die Ehemänner seiner beiden Töchter. Er selbst überlebte einen schweren Autounfall bei dem seine erste Frau, sein Vater und sein Sohn starben.
Mit Umsicht, Sparsamkeit und Verstand führte der seine Unternehmen weiter und kümmerte sich darum die dringend benötigten neuen Mitarbeiter zu requirieren: man fuhr die Mitarbeiter zur Arbeitsstelle, es wurden Wohnungen für diese gebaut und auch weitere soziale Errungenschaften fanden den Weg ins Unternehmen. Langsam entwickelte sich die Verbindung zu "seinem Lehrmädchen" Grete, einer Bäckerstochter, die schließlich, kräftig mitarbeitend, seine zweite Ehefrau wurde. Auch neue Wege in den Familienbetrieben fanden Einzug: Qualitätsprüfungen, elektronische Datenverarbeitung etc.
Während der Entstehung dieses Buches ging die QUELLE dann in die Insolvenz.
Prof. Schöllgen, Leiter des Zentrum für angewandte Geschichte an der Universität Erlangen, welches ebenso das Haus- und Familienarchiv von Schickdanz verwaltet, hat eine seichte und leicht zu lesende Biographie, besser gesagt eine Chronik, vorgestellt. Durch die Zugriffsmöglichkeit Schöllgens auf das Archiv hätte ich mir in der Tat sehr wohl ein wenig mehr und intensivere Recherche gewünscht und erwartet - wo er doch an der "Quelle" sitzt! (dbk)

Gustav Schickedanz - Die Quelle-Story, Gregor Schöllgen, ISBN 978-3-8270-0948-7, Berlin Verlag, 32,00 Euro